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Hi!
Seit längerem habe ich ein Interesse an der Bahai Religion gefunden, ihre Lehren sind erfrischend, ihre Vision weitsichtig und ihre Ziele kann ich nur unterstützen, allerdings trau ich mich noch nicht den letzten Schritt zu machen und mich zu erklären (Angst vor Großfamilie-aber das ist eine andere Geschichte).
Ich lese gerade das Buch "Baha'u'llah und das neue Ieitalter" im ocean-Programm, ich zitiere
+7:10 #128 Heilung durch immaterielle Mittel
'Abdu'l-Bahá lehrt, daß es auch viele Methoden der Heilung ohne materielle Mittel gibt. Es gibt ebenso »ansteckende Gesundheit«, wie es ansteckende Krankheiten gibt. Die erstere vollzieht sich jedoch langsam und hat nur geringe Wirkung, während die letzteren oft heftig auftreten und rasch wirken. Weit mächtigere Wirkungen gehen von des Patienten eigenem geistigen Zustand aus, und die »Suggestion« mag in der Beeinflussung solcher Zustände eine wichtige Rolle spielen. Furcht, Zorn, Qual usw, wirken nachteilig auf die Gesundheit, während Hoffnung, Liebe, Freude usw, entsprechend segensreich wirken.
Bahá'u'lláh sagt (Tablet to a Physician):
»Wahrlich, das Notwendigste ist Zufriedenheit in allen Lebenslagen, durch sie bewahrt sich der Mensch vor krankhaften Zuständen und vor Abspannung. Gib nicht dem Kummer und der Sorge Raum, denn sie verursachen das größte Elend. Eifersucht verzehrt den Körper, und Zorn verbrennt die Leber. Meide diese beiden, wie du einen Löwen meidest.«
'Abdu'l-Bahá sagt Paris S.85):
»Freude gibt uns Schwingen. In Zeiten der Freude ist unsere Kraft lebendiger, unser Verstand schärfer ... Wenn aber Traurigkeit bei uns einkehrt, verläßt uns die Kraft.«
Von einer andern Art geistiger Heilung schreibt 'Abdu'l-Bahá, daß sie zustande kommt (Beantwortete Fragen Kap.72):
» ... aus der völligen Konzentration des Willens eines starken Menschen auf einen Kranken, wobei der letztere mit seinem ganzen Glauben konzentriert erwartet, daß durch die geistige Kraft des Gesunden eine Heilung bewirkt wird, so sehr, daß es eine innige Verbindung zwischen dem Gesunden und dem Kranken gibt. Der Gesunde macht jede Anstrengung, den Kranken zu heilen, und dieser ist dann sicher, Heilung zu empfangen. Durch die Auswirkung dieser geistigen Eindrücke wird eine Erregung der Nerven hervorgerufen, und diese Beeindruckung und Erregung der Nerven werden zur Ursache der Gesundung des Kranken.«
Alle diese Heilweisen sind jedoch in ihrer Wirkung begrenzt und können bei ernsten Krankheiten versagen.
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Was sagt ihr dazu-geht es hier um den Placebo-Effekt oder kann man durch echte Konzentration Heilung bewirken?
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Lieber Gast,
vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag und die darin zitierten Texte aus den Bahá´í-Schriften.
Ich bin weder Arzt noch Heiler und kann deshalb nur meine Meinung dazu kund tun, ohne Anspruch auf Verbindlichkeit.
Ich glaube, dass ´Abdu´l-Bahá´nicht den Placebo-Effekt meint, also wohl eher ein schulmedizinisches Phänomen, dass ja von der Konzentration, bzw. von der Willensanstrengung des Patienten völlig unabhängig ist. Ich nehme an, dass ´Abdu´l-Bahá eine vollkommene geistige Verbindung zwischen einem starken gesunden und einem geschwächten kranken Menschen meint. Diese Verbindung kann meines Erachtens nur dann einen hinreichenden Grad der Vollkommenheit erreichen, wenn bei beiden Beteiligten ein außergewöhnliches Maß an Reinheit des Herzens, Loslösung und Geistigkeit vorliegt, das durch eine gründliche geistige (Selbst-)Erziehung erworben werden muß.
Wenn Konzentration und Willenskraft allein ausreichten, müßte das von ´Abdu´l-Bahá beschriebene Verfahren in unserer Gesellschaft bereits eine viel größere Rolle spielen.
Ich weiß von einem Bahá´í, der sich intensiv mit den geistigen Aspekten des Heilens beschäftigt. Soweit ich mich erinnere, wendet er in seiner Arbeit Bahá´í-Prinzipien an. Ich habe mich allerdings von ihm noch nicht behandeln lassen, kann also seine Arbeit nicht beurteilen. Wenn Du möchtest, kann ich den Kontakt herstellen.
Liebe Grüße ,
Herzlich
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Hallo,
wie ich es verstanden habe, geht es bei den Placebos ja im wesentlichen darum, dass der Patient nichts von dem Placebo weiß: er nimmt ja an, dass dies ein wirksames Medikament sei und vertraut darauf, eine Wirkung zu bekommen. Dieses Vertrauen, dieses Gelöstsein, diese Entkrampfung, kann bereits die Gesundung durch die Selbstheileffekte des Körpers einleiten. Es ist also keine Selbstsuggestion. Auch würde kein verantwortlicher Arzt einem "kranken" Patienten Placebos geben - in der Hoffnung auf Heilwirkung. Placebos werden, so habe ich es wenigstens verstanden, in der Arzeneimittelforschung eingesetzt, um die Wirksamkeit von Medikamenten zu testen oder zu überprüfen.
Gruß
Reinhard
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Mich treibt da eine ganz andere Frage um ... Ich frage mich oft warum der Placebo-Effekt meistens mit einem negativen Beigeschmack genannt wird so als sei er etwas negatives
der Placebo-Effekt ist doch wirklich eine der interessantesten Beobachtungen die man bisher gemacht hat Geist siegt offenbar über Materie ist doch wirklich eine klasse Entdeckung
übrigens geht man davon aus dass bei 30% der jenigen die mit wirksamen medikamenten geheilt werden der Placebo-Effekt ursächlich ist
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Ich denk mir, je schwerer die organische Schädigung, desto geringer der Placebo-Effekt.
Je geringer der Placebo-Effekt desto mehr geistige Anstrengung.
Die kleinste geistige Anstrengung kann aber auch Brennschmerzen der Wirbelsäule, Gliederschmerzen oder auch eine Diarrhoe verusachen. Sowie völlige mentale und körperliche Erschöpfung mit ausgeprägter Schwäche. Hirnmüdigkeit. Myelitis. Krämpfe. Aufsteigende Lähmung. Kachektische ausgebrannte Patienten. Neurasthenie u. Kopfweh.
Der Placebo-Effekt beruht also auf reiner Suggestion, die sich auf sehr komplexe, noch weitgehend unerforschte Weise psychosomatisch auswirkt.
Werbung, Reklame, Publicity, Demagogie, Hetze, Stimmungsmache, Volksverdummung, Propaganda funktioniert eigentlich auch so.
LG
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