Gott & Teufel


Hallo Reinhard,

Zitat:
Helligkeit und Dunkelheit zusammen ergeben Licht ! Wo Licht ist, da ist eben auch Schatten ! Beides gehört zusammen !


Dem kann ich nicht zustimmen,
denn der Schatten muss dem Licht weichen.
Es ist nicht das Licht das Schatten wirft .....

Kennst du das Buch, "Licht wirft keine Schatten"?


http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3906347621

kann ich nur empfehlen

Gruss
Hallo jivatma,

nein, ich kenne das Buch nicht ! Ich betrachte hier alles Physikalisch ! Licht ist immer und stets ein Gemisch aus Helligkeit und Dunkelheit. Daran gibt es physikalisch nix zu rütteln. Da wo Licht ist, ist auch immer Schatten. Nur da und dort, wo Helligkeit ist, gibt es keinen Schatten !

Gruß

Reinhard

Nachtrag: In der biblischen Schöpfungsgeschichte ist die Rede von einer "Finsternis", die erst verschwand, als Gott sagte: "Es werde Licht !"
Finsternis - was immer das auch philosphisch zu bedeuten hat - ist also eine Art "Naturkonstante". Nur durch Anstrengung gelingt es dem Menschen, diese "Finsternis" zu durchbrechen ! Dort wo Helligkeit ist, da ist auch keine Finsternis !
Hallo Reinhard,

Zitat:
nein, ich kenne das Buch nicht ! Ich betrachte hier alles Physikalisch ! Licht ist immer und stets ein Gemisch aus Helligkeit und Dunkelheit. Daran gibt es physikalisch nix zu rütteln. Da wo Licht ist, ist auch immer Schatten. Nur da und dort, wo Helligkeit ist, gibt es keinen Schatten !


Meistens liegen solche Meinungsverschiedenheiten wie wir sie haben an "Definitionsdifferenzen".

Ein Vedischer Lehrsatz lautet wie folgt:

Gott ist Licht. Unwissenheit ist Dunkelheit.
Wo Gott ist, kann es keine Unwissenheit geben.


Gott ist die Absolute Wahrheit oder Höchste Realität (Paramtattva).
Gott kann niemals verunreinigt werden. Die Absolute Wahrheit ist unantastbar. Im Gegenteil, alles was mit ihr in Berührung kommt wird ebenfalls rein/wissend.

Kürzlich lass ich von einer praktischen Lösung in Afrika wo es um Trinkwasser ging.
Die Leute füllen schmutziges Wasser in Petflaschen und legen diese aufs Hausdach. Dort lassen sie die Flaschen mehrere Tage im prallen Sonnenschein liegen, wodurch das Wasser vollkommen rein wird.

Zitat:
Nachtrag: In der biblischen Schöpfungsgeschichte ist die Rede von einer "Finsternis", die erst verschwand, als Gott sagte: "Es werde Licht !"
Finsternis - was immer das auch philosophisch zu bedeuten hat - ist also eine Art "Naturkonstante". Nur durch Anstrengung gelingt es dem Menschen, diese "Finsternis" zu durchbrechen ! Dort wo Helligkeit ist, da ist auch keine Finsternis !


Ja, es ist die Materie die den Schatten wirft, nicht das Licht.
In den Veden wird die Seele auch als jiva, Funke, bezeichnet. Wenn dieser Funke getrennt vom Feuer (Gott) ist, erlischt er. Wenn der jiva, die transzendentale Seele, in die bedeckende Atmosphäre der materiellen Welt fällt, erlischt seine Leuchtkraft weil er mengenmässig sehr kleine ist. Der jiva wird auch als anu, atomisch klein, bezeichnet. Und Gott wird als vibhum, der Grösste, das Summum Bonum bezeichnet.
Der Vorgang wahrer Religion besteht nicht darin mit einander zu streiten wessen Gott nun den jetzt der "wahre" ist, sondern das jeder anfängt sich mit Gott persönlich in Verbindung zu setzen (ohne "Institution" die die Verbindung für den Einzelnen angeblich übernimmt ).
Die Veden erklären, dass dieser Verbindungsvorgang in unserem Zeitalter der Heilige transzendentale Name (Harinama) des Herrn ist.
Jede Religion hat ihre Namen für Gott, wie Jahwe, Jehova, Buddha, Christus, die 99 Namen Allahs, die Tausend Namen Shri Vishnus oder Hare Krishna, Hare Rama.
Da Gott absolut ist, ist er eins mit Seinen Namen. Er ist nicht verschieden von Seiner transzendentalen Klangschwingung. Somit können sich alle Menschen der Welt mit Ihm wieder in Verbindung setzen.
Dieser Vorgang wird Hari-Nama-Sankirtana genannt, das gemeinsame (san), Singen/Lobpreisen (kirtan), des Herrn (Hari) durch seinen Namen (Nama).
Aber leider kostet dieser Vorgang kein Geld und braucht auch keinerlei Kenntnisse. Und weil damit niemand Geld verdienen kann wird dieser Vorgang leider als wertlos betrachtet.

Bleibt zu wünschen übrig, dass der Mensch anfängt um zudenken ...
Hallo jivatma,

ja - Meinungsverschiedenheiten... Wenn Du eine Skulptur ansiehst - unter wechselnden Beleuchtungsverhältnissen, dann kann es sein, dass diese Skulptur ganz anders auf Dich einwirkt...

Deine Ansichten über Gott sind für mich sehr interessant und ich stimme Dir weitgehend zu - aber ich verstehe nicht Deine Bemerkung über die Institutionen: mir ist keine Religion bekannt, die den direkten Zugang zu Gott verbietet - oder je unterbinden könnte.


Gruß

Reinhard
Hi Jivatma,

kenne auch den Spruch in der Bibel - das Licht unter einen Schemel stellen.

Was sagt Dir diese Aussage?

biogral-micha
Hallo,

heißt es nicht eher "Scheffel" ?
Hallo biogral und Reinhard,

Zitat:
15Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. 16Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
(Mt 5, 15-16)]


ja die obige Stelle aus dem NT ist mir bekannt.

Ich würde sagen hier geht es zuerst einmal um Selbstverwirklichung (ein Licht anzünden). Und wenn es brennt, sollte es sich allen zeigen (Zeugnis ablegen).
Die guten Eigenschaften eines Gottgeweihten zeugen für seinen Herrn. ("an den Früchten könnt ihr sie erkennen")

Laut den Veden basieren die Prinzipien (weltlicher) Religion auf vier Säulen:

dharma = Religion
artha = wirtschaftliche Entwicklung
kama = Sinnenbefriedigung
moksha = Befreiung

Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita:

"Ich bin der Ursprung aller spirituellen und materiellen Welten. Alles geht von Mir aus. Die Weisen, die dies vollkommen verstanden haben, beschäftigen sich in Meinem hingebungsvollen Dienst und verehren Mich von ganzem Herzen." (BG 10.8

In den oberen vier Prinzipien geht es jedoch immer noch um das eigene Wohl. Das ICH und MEIN steht im Vordergrund. Diese "vier Säulen" sollen das menschliche Leben regulieren, auf das sie Fortschritt machen auf dem Weg zur Erlösung.

Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita, dass diese Art der Religion genau betrachtet Betrug ist. Denn sie führt uns nicht zum Wesenskern unseres Selbst.
(die einen versuchen diese Welt zu geniessen ---> dharma, artha, kama; und die anderen sind frustriert weil sie erkannt haben, das es nicht möglich ist in dieser Welt anhaltendes Glück zu finden ---> moksha)

Wer ist der eigentliche Besitzer aller Dinge, einschliesslich unseres Körpers? Unser Körper ist ein Produkt der materiellen Natur und wird nach dem er wieder in seine einzelnen Bestandteile zerfallen ist, wieder in diese eingehen. Und der Besitzer der materiellen Natur ist der Höchste Herr. Aus diesem Grund sollte man dem Herrn mit Geist, Worten und Taten dienen - erst dann können wir ewiges Glück erlangen. ---> "also lasst euer Licht leuchten"

Glücklich können wir nur werden, wenn wir unsere persönliche, ewige Beziehung mit dem Herrn wieder aufnehmen.

Am Ende der Bhagavad-Gita (18.66) kommt Shri Krishna auf den Punkt,
und sagt:

sarva-dharman parityajya mam ekam sharanam vraja
aham tvam sarva-papebhyo mokshayishyami ma shucah


Gib alle Arten von Religion auf, und ergib dich einfach Mir. Ich werde dich von allen sündhaften Reaktionen befreien. Fürchte dich nicht.

Hier erst fängt das wahre Leben an. Wenn der aufrichtige Gottgeweihte sich ergibt und sich im Dienst des Herrn beschäftigt, erlischt auch sein karma aus all seinen vergangenen Leben fast vollständig (sowohl vikarma=sündhafte Handlungen, als auch karma=fromme Handlungen.
Sich im Dienst des Herrn zu beschäftigen ist akarma=Handlungen ohne materielle Reaktionen)

Als Fortsetzung der Lehren der Bhagavad-Gita, gilt das Bhagavata Purana.
Das dort Anfängt wo die Bhagavad-Gita aufhört.
Was ist wirklich Liebe zu Gott? Wie kann ich Liebe zu Gott entwickeln?

Gruss
Zitat:
Was ist wirklich Liebe zu Gott? Wie kann ich Liebe zu Gott entwickeln?


Gute Frage!


Liebe Grüße ,

Herzlich


P.S: an den Teufel glaube ich nicht und schon gar nicht daran, dass es irgendjemand oder irgendetwas gibt, dass Gott ebenbürtig oder gar überlegen ist.
Hallo,

aus meiner (!) Lebenserfahrung heraus - und ich habe schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel - kann ich behaupten, dass sogenannte "Gottesliebende" extrem unsozial sind - oder sein können. Oftmals ganz im Gegensatz zu sogenannten "Atheisten", die oft "menschlich" und "barmherzig" sind - oder sein können.

Irgenwie scheint es ein reales und lebenspraktisches Spannungsfeld zwischen "Gottesliebe" und "Menschenliebe" zu geben - warum ist das so ?

Gruß

Reinhard
Hallo Reinhard,

ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich einen Gedanken zu Deiner Frage beisteuern:

Zitat:
Jeder sieht in der Seele des anderen einen Spiegel der Schönheit Gottes. Und hat er diesen Grad der Ähnlichkeit entdeckt, fühlt er sich in Liebe zum anderen hingezogen.
´Abdu´l-Bahá


Ich finde das sehr lebenspraktisch.

Für mich haben Gottesliebe und Menschenliebe einen hohen Grad der Identität. Wenn das nicht so ist, ist irgendetwas faul, entweder beim Liebenden oder beim Geliebten.

Aber das ist nur meine Meinung.


Liebe Grüße ,

Herzlich

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