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Der Koran fordert Demokratie












http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=70403

Neuer Konfliktherd im Nahen Osten?
Die beiden im Iran geborenen Experten Dr. Ashgar Schirazi und Dr. Ebrahim Towfig nehmen im Interview mit dem Eurasischen Magazin Stellung zu den wichtigsten Fragen
EM 07-03 · 23.07.2003


Zitat:
Eurasisches Magazin: Der Iran gilt als ein Gottesstaat. Was muß man sich als Nicht-Muslim darunter vorstellen?

Asghar Schirazi: Die Islamische Republik Iran ist eigentlich kein Gottesstaat, eher der Staat der machthungrigen Geistlichkeit. Deren Verbündete finden sich hauptsächlich unter der Kaufmannschaft und den höheren Rängen der Revolutionsgarden. Den Nichtmuslimen im Iran ist jegliches demokratische Recht beraubt. So geht es aber auch den Muslimen, wenn sie aktive Oppositionsarbeit gegen die herrschende staatliche Ordnung betreiben.

„Die iranische Bevölkerung ist der westlichen Demokratie gegenüber sehr aufgeschlossen“
EM: Ist Ihrer Ansicht nach eine demokratische Staatsform westlich-säkularen Typus im Iran mehrheitsfähig?

Schirazi: Wenn Sie Demokratie als einen Prozeß verstehen, dann würde ich diese Frage im Großen und Ganzen bejahen. Auch ist die iranische Bevölkerung der westlichen Demokratie gegenüber sehr aufgeschlossen. Aktuell aber basiert der Staat der herrschenden Geistlichkeit auf einer Ideologie, die kein gutes Verhältnis zur Demokratie hat.



usw.

http://www.internationalepolitik.de.....-und-marktwirtschaft.html

Marktwirtschaft und Islam
Zitat:
Dazu gehört auch die Gestaltung des Wirtschaftslebens. Koran und Sunna enthalten zu Wirtschaftsfragen nur wenig konkrete Aussagen; das umfangreiche Wirtschaftsrecht islamischer Staaten ist nicht der ursprünglichen Scharia, sondern dem später entwickelten Richterrecht (fiqh) zuzurechnen, dessen Anwendbarkeit und Relevanz unter gewandelten sozioökonomischen Bedingungen heute zunehmend in Frage gestellt wird.


Zitat:
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, setzen die politischen Systeme islamischer Länder in der Gegenwart eine Tradition undemokratischer autoritärer Herrschaft fort.
Die Länder der islamischen Welt sind überwiegend unterentwickelt und besitzen keine wettbewerbsfähigen Wirtschaftssysteme.
Islamische Aktivisten lehnen westliche Ordnungen ab und fordern die Errichtung eines islamischen Staates, wobei sie sich auf die über 1300 Jahre zurückliegende Frühzeit des Islam sowie auf das göttliche Recht der Scharia berufen. Sie lehnen westlichen Säkularismus ab und betonen, dass der Islam Religion und Staat zugleich sei.
Islamisten kritisieren westlichen Materialismus und zügellosen Kapitalismus. Sie betonen den Grundwert der Gerechtigkeit als primäre Leitschnur für die Gestaltung aller zwischenmenschlichen Beziehungen.
Als „Prototyp“ eines islamischen Staates gilt die Islamische Republik Iran, in der ein islamischer Klerus politische Macht ausübt und die deshalb gern als „Gottesstaat“ bezeichnet wird.1
In der Wirtschaft Irans dominieren in vielen Bereichen Staatsbetriebe, und die meisten Schlüsselbereiche unterliegen staatlicher Lenkung, so dass man das iranische Wirtschaftssystem nicht als Marktwirtschaft im liberalen Sinne bezeichnen kann.
http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=101603

Zitat:
Islam und Demokratie: die normative Ebene
Die Sperrigkeit islamischer Gesellschaften gegenüber der Demokratie als politische Ordnungsform ist auf der Ebene der empirischen Analyse völlig eindeutig. Allerdings ließe sich mindestens zweierlei einwenden: Was wir im letzten Vierteljahrhundert gesehen haben, ist nicht „der“ Islam, sondern die machtpolitische Instrumentalisierung des Islams durch so unterschiedliche Potentaten und Diktatoren wie die Sauds in Saudi Arabien, Khomeini und seine Nachfolger im Iran, Mubarak in Ägypten, Numeiri im Sudan, Ghaddafi in Libyen oder die Assads in Syrien. Außerdem sperre sich der Islam als Religion, als eine Sammlung von Werten, Dogmen und Vorschriften keineswegs grundsätzlich gegen Rechtsstaat, Demokratie und die Gleichberechtigung der Geschlechter.



Zitat:
Der Islamismus, islamische Fundamentalismus, Integrismus oder auch politische Islam ist die Beschreibung einer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts radikalisierten Ausprägung islamischer Traditionen, die den Anspruch erhebt, mit ihrem religiösen „Rechtekanon“, der Scharia, die verbindliche Normierungsinstanz für das private und Öffentliche, das Individuum und die Gesellschaft sowie die politische Herrschaftsverfassung zu sein. Der islamische Fundamentalismus tendiert zu einer orthodoxen, also wörtlichen und nicht historisierenden Interpretation heiliger Texte. Antipluralismus, Antimodernismus, Intoleranz und ein rigider Moralismus vor allem in Fragen der Sexualmoral und der Geschlechterbeziehung kennzeichnen ihn. Diese Charakteristika hat der Islamismus im Übrigen mit anderen fundamentalistischen Religionsbewegungen im Christentum und Judentum gemeinsam


Zitat:
Das zentrale Problem ist, daß die islamistische Welt keine wirkliche Aufklärung erfahren hat.
Vor dem Hintergrund des erläuterten Demokratiebegriffs lassen sich die wichtigsten Spannungen zwischen Islam und Demokratie erörtern. Dabei bleibt hier die interne Differenzierung des Islam unberücksichtigt. Aber auch sie würde die Substanz meiner Argumente nicht verändern. Es geht mir an dieser Stelle nicht um eine theologisch-hermeneutische Interpretation von Korantexten, um das Verhältnis von Islam und Demokratie zu bestimmen. Ein solcher Versuch würde sich schnell im Dickicht unterschiedlicher, konkurrierender und sich widersprechender Interpretationen verheddern. Dies wäre aus politikwissenschaftlicher Sicht zwar nicht völlig illegitim, aber wohl ähnlich unergiebig wie die Exegese der „Deutschen Ideologie“ oder des „Kapitals“ von Karl Marx im Hinblick auf die Herrschaftsstrukturen von Ceausescus Rumänien, Pol Pots Kambodscha oder der DDR Erich Honeckers.

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