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Am Hindukusch - Probleme kritisch gesehen












Das Thema am Sonntag bei Frau Christiansen war sehr interessant, was mich daran aber immer stört, ist das Durcheinander reden mehrerer Personen, so daß man am Ende überhaupt nichts mehr versteht.

Da halte ich mich gern an den Spruch: Singen können wir zusammen, aber reden sollte erst mal jeder einzeln.

So habe ich mir die Seite gesucht und mir den Chat durchgelesen, auf denen Herr Scholl-Latour Antworten gibt.



www.sabine-christiansen.de

Chat:
Zitat:

Tod am Hindukusch - Bundeswehr raus aus Afghanistan?


Grasstift
Herr Scholl-Latour , glauben Sie , dass es in Afghanistan überhaupt möglich ist , eine demokratische Nation nach westlichen Vorbild zu schaffen ?

Peter Scholl-Latour
Nein.

Hr.R.
Stimmen Sie mir zu wenn ich sage, dass es sich bei den Einsätzen der Nato in den Krisengebieten des nahen Ostens- welche von den westlichen Ländern ja erst geschaffen wurden- nur um die längerfristige Sicherung von Energiereserven handelt und den Menschen in diesen Gebieten durch diese Einsätze nicht geholfen wird ?

Wolfgang E. Pütz
Wenn der Abzug aus Afghanistan stattfände, welche Strukturen würden dann entstehen. Würden die Taliban zurückkehren? Würden Drogenbarone an die Macht kommen?

Peter Scholl-Latour

Zum Teil stimme ich zu. Es geht auch um andere Interessen, auch um den Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, der auf die Adauer viel wichtiger ist als die amerikanische Präsenz.

Peter Scholl-Latour
Die sind schon an der Macht. Die Taliban beherrschen auch teilwiese schon den Süden. Es ist nicht Aufgabe der Europäer und Amerikaner das Schiksal Afghanistans zu gestallten. Das müssen die Afghanen schon selber tun.

Peter Scholl-Latour


Peter Scholl-Latou
r
Wenn siw ISAF, so wie sie im Moment ausgerüstet und strukturiert ist, in den Süden geht, wird sie binnen kurzer Frist masakriert sein.

alexander33
Guten Abend, Herr Scholl-Latour. Würden Sie Afghanistan und Irak in einem Kontext bzw. Hintergrund eines weltweiten Krieges sehen?

Peter Scholl-Latour
Das sind zwei unterschiedliche Konflikte. Nur haben inzwischen die Amerikaner begriffen, dass sie sich auf Dauer im Irak nicht behaupten können, und die deutschen Politiker haben noch nicht begriffen, dass sich die Nato oder ISAF in Afghanistan auf Dauer nicht halten kann.

Hafer
Guten Abend, wenn Sie die gegenwärtige Strategie der Bundeswehr kritisieren, welche Alternative sehen Sie?

Peter Scholl-Latour
Die schwierigste militärische Operation ist der geordnete Rückzug und unter möglichst geringen Verlusten. Diese Exit-Strategie ist offenbar von Bundestag noch garnicht erwogen worden.


Herr Scholl-Latour, glauben Sie, dass die Grünen mit ihrer Politik zu einer Islamisierung hierzulande beitragen?

Peter Scholl-Latour
Ich sehe da keine besondere Verantwortung bei den Grünen obwohl dort viel Naivität vorherrscht.

phil

Meiner Meinung nach versucht die Taliban einen Keil zwischen die NATO und die afghanischen Beökerung zu treiben. Wäre ein Abzug deshalb nicht genau das falsche Signal? Oder sollte man vielmehr versuchen mehr Einfluss auf die übrigen OEF und ISAF Staaten zu nehmen?

Peter Scholl-Latour
Die dt. Politiker wollen nicht wahrnehmen, wie viel Hass auf Seiten der afghanischen Bevölkerung gegenüber der bewaffneten Präsenz von Ungläubigen bereits vorhanden ist.

Wolfgang E. Pütz

Wäre denn Afghanistan nicht wenn man es sich selbst überlässt ein Rekrutierungs- und Trainigszentrum für sogenannte Terroristen?

Peter Scholl-Latour
Die Terroristen der Elqaida befinden sich nocht mehr in Afghanistan, sondern vor allem im Norden Pakistans und im Irak, wo sie freie Entfaltungsmöglichkeiten haben.

Hr.R.
Meiner Meinung nach werden diese Einsätze in Afghanistan und Irak den selben Erfolg bringen wie damals den Russen in Afghanistan. Sehen Sie das anders Herr Scholl - Latour ?

Peter Scholl-Latour

Die Situation ist in sofern unterschiedlich, als die Russen mit 120 000 Mann in Afghanistan waren und fast 10 Jahre lang Krieg geführt haben, bevor sie abzogen.

tex
Wie ist das Ansehen der Deutschen in Afghanistan?

Peter Scholl-Latour

Das war bisher sehr gut, verschlechtert sich aber in dem Maße wie die Deutschen unter amerikanischen Oberbefehl in die Kampfhandlungen mit einbezogen werden.

netrus
Wo könnte eine, der Bevölkerung hilftreiche, Entwicklungshilfe ansätzen?

Peter Scholl-Latour
Das die Afghanen selber wissen und entscheiden.

phil
Bewaffnete Präsenz von UNGLÄUBIGEN? Ihr Standpunkt ist also das der Konflikt einen sehr viel größeren religösen Hin tergrund hat als in der Öffentlichkeit bekannt wird?

Peter Scholl-Latour

Der Konflikt ist auf afghanischer Seite total von religiösen Vorstellungen beherrscht.

vileda
Guten Abend Herr Scholl-Latour, Wilfried von Bredow war ja sehr bemüht Ihre Sicht von Afghanistan ins rechte Licht zu rücken. Wie oft und lange waren Sie dort, wie oft und lange er?

Peter Scholl-Latour
Ich habe nicht festgestellt, dass Herr von Bredow meine Erklärungen ins rechte Licht gerückt hat. Seine Präsenz in Afghanistan ist mit der Meinigen wohl nicht zu vergleichen.

Hafner
Ich habe eine Frage zur Moral der deutschen Soldaten in Afghanistan. Gehen sie tatsächlich noch auf die Afghanen zu und schaffen so eine gewisse Vertrautheit, oder versuchen sie ihren Rundgang schnellstmöglich hinter sich zu bringen? Hat sich der Schädelknochen-Skandal sehr negativ auf die Stimmung bei den Afghanen ausgewirkt? Noch eine persönliche Frage: Herr Scholl-Latour, wollten sie nicht nie wieder in Talk-Shows gehen?

Peter Scholl-Latour
Gott sei Dank ist der Schäder-Skandal ohne nennenswerte Folgen geblieben. Im Übrigen ist die Zeit vorbei, wo die dt. Soldaten glaubten durch freundlichen Kontakt zu Kindern die Herzen der Afghanen zu erobern.

armin
welche rolle haben iran und pakistan in afghanische konflikt

Peter Scholl-Latour
Iran war von Anfang an ein Todfeind der Taliban und zwar v. a. aus konfessionellen Gründen. Pakistan hat seit seiner Gründung als Staat versucht, möglichst großen Einfluss in Afghanistan zu gewinnen. Die Taliban waren ursprünglich Verbündetet der Pakistani.

armin
wie kann man in so ein islamisch gepraegtes land mit christlishe armee erfolgreich sein

Peter Scholl-Latour

Eine ausgezeichnete Frage.

netrus
Haben Sie in Afganistan bei den jungen Menschen den Willen erlebt, das Land aus eigener Kraft zu befrieden?

Peter Scholl-Latour
In Afghanistan hat es schon immer, auch zur Zeit der Monarchie, Stammesgegensätze und Regionalkonflikte gegeben.

Moderator
Vielen Dank - und bis zum naechsten Mal
http://www.sabinechristiansen.de/154/sendung/230/index.html
http://blog.sabinechristiansen.de/?p=264#comments

Zitat:
Charles AtaneSo, endlich hab ich den Quatsch abgeschaltet.
Man versteht vor lauter Durcheinanderreden nicht mehr, was der Einzelne sagt. Und sind sich mal alle einig, jemanden ausreden zu lassen, und selbst der Lafontaine hält die Klappe, kommt die Christiane Sabinsen und funkt rein.
Unerträglich, da bekomme ich Kopfschmerzen!



Mir erging es auch so: Aber: interessant ist das Thema doch. Weil die Frage steht: opfern wir junge Menschen umsonst in diesem Krieg und wie wird die humanitäre Hilfe gedankt bzw. warum müssen deutsche Soldaten in einen solchen Krieg hineingezogen werden und welche Interessen stehen dahinter ?
ich persönlich bin keine Anhängerin von Lafontaine, aber was er gesagt hat ist richtig "deutsche Soldaten haben in den heutigen Kriegsgebieten nichts zu suchen" schliesslich war das mal eine Verteidigungsarmee oder heisst der Verteidigungsminister inzwischen Kriegsminister?
Ich habe mal eine Rede von Strauß gelesen, er sagte "ein deutscher Soldat darf nie wieder an einer fremden Front sterben" es ist keine Vaterlandsverteidigung sonder ein Auslandeinsatz, da dreht sich wohl Herr Strauß im Grabe um.
T´ja und mit Herrn Peter Scholl-Latour ist dass auch so eine Sache, seine Einstellungen haben sich in den letzten 30 Jahren ziemlich geändert aber na ja er wird auch nicht jünger, wo der recht hat, hat er recht, weder Franzosen, Engländer oder Russen haben geschafft Afganistan zu unterwerfen das wird den Amerikanern auch nicht geliengen.
Aber die Amerikaner lehrnen nicht aus ihren Fehlern, nein sie machen immerwieder neue.
Daß Herr Peter Scholl-Latour abbaut, ist allmählich auch klar, er hatte ein sehr ereignisreiches Leben bis ins hohe Alter, wovor man den Hut ziehen kann. Wer bis hierher kommt und noch so klar denken kann, das verdient Respekt. Ich sah, daß es ihm in der Sendung bei Frau Christiansen nicht gefallen hat, weil ihm einfach zu oft das Wort abgeschnitten wurde, als wenn man es darauf angelegt hat. Das ist respekt-und achtungslos - zeigt auch, wie sehr irgend etwas bei den anderen Herren im Hintergrund gedrängt hat, daß sie ihre Meinungen an den mann/frau bringen konnten. Sie versuchten, ihre Meinung durchzusetzen. Deshalb wollte ich noch einige Erkundigungen einholen, was der wirkliche Anlaß dafür ist, daß wir uns so vehement einmischen.

http://www.n-tv.de/725159.html
Zitat:

"Soldaten fühlen sich verarscht"
Peter Scholl-Latour

Peter Scholl-Latour, Kriegsreporter, Autor und Islamexperte sagte bei busch@n-tv zu den jüngst veröffentlichten "Skandal"-Bildern, die Bundeswehr-Angehörige in Afghanistan zeigen sollen: "Diese Jungs kommen aus einer extrem permissiven Wohlstandsgesellschaft, in der es 60 Jahre Frieden gab, in eine archaische und sehr grausame Gesellschaft hinein und werden damit nicht fertig."

Zur Situation der Bundeswehr in Afghanistan: "Das Groteske ist, dass die Soldaten gar nicht im Einsatz sind. 90 Prozent kommen aus ihrem Camp gar nicht heraus. Die Truppe hat sehr wohl das Gefühl, dass das ein ziemlich sinnloser Auftrag ist. Ich war im August mit einer Jägereinheit in Masar-i-Scharif auf Patrouille. Die Soldaten haben ganz klar das Gefühl, dass sie verarscht werden."

"Das ist eine sehr gute Truppe gewesen, aber psychologisch nicht genügend getrimmt. Es kann auch nicht sein, dass die da unter einer furchtbaren Belastung gestanden haben, denn zu diesem Zeitpunkt hat es ja keine Kämpfe gegeben. Die Soldaten im zweiten Weltkrieg haben mehr ausgehalten und hatten keine Psychologen an ihrer Seite.

weiterlesen nach Bedarf


http://www.die-tagespost.de/archiv/titel_anzeige.asp?ID=3226

Zitat:
Worum es beim Irak-Krieg geht
Als Amerika noch für Saddam Hussein war – Peter Scholl-Latour brilliert mit jenem Hintergrundwissen, das Weltpolitiker vermissen lassen
DT vom 22.02.2003
Von Stephan Baier


Vielsprachig und mit den Kulturen, Ethnien und Religionen vertraut, ist er ein neugierig Suchender und Fragender geblieben. Sein aktuelles Buch „Kampf dem Terror – Kampf dem Islam?“ zeugt von einer ebenso profunden wie umfassenden Kenntnis der breit gefächterten islamischen Welt, von einem Wissen, das man sich bei den Regierenden in Washington und in Europa wünschen würde.


Wo kommen wir hin, wenn der allmächtige Mann im Weißen Haus all jenen Nationen mit der Apokalypse droht, die ihre eigene Souveränität und Würde zu wahren suchen.“


„Als Instrument der Befriedung am Hindukusch fiel nämlich den zuständigen amerikanischen Diensten und den Öl-Multis nichts Besseres ein, als die pakistanische Armee zu beauftragen, in den Auffanglagern ihrer Nordwestregion, wo etwa zwei Millionen überwiegend paschtunische Flüchtlinge kampierten, eine Armee von jungen ,Koranschülern‘ oder ,Taleban‘ auszuheben, sie in Schnellkursen halbwegs auszubilden und mit einem reichhaltigen Waffenarsenal zu versehen.“ Während sich die schiitischen Ayatollahs über die theologische Ignoranz der Taleban entsetzten, waren diese den Vereinigten Staaten erst zur Restrukturierung Afghanistans, später als Feindbild im „Kreuzzug“ (Zitat Bush) gegen den Terror nützlich.

„Mit einer zeitlich unbegrenzten Truppenpräsenz am Hindukusch stützt man den proamerikanischen Vasallen Karzai ab und erlaubt den Energiekonzernen der USA einen lukrativen und relativ sicheren Abtransport von Erdgas und Petroleum in Richtung Indischer Ozean. Dafür wird das Leben deutscher Soldaten aufs Spiel gesetzt...“. Osama Bin Laden, so meint der Afghanistan-Reisende, sei erst durch die westlichen Medienkampagnen in der islamischen Welt zu einem Held der Muslime geworden.


Bei Interesse vollständigen Artikel selbst lesen.

http://www.google.de/search?q=am+hi....._de&start=10&sa=N
Hallo Gabriele,

ich respektiere und schätze die Meinung von Herrn Scholl-Latour habe auch paar seine Bücher (3) gelesen, ich habe nur geschrieben, dass er früher eine andere Meinung zum nahen Osten hatte sein Wandel vollzieht sich seit den ´70 gern, es könnte natürlich sein, dass er als Seniorexperte auftritt und seine Meinung jetzt offen sagen darf (kann)? leider will keiner auf ihn hören aber dass liegt an seiner nicht so freundlichen Amerikameinung und ist nach Berliner Auffassung politisch nicht korrekt.
Das kennst Du wohl auch aus den Nachrichten die meisten Meldungen sind den Politikern von den Lippen abgelesen Frau Christiansen, Herr Scholl-Latour ist anders er sagt was er meint und wie ich meine mit einer sehr hohen Trefferquotte.
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