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Die Struktur der Seele












Das Strukturmodell der Seele

Entnommen aus "Anatomie der Seele" - Seelenaufbau und Aufgaben

Was "Seele" ist, ist nicht leicht faßbar. Unsere menschliche Vorstellung über die Seele stößt an Grenzen. Dennoch ist es hilfreich, wenn wir versuchen, die grundlegenden Aspekte ihres Aufbaus in einem übersichtlichen Strukturmodell zusammenzufassen.
Da sich unser Verstand am leichtesten an Raummodellen orientiert, ist es unvermeidlich, die Seele räumlich dazustellen. Dies ist jedoch nur eine Hilfskonstruktion. Ein Modell zeigt nur strukturelle Zusammenhänge auf, vermittelt aber das Wesen , das Substantielle nicht.
Um die Nähe zur Wirklichkeit nicht zu verlieren, soll zunächst erörtert werden, in welchem Sinne die Seele "räumlich" wiedergegeben werden kann.



Räumlichkeit und Unräumlichkeit der Seele

Die Seele ist an sich unräumlich.
Sie hat keine räumlichen Grenzen und ist nicht ortsgebunden.

Es gibt allerdings nicht eine einzige Seele, die vorbehaltlos unräumlich ist: die Seele Gottes. Sie ist die einzige Seele, die es im strengen Sinne gibt. - Gottes Seele ist in der Tat grenzenlos, das heißt unendlich und nicht raumgebunden: Sie befindet sich überall.

Damit ist unsere menschliche Vorstellung von der Unräumlichkeit der Sele bereits an ihr Ende gelangt. Denn sobald wir über jene Seelen nachdenken , die nicht mit Gottes Seele identisch sind, geraten wir in räumliche Vorstellungen.

Alle Gruppen - und alle Einzelseeln sind "Funken" aus Gottes Seele. Wir können sie uns als "Verdichtungen" in der unendlichen Seele Gottes vorstellen. - Die "Substanz" jeder Gruppen - und Einzelseelen ist Schwingung. Diese ist ihrer Ranghöhe gemäß und hat eine - ihrem Entwicklungsniveau entsprechende - Ausstrahlung.

Wir können uns also die Seele als Punkt denken, der zwar (im geometrischen Sinne) als raumlos gilt, als Schwingungszentrum jedoch ausstrahlt.
Infolge ihrer Ausstrahlung "dehnt" sich die Seele aus: sie wird "räumlich".

Ihre Räumlichkeit ist jedoch spzieller Art. Sie ist nicht materiell-räumlich - wie etwas der physische Leib - begrenzt, sondern dadurch, daß die Intensität der Ausstrahlung "irgendwo" abnimmt und allmählich ausklingt.
In diesem - und nur in diesem - Sinne gibt es eine "Raumgrenze" für die Seele und somit für die feinstofflichen Leibarten. Die Seelen verdrängen sich also nicht, wie das die physischen Leiber der Lebewesen und des Menschen tun. Sie können vielmehr mit ihren feinstofflichen "Leibern" ineinander "fließen" und dieselbe Raumstelle einnehmen. Bereits die Scholastiker hatten die Möglichkeit erwogen, daß sich auf einer Nadelspitze gleichzeitig viele Engel - nicht neben- , sondern ineinander - befinden können. (Thomas von Aquino verneint allerdingt eine solche Annahme; vgl. FB:Scholastik.)

Die Seele ist also nicht materiell-räumlich , nur ihre Ausstrahlung hat einen Wirkungsbereich , der räumlich begrenzt ist. Daher können Seelen ineinander liegen und deshalb kann eine große Seele mehrere, sogar viele Einzelseelen in sich aufnehmen. So umfassen die Gruppenseelen unzählige Einzelseelen, und aus diesem Grunde kann sich jede Einzelseele unserer Menschheit als ein Teilchen oder eine "Zelle" im Lichtleib JESU betrachten.

Die "räumliche" Größe einer Seele hängt also von ihrer Strahlkraft ab , und diese wiederum von der erreichten Entwicklungshöhe oder - bei Engeln - von ihrer Ranghöhe. Eine weit entwickelte menschliche Seele ist wesentlich "größer" als der materielle Raum , den ihr physischer Leib auf Erden einnimmt, und fortgeschrittene Seelen, die sich nicht mehr inkarnieren, oder Geistige Führer und die Himmlischen sind ebenfalls wesentlich größer als jene Gestalt, in der sie Menschen erscheinen.
Sie erscheinen uns Menschen , als wären sie materiell-räumlich begrenzt, weil wir sie in unserer Eingeschränktheit nur auf diese Weise wahrnehmen und erkennen können. Erscheint ein Engel, eine Himmlische Wesenheit (z.B. JESUS oder MARIA) uns Menschen annähernd in wahrer Größe, so sehen wir nur helles, oft grelles oder sogar unerträglich starkes Licht, aber keine Gestalt. Und wenn wir mit Gott selber in Kontakt treten dürfen, so können wir ihn erst recht nicht in seiner wahren Größe : in seiner Unendlichkeit erleben, sondern nur in seiner "Konzentration" auf eine "Stelle" , von der aus er uns anstrahlt und sich erleben läßt. Die "Stelle" aber ist nur in einem sehr weiten Sinne "räumlich" aufzufassen, denn sie befindet sich auch dann in unserem Herzen, wenn wir das Gefühl haben, Gott "stünde" über uns oder vor uns.

Man muß sich also vor Augen halten, in welchem Sinne hier "Räumlichkeit" gemeint ist, wenn man versucht, ein "Raummodell" zu schaffen, mit dessen Hilfe die Struktur der Seele verständlich werden kann.
Die "Seelenkugel"

Die wesentlichen Strukturelemente der Seele sind die "Seelenschichten", die Seelenbereiche und die Leibarten. - Die Seelenbereiche werden gebildet vom Bewußtsein , vom Unbewußten und von der Licht- und der Schattenseite. -
Die Leibarten gehören deshalb zu den Strukturelementen, weil die Materie ein Abkömmling der Seele und der Leib ihre "Hülle" ist.

Es gibt zwei Arten von Seelenbereichen. Die ersten weisen verschiedene Grade an Bewußtheit, die zweiten verschiedene Grade von Helligkeit auf. die beiden Arten liegen ineinander , befinden sich also "räumlich" an derselben "Stelle": Sie füllen die ganze Seele aus. Sie sind jedoch - bis gegen Ende der änonischen Entwicklung - voneinander unabhängig.

Sucht man nach einem Modell, mit dessen Hilfe die Struktur der Seele verdeutlicht werden kann, so kann sie - mit Vorbehalt - mit einer Kugel verglichen werden. Ein solches Modell ermöglicht es, die gegenseitige Beziehung zwischen den Schichten und den einzelnen Abschnitten in den beiden Bereichen der Seele darzustellen.
Wird die "Seelenkugel" von Ebenen geschnitten, die senkrecht zur Kugelachse stehen, erhält man die Seelenschichten (Segmente) . Wird sie von Ebenen geschnitten, welche die Kugelachse enthalten, so entstehen Abschnitte oder Sektoren in beiden Seelenbereichen.

Diese zweifache Aufteilung kann am einfachsten wie folgt veranschaulicht werden: Schneidet man eine Apfelsine quer zu den Schnitzen auf, so entstehen Scheiben, welche Ausschnitte aus sämtlichen Schnitzen enthalten, diese sind die Seelenschichten; die Schnitze selbst sind die Sektoren der beiden Bereiche.

In jeder Seele gibt es sieben Schichten. - Die beiden Arten von Bereichen und die in ihnen enthaltenen Sektoren , die sich nach ihrem Bewußtseinsgrad bzw. nach ihrem Helligkeitsgrad unterscheiden, gehen durch alle sieben Seelenschichten hindurch. In allen Schichten gibt es Anlagen , die schon bewußt gemacht worden sind, andere sind noch unzugänglich, das heißt unbewußt. - Ebenso ist es mit dem Bereich der Helligkeit . Die Anlagen einer jeden Seelenschicht können sowohl zum Guten als auch zum Bösen gebraucht werden.

Je nachdem wie sie gebraucht werden, liegen sie in einem helleren oder dunkleren Sektor. sowhl im bereits bewußt gemachten Bereich der Seele (z.B. im Wachbewußtsein) als auch im Unbewußten gibt es helle und dunkle Stellen , das heißt Sektoren.

Je höher sich ein Mensch entwickelt, desto differenzierter wird seine Seele und umso weitergehend verändern sich die Bereiche und umso differenzierter werden die Sektoren. Nähert sich der Mensch dem Abschluß seiner äonischen Entwicklung, so gleichen sich sowohl die beiden Arten von Bereichen als auch die Sektoren immer mehr an. Der Bewußtseinsgrad steigt in immer mehr Sektoren der ersten Art, letzten Endes in allen; die der anderen Art werden immer heller, um schließlich einen einzigen Bereich zu bilden, der die ganze Seele einnimmt und restlos vom Licht durchstrahlt ist.
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