Papst Johannes XXIII


Burkl hat folgendes geschrieben:
Die waren immer schon zeitgemäß. Weil ja Heiligkeit etwas Zeitloses ist - und grundsätzlich jedem Menschen offensteht. Die Kirche will Menschen hervorheben, bei denen diese Heiligkeit besonders stark hervorleuchtet - und so andere leiten kann auf ihrem Weg.

Was immer folgt, wenn so ein großes freudiges Ereignis stattfindet, ist der "Aufschrei der Unterwelt". Die Wut derer, die ganz andere Wege gehen.

Aber das kann die Freude auch nicht trüben. Im Gegenteil - es ist auch Teil des "Programms" - käme das nicht so, müsste man eher Verdacht schöpfen, dass etwas "nicht stimmt" mit der Heiligkeit einer Person.

Nach meinem Kenntnisstand werden nur (katholische?) Christen heilig gesprochen. Unter all den Milliarden Andersgläubigen gibt es scheinbar keine Menschen, die diese Bezeichnung verdienten.

Für mich ist dies kein freudiges, sondern ein trauriges Ereignis, was nicht mehr in eine aufgeklärte und multikulturelle Welt passt. Es ist nichts anderes als Selbstbeweihräucherung und Theater.

Je mehr ich von Dir über die Katholische Kirche erfahre, desto mehr werde ich zum Kritiker dieser Einrichtung, von der sich vermutlich auch Jesus Christus selbst distanzieren würde.

Ich darf hier offen bekennen, dass ich Gott unendlich dankbar dafür bin, einen anderen Weg als den katholischen gehen zu dürfen. Aber Dank der grenzenlosen Perfektion und Güte der Katholischen Kirche, darf ich mich jetzt auch noch der Unterwelt zugehörig fühlen.

Das war also mein Aufschrei aus der Unterwelt!

(Vielleicht sollte ich mal einen Exorzisten konsultieren)
achim56 hat folgendes geschrieben:
Aber Dank der grenzenlosen Perfektion und Güte der Katholischen Kirche, darf ich mich jetzt auch noch der Unterwelt zugehörig fühlen.


Lieber Achim,

wenn alle Baha'i zusammen mit dem Rest der nichtkatholischen Menschheit in der Hölle landet, dann kriegen wir es noch hin, die Hölle zum besseren Himmel zu machen Oder glaubst du, wir geben auf, nur weil die anderen am Ende Recht hatten?^^
_________________
"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
"O Papst! Zerreiße die Schleier! Er, der König der Könige, ist gekommen, von Wolken überschattet, und der Ratschluss ward erfüllt durch Gott, den Allmächtigen, den Unbeschränkten...
Zerreiße die Schleier der Gelehrsamkeit, damit sie dich nicht von Meinem Namen, der Selbstbestehnde, abhalten. Erinnere dich der Zeit, da der Geist (Jesus) kam. Als Er erschien, sprachen die Gelehrtesten Seiner Zeit und Seines Landes das Urteil über ihn, indes einer, der nur ein Fischer war, an Ihn glaubte...
Legt eure Feder beiseite, o Schar der Geistlichen, denn seht, der schrille Ton der Erhabensten Feder erschallt zwischen Himmel und Erde. Lasst ab von euren Vorstellungen, und haltet euch fest an das, was Wir euch mit Macht und Autorität offenbarten...
O höchster Priester! Neige dein Ohr dem zu, was der Gestalter modernden Gebeins dir rät, wie es von Ihm, der Sein Größter Name ist, verkündet wird. Verkaufe den reich verzierten Kirchenschmuck, den du besitzest, und verwende ihn auf dem Pfade Gottes, der die Nacht auf den Tag und den Tag auf die Nacht folgen lässt...
Was die Zunge des Sohnes sprach, wurde in Gleichnissen offenbart, doch der, der an diesem Tage die Wahrheit verkündet, spricht nicht in Gleichnissen. Klammere dich nicht an das Seil leeren Wahns, und lass dich nicht von dem abhalten, was im Reiche Gottes, des Allmächtigen, des Allgnädigen, bestimmt wurde...
Sprich: O Schar der Christen! Wir haben Uns euch schon zuvor offenbart, und ihr habt Mich nicht erkannt. Nun gewähren Wir euch abermals Unsere Gunst. Dies ist der Tag Gottes, wendet euch Ihm zu!...
Solltet ihr von Ihm wie durch einen Schleier getrennt sein, so nur wegen eurer Achtlosigkeit und Unwissenheit. Ihr gedenket Meiner, und doch kennt ihr Mich nicht. Ihr ruft Mich an, und doch schenkt Ihr Meiner Offenbarung keine Beachtung...
Zerreißt die Schleier in Meinem Namen und durch die Macht Meiner Souveränität, damit ihr den Weg zu eurem Herrn findet."

(Auszüge aus einem Schreiben Bahá'u'lláhs an Papst Pius IX.)
Ich kannte eine Frau,
welche ich als Mensch mit reinem Herzen bezeichnen würde.

Sie ging durch unglaubliches Leiden.
Aber alles, was sie mir berichtete, berichtete sie ohne jeden Zorn.

Sie war meine Patientin,
starb aber leider an Magersucht.

Schade, wie viele Menschen, die es eigentlich verdienen, als heilig bezeichnet zu werden,
in der Versenkung des Vergessens verschwinden.

Ohnehin finde ich, dass man sich dann die Heiligen, Propheten und Messiase gerne als Bild an die Wände hängt und damit ikonisiert. Dann wird Gebetet: "Heilige(r) ..., bitte für uns Sünder",
und danach wird munter weitergemacht, die Mitmenschen, Mittiere und die Natur mit Füßen zu treten.

Und die ikonisierten Heiligen bleiben ja ohnehin unerreichbar,
weil sie so viel höher als wir sind.
Man braucht nicht versuchen, es ihnen gleich zu tun.

Im Wohnzimmer steht ein HL. Franziskus
und in der Garage ein Auto mit mehr als 8 Liter Verbrauch auf 100 km.

Ich würde das eine Schande nennen.

Schön ist, dass der neue Papst freiwillig auf all die Annehmlichkeiten verzichtet.
Aber so lange noch offener Sexismus in Kirchenämtern herrscht,
bleibt mir diese Organisation suspekt.
_________________
Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
>HIER KLICKEN<
Sören hat folgendes geschrieben:
Lieber Achim, wenn alle Baha'i zusammen mit dem Rest der nichtkatholischen Menschheit in der Hölle landet, dann kriegen wir es noch hin, die Hölle zum besseren Himmel zu machen Oder glaubst du, wir geben auf, nur weil die anderen am Ende Recht hatten?^^

Wenn der Himmel tatsächlich katholisch sein sollte (die Wahrscheinlichkeit sehe ich bei unter 0,1%), würde ich die Hölle auch vorziehen und dort weiter für die Wahrheit eintreten. Ich denke, Jesus Christus würde uns dabei unterstützen.
@PapaLoooo,

Dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein:

In Akká besuchte eines Tages eine Frau aus dem Westen Abdu'l-Bahá und erzählte Ihm alle ihre Sorgen. Abdu'l-Bahá hörte gütig zu, während die Frau ununterbrochen sprach. Es waren keine wirklich großen Schwierigkeiten, aber sie hielt sie für überaus schlimm und unerträglich. Schließlich stand Abdu'l-Bahá auf und entschuldigte sich, Er habe eine andere Verabredung und müsse jetzt gehen. "Aber dort", sagte Er, aus dem Fenster deutend, "geht ein Mann, mit dem ich Sie bekannt machen möchte. Sein Name ist Mirza Haydar Ali. Wir nennen ihn den "Engel des Berges Karmel". Er wandelt auf Erden, lebt aber im Himmel. Er hat viele Leiden ertragen und wird Ihnen darüber berichten".
Abdu'l-Bahá ging in den Garten hinaus und kam in Begleitung von Mirza Haydar Ali zurück. Er stellt ihn der Dame vor und entfernte sich, um zu Seiner anderen Verabrechung zu eilen. Nun begann Mirza Haydar Ali, sich mit der Frau zu unterhalten. In demütiger und liebevoller Art sprach er von dem wundervollen Zeitalter, in dem wir leben und über das Reich Gottes, das nahe sei.
Die Frau hörte zu, mehr und mehr verlor sie aber die Geduld. Nach einer Weile unterbrach sie seine Rede, indem sie einwarf: "Aber Abdu'l-Bahá sagte doch, dass Sie mir über ihre Leiden berichten würden!"
Mirza Haydar Ali sah überrascht auf. "Leiden?" fragte er. "Warum, meine verehrte Dame, ich hatte niemals Schwierigkeiten. Ich weiß nicht, was Leiden sind!"
Zitat:
Mirza Haydar Ali sah überrascht auf. "Leiden?" fragte er. "Warum, meine verehrte Dame, ich hatte niemals Schwierigkeiten. Ich weiß nicht, was Leiden sind!"


Was glaubst Du Achim, warum hat Mirza Haydar Ali das gesagt? Es ist doch bekannt, dass er so viel erleiden musste, das unsereinen womöglich garnicht überlebt hätte?
_________________
******************************************
Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
Was glaubst Du Achim, warum hat Mirza Haydar Ali das gesagt? Es ist doch bekannt, dass er so viel erleiden musste, das unsereinen womöglich garnicht überlebt hätte?

Ich vermute, dass er, wie Abdu'l-Bahá schon sagte, "auf Erden wandelte aber im Himmel lebte". Anders ausgedrückt: Er war wohl so etwas wie ein Heiliger. Ein völlig vergeistigter und ergebener Mensch.

»Man kann glücklich sein in den Verhältnissen des Wohllebens, der Behaglichkeit, des Erfolges, der Gesundheit, des Vergnügens und der Freude; wenn aber jemand glücklich und zufrieden sein kann in unruhigen und harten Zeiten und in Krankheitstagen, so ist dies der Beweis von Seelenadel.«
(Abdu'l-Bahá)

Ich fürchte, dass ich diese Stufe noch lange nicht erreicht habe.
achim56 hat folgendes geschrieben:
Nach meinem Kenntnisstand werden nur (katholische?) Christen heilig gesprochen. Unter all den Milliarden Andersgläubigen gibt es scheinbar keine Menschen, die diese Bezeichnung verdienten.


"Heiligmäßig" ist ein Wert, den die ganze Menschheit teilt - es geht darum durch das Leben der Liebe die Gottesebenbildlichkeit zu erreichen. Es gibt daher sehr viele Menschen quer durch alle Religionen, die dieses Kriterium erfüllen (ohne formal heiliggesprochen zu sein).

Was das Besondere an der Heiligsprechung ist - hier sagt die Kirche, dass dieser Mensch sicher im Himmel ist - und ja, das tut sie nur bei Katholiken, weil wir davon ausgehen, dass hier in dieser Kirche den Menschen alle Gnadenmittel von Gott zu Verfügung stehen - und wenn eine Frau oder ein Mann diese genutzt und im
leben umgesetzt hat es keine andere Möglichkeit gibt, als dass sie oder er am Ziel ist.. Das ist ja das Schöne - es gibt Menschen, von denen wir sicher sein können, dass sie im Himmel sind (die Kirche sagt demgegenüber von keinem einzigen Menschen, dass er sicher in der Hölle ist).

achim56 hat folgendes geschrieben:

Das war also mein Aufschrei aus der Unterwelt!


Finde ich nicht, deine Frage ist berechtigt. Das auf der vorigen Seite unter anderer Autorenschaft Verfasste empfinde ich eher so.

PapaLooooo hat folgendes geschrieben:
Schade, wie viele Menschen, die es eigentlich verdienen, als heilig bezeichnet zu werden,
in der Versenkung des Vergessens verschwinden.


Bei Gott sind sie sicher nicht vergessen.

"Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind." (Lk 10,20)

Der Gedanke von der gnadenhaften, geschenkten Erlösung drückt sich auch im Symbol des "Buch des Lebens" aus. In diesem Buch, das bei Gott ist, stehen die Namen der Erwählten geschrieben (Offb 13,8; Offb 17,8 u. ö.). Beim Endgericht wird es aufgeschlagen und verlesen (Offb 20,12).

Die Heiliggesprochenen der Kirche stehen repräsentativ für diese Schar. Auch als Ansporn und Trost - und als Zeichen, dass Heiligkeit nichts unmöglich Erreichbares ist.
Abdu'l-Baha hat folgendes geschrieben:
Heilige sind Menschen, die sich von der Welt des Stoffes freigemacht und die Sünde überwunden haben. Sie leben in der Welt, sind aber nicht von ihr, weil ihre Gedanken dauernd in der Welt des Geistes weilen. Sie verbringen ihr Leben in Heiligkeit, und ihre Taten zeigen Liebe, Gerechtigkeit und Frömmigkeit. Sie werden aus der Höhe erleuchtet und sind wie helle, scheinende Lampen in den dunklen Plätzen der Erde. Das sind die Heiligen Gottes. Die Apostel, die Jünger Christi, waren genau wie andere Menschen. Gleich den übrigen wurden sie durch die weltlichen Dinge angezogen, und jeder dachte nur an seinen eigenen Vorteil. Sie wußten nur wenig von Gerechtigkeit, und man fand bei ihnen keine göttlichen Vollkommenheiten. Als sie aber Christus anhingen und an Ihn glaubten, wich ihre Unwissenheit der Einsicht, die Härte wurde in Gerechtigkeit, die Unwahrheit in Wahrheit und die Dunkelheit in Licht verwandelt. Waren sie zuvor weltlich, wurden sie jetzt geistig und göttlich. Sie waren Kinder der Finsternis gewesen und wurden Gottessöhne, Heilige! Bemühet euch darum, in ihren Fußstapfen zu folgen, indem ihr alles Weltliche zurücklaßt und danach strebt, ins Geistige Reich zu gelangen.


Ansprachen in Paris 18.4
_________________
"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523