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Ägyptische Regierung stellt Bürgerrechte der Bahá’í in Frage
Gerichtsprozess gegen Bahá’í-Ehepaar wird am 16. September in Kairo fortgesetzt
Ein Bahá’í-Ehepaar steht im Mittelpunkt eines Gerichtsverfahrens vor dem höchsten Verwaltungsgericht in Ägypten. Der Prozess, der am 16. September fortgesetzt werden wird, soll klären, ob das Ehepaar seine Religionszugehörigkeit in offiziellen Dokumenten korrekt als „Bahá’í“ angeben darf.
Beamte der ägyptischen Personenstandsbehörde hatten im Jahr 2004 nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Egyptian Initaitive for Private Rights“ alle Dokumente des Ehepaars konfisziert, weil darin ihre Religionszugehörigkeit als Bahá’í vermerkt war. Die Personenstandsbehörde hatte dem Ehepaar die Herausgabe neuer Ausweise verweigert und von dem Paar verlangt, sich zum Islam zu bekennen. Darauf hin klagte das Ehepaar im Juni 2004 gegen den ägyptischen Innenminister Habib al-Adly. Mit Erfolg. Ein Gericht gab dem Begehren des Ehepaars am 4. April dieses Jahres statt und berief sich dabei auf Artikel 18 der ägyptischen Verfassung, der allen Bürgern die volle Religionsfreiheit gewährt. Das Gericht erkannte den Bahá’í das Recht zu, ihren Glauben auf allen offiziellen Dokumenten angeben zu dürfen.
Revision der ägyptischen Regierung im Mai
Anfang Mai legte die ägyptische Regierung jedoch Revision gegen das Urteil ein, unter dem starken Druck konservativer Kräfte. Vor allem die Al Azhar Universität und die muslimische Brüderschaft hatten starke Empörung über das Urteil vom 4. April geäußert, da sie gegen jegliche Anerkennung des Bahá’í-Glaubens sind. Der ägyptische Minister für Religionsangelegenheiten, Mahmud Zakzuk berief sich bei der Revision auf den Groß-Scheich der Azhar-Moschee, Mohammed Tantawi, der den Bahá’í-Glauben nicht zu den Offenbarungsreligionen Judentum, Christentum und Islam zählt. Die Abgeordneten der Muslimbrüder hatten im ägyptischen Parlament scharf gegen die Gleichberechtigung der Bahá’í Stellung genommen.
Damit wurde das Verfahren am 15. Mai vor das höchste Verwaltungsgericht des Landes gebracht. Eine richterliche Anhörung wurde für den 19. Juni angesetzt. Da der Bericht des Gerichtsbeauftragten nicht rechtzeitig vorlag, wurde die Anhörung nun auf den 16. September verschoben.
Emotionen kochen hoch
Bereits bei dem ersten Gerichtstermin im Mai kochten die Emotionen, die der Fall offenbar auslöst, hoch. Eine Beschreibung des Verhandlung wurde von der „Egyptian Initaitive for Private Rights“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Darin heißt es: „Rechtsanwälte und Einzelne, die im Gerichtssaal saßen, unterbrachen und störten die Verteidigung durch Zwischenrufe. Sie warfen dem Bahá’í-Ehepaar Beleidigungen an den Kopf, nannten sie ‚Ungläubige’ und drohten ihnen während des Prozesses mit Gewalt. Das Gericht war nicht in der Lage, im Gerichtssaal für Ordnung zu sorgen und vertagte den Prozess für kurze Zeit. Darauf hin weigerten sich die Sicherheitsbeamten des Gerichts, die Anwälte der Bahá’í zu schützen. Die Anwälte wurden eingekreist, bedroht, herumgestoßen und daran gehindert, den Saal zu verlassen.“
Bani Dugal, Hauptrepräsentantin der Bahá’í International Community bei den Vereinten Nationen, äußerte ihre Hoffnung, dass das Gerichtsverfahren in Zukunft von ähnlichen Ausschreitungen und Drohungen verschont werde. „Darüber hinaus hoffen wir, dass das Gericht durch die aufbrandenden Emotionen nicht in seiner Urteilskraft getrübt wird.“ In dem Gerichtsverfahren gehe es schlicht um das Recht von Einzelnen, ihren Glauben öffentlich zu erklären. Ein Recht, das in der ägyptischen Gesetzgebung fest verankert sei. „Die Bahá’í, die in dem Prozess vertreten werden, wie auch die ganze ägyptische Bahá’í-Gemeinde bitten lediglich um die gleichen Rechte, die andere Bürger Ägyptens auch haben.“ Es gehe nicht darum, so fügte Dugal hinzu, die ägyptischeRegierung oder irgendjemand anderen davon zu überzeugen,dass der Bahá’í-Glaube göttlichen Ursprungs sei.
Nur drei Religionen in Ägypten anerkannt
Das Urteil und die Revision haben in Ägypten und in der arabischen Welt große Medienbeachtung erfahren. Auch deshalb, weil in Ägypten nur die drei Religionen Islam, Christentum und Judentum offiziell anerkannt sind. Das Urteil vom April zugunsten der Bahá’í war in den Worten von Gamal Eid, Direktor des Arabischen Netzwerks für Menschenrechts-Information, „ein Meilenstein“. Den Grund für das Urteil sieht er in dem von Menschenrechtsorganisationen ausgeübten Druck.
Das Urteil vom April erinnert an eine ähnliche Entscheidung von 1983, die es den Bahá’í erlaubte, ihre Religion auf Akten und Dokumenten anzugeben. Doch ab 2004 zwang das Innenministerium die Bahá’í wieder, sich als Muslim oder Christ einzutragen. Seit 1960, als per Gesetz die Bahá’í-Institutionen aufgelöst wurden, sind die Bahá’í fortwährenden Schikanierungen der Regierung ausgesetzt. Gamal Eid berichtete, das muslimische religiöse Establishment versuche, „die Bahá’í als Apostaten zu dämonisieren.“ Die Bahá’í-Gemeinde werde in der Presse oft beleidigt. Es gebe aber „einige unabhängige Zeitungen – wie Al-Dustour and Al- Karama – die seit kurzem daran arbeiten, das Bewusstsein für die Rechte der Bahá’í zu stärken“, räumte Eid ein. Die rund 2.000 Menschen umfassende Bahá’í-Gemeinde stehe allerdings noch immer vor „endlosen Herausforderungen“.
Aktuelle und weiterführende Informationen zum Gerichtsverfahren sowie zur Lage der Bahá’í in Ägypten erhalten Sie auf der Internetseite www.bahai.org/persecution/egypt.
Links:
Original Artikel: news.bahai.org/story/456
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Bismillah al-bahi al-abha!
Liebe Baha´i - Freunde in Deutschland!
Ich will Euch nur knapp meine Geschichte erzählen.
Als ich im März 05 in München jugendliche Flüchtlinge in Deutsch unterrichtet habe, war ich auf dem Papier noch Katholik, spielte aber mit dem Gedanken, ernsthaft zum Judentum überzutreten.
In dieser Zeit war ich einmal bei einem WCRP-Treffen im Münchner Baha´i-Zentrum, bei dem ein Buddhist, ein Katholik und ein paar Baha´is miteinander diskutierten.
Das konfrontierte mich mit den Schriften Baha´ullahs. Ich begann, "Dieb in der Nacht" zu lesen.
Als ich im Oktober 05 in Kairo ein DAAD-Stipendium für einen Arabischsprachkurs wahrnahm, begann ich, die Schriften der Baha´is auf www.bahai.org downzuloaden und habe mich per Internet für den Baha´i - Newsletter eingetragen.
In dieser Zeit sagte ich meinen Mitstipendiaten, dass ich nicht mehr katholisch bin, sondern auf der Suche nach der Wahrheit, das alles geschah jedoch in muslimischem Kontext.
In meiner Sprachenschule galt ich also als "westlicher Student", den man in den Koran einführen sollte. In meiner Wohnung las ich die Baha´ischriften nachts - tagsüber diskutierte ich mit vielen Ägyptern über den Koran.
Als ich im Dezember 05 in Brüssel bei einer Familienfeier war, stellte ich mich vor als Bayer, der gerade in Kairo wohnt. Geistig war ich schon Baha´i geworden. Den Baha´is aus München, die ich kannte, konnte ich das aber noch nicht sagen, ich wartete auf meine Stunde.
Als ich im März 06 in Kairo nach dem Besuch der arabischen Liga von der Leiterin der DAAD-Außenstelle mit meinen Mitstipendiaten zum Essen eingeladen wurde, brach ich das Fasten, um kein Aufsehen zu erregen.
Das Nawroz-Fest verbrachte ich im Sheraton-Hotel Kairo in einem persischen Restaurant, nachdem ich zuvor meine Erklärung als Baha´i an den Geistigen Rat in München abgeschickt hatte.
Als ich am 1. April 06 wieder deutschen Boden betrat, freute ich mich schon auf das Ridvan-Fest in München.
Als ich beim letzten Sommerfest in Langenhain zum ersten Mal ein Haus der Andacht betrat, kamen mir vor Rührung die Tränen. Und ich traf viele von Euch, von denen ich früher schon gehört oder gelesen hatte.
24 Jahre nach meinem Tauftag trat ich formal aus der katholischen Kirche aus.
Abd ul Baha prophezeite, dass der geistige Aufschwung aus Süddeutschland kommen wird. Lasst uns gemeinsam diese Prophezeiung verwirklichen.
Allahu abha
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Allahu abha
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Hallo Himaya!
Herzlich willkommen hier und vielen Dank für Deine berührende
Geschichte!
Innige Grüße, Minou
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Lieber himaya,
was für eine Geschichte! Vielen Dank für diesen berührenden Bericht.
Ich wünsche Dir weiterhin Gottes Segen.
Liebe Grüße ,
Herzlich
P.S: bist Du jetzt wieder in oder bei München?
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Hallo zusammen,
als ich den Bericht über das Ehepaar, dass laut obigem Bericht wegen der Einschränkung seiner religiösen Freiheit geklagt hat, las, dachte ich mir, wieviel Mut diese Menschen unter den dort beschriebenen Bedingungen aufbringen mußten, um diesen Schritt zu wagen - in einem muslimischen Land! Können wir es wirklich nachvollziehen, was das bedeutet?
Ich werde für sie beten und hoffe, dass Gott sie führt und schützt.
Liebe Grüße ,
Herzlich
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