Jesus


Was taten die Menschen damals, als sie seine Worte hörten und ihm keinen Glauben schenken konnten?

Sie töteten ihn.
Sie kreuzigten ihn.

Was tun die Menschen heute, wenn sie die Worte eines anderen nicht verstehen und ihnen keinen Glauben schenken können?
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Kannst du die Farbe des Glücks mit deinem Herzen hören? (Carine Naramudi) www.CarineNaramudi.de
Liebe Karin, Du kannst aber nicht erwarten, daß alle an Jesus so glauben, wie Du - es ist ein interreligiöses Forum - jeder kann dem anhängen, woran er/sie glaubt - mir ist der Jesus, an den glaubst, nicht so , in der Form, gegenwärtig wie Dir.

Und vielleicht glaube ich anders - sicherlich - als Du - vielleicht hat Jesus für mich eine andere Bedeutung als für Dich.

Nur weil jemand an Jesus nicht in der gleichen Form glaubt wie ein anderer, muß er nicht böse oder schlecht sein.

Hier wird eigentlich alles zugelassen - jeder darf seine Glaubenssätze formulieren - aber trotz allem, was bereits geschrieben wurde - so glaubt jeder Teilnehmer doch, was ihm gefällt oder wo er sich hingezogen fühlt.

Das muß nicht Jesus sein, kann es aber - stehen viele Möglichkeiten offen.

Versuche doch einmal, es gelassen zu sehen -
Gabriele, versuche doch einmal zu lesen, was da steht und nicht etwas hineinzuinterpretieren, was nicht da steht.
Hallo Gabriele,

Also, vielleicht liege ich falsch, aber ich glaube Karin hat es eher als Parabel gemeint.

Wenn zum Beispiel Karin etwas sagt und jemand anderer versteht das nicht, bzw. ist andere Meinung, dass ihre Worte dann "schlecht" geredet werden.
Es kommt immer darauf an, wie man seine Meinung vertritt. Man sollte nicht jemanden, der eine andere Ansicht vertritt vorführen oder mit "Worten mundtot" machen

So habe ich das verstanden.
Jeder soll selbst schauen, wie er handelt, was er sagt, wenn er auf jemanden trifft, der eine andere Meinung hat.

Will ich ihn dann mundtot machen?
Lasse ich nur meine eigene Wahrheit gelten?
Kreuzige oder mobbe ich ihn?
Bin ich GEGEN ihn?

Wie verhalte ich mich? Ist mein ICH das wichtigste und muss verteidigt werden? Muss überhaupt etwas verteidigt werden?

Kann nicht einfach jemand etwas schreiben und ein anderer schreibt seine Meinung? Kann man das nicht einfach so stehen lassen und darüber nachdenken?

Muss das Licht der anderen Laternen gelöscht werden, damit das eigene Licht heller scheint?
Irgendwie fahren wir wohl alle auf verschiedenen Gleisen - wichtig ist, man kommt an
Zitat:
Was tun die Menschen heute, wenn sie die Worte eines anderen nicht verstehen und ihnen keinen Glauben schenken können?


Ich sehe, was die Menschen im nahen Osten tun, die Juden, Muslime und Christen. Ich kann mir also vorstellen, was religiöse Menschen zum Teil tun.

Wir bewussten Atheisten versuchen, über den Verstand zu einer Diskussion und zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Dabei kann es hart zur Sache gehen, aber Worte können einen nicht so leicht verletzen, wenn man es nicht zulässt. Das sieht mit Nägeln und Raketen ganz anders aus.

Es waren ja nicht die Atheisten der damaligen Zeit, die Jesus kreuzigen ließen, sondern die besonders Frommen!

Edit: Ich will damit nicht behaupten, dass nicht auch Atheisten Kriege führen können, sie haben nur weniger Motivation, dies aus einem religiösen Glauben heraus zu tun, den sie ja nicht haben.
Die wenigen, die was davon erkannt,
Die töricht genug ihr volles Herz nicht wahrten,
Dem Pöbel ihr Gefühl, Ihr Schauen offenbarten,
Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.
(Goethe, Faust I)
Vieles wird von Menschen vereinfacht dargestellt, so nach ihrem eigenen Gustos. Aber daß alles viel vielschichtiger ist - begreifen sie erst, wenn sie sich ein paar Gedanken mehr machen und wenn sie auch die Dinge annehmen, denen sie ablehnend gegenüberstehen.

Nehmen wir kurz aus dem Abschnitt "Die Erfahrung der Licht - und der Schattenseite" folgende Zeilen.

"Der Mensch muß jedoch beide Seiten seiner Seele erfahren. Damit er sie erfahren kann, muß er sie ausleben. Er mußt natürlich nicht nur die Schattenseite, sondern auch die Lichtseite seiner Seele erleben können. Er wird sie immer wieder erleben, damit der Kern seines wahren Wesens : das Göttlliche in ihm, jeweils zum Leuchten kommt. Das Göttliche wird immer wieder in ihm aufleuchten, denn nur so sieht er sich darin bestärkt, daß er seiner Berufung , ein menschlicher Mensch zu werden, folgen kann. Glaubt er daran,daß er seine Bestimmung erreichen kann, so wird er ermuntert, den langen und beschwerlichen Weg weiterzugehen. - Im Gegenzug muß er aber auch seine Schattenseite ausleben, um erfahren zu können, was an Dunklem in seiner Seele noch vorhanden ist. er mußt die Dunkelheit erfahren, damit er sie erhellen kann. "usw.

Solange der Mensch auf einer Stufe der Veinfachung im Denken stehen bleibt, wird er vieles nicht verstehen, und sich immer in der Opferrolle sehen und sehen wollen. Die da - und nicht ich - sind immer schuld.
Wenn wir aber alles mal waren ,dann sieht vieles schon anders aus. Dann kommen wir immer wieder in die Täter- und Opferrolle. Und was uns am meisten an anderen stört, das ist auch in uns - uns aber unbewußt, je weniger man sich um das Thema bemüht oder je mehr man gefangen ist in einer Denkweise, die nichts anderes zuläßt. So bleibt man wie in einem Kreis gefangen, weil nur das angenommen wird - was machbar, sehbar, anfaßbar und resultierbar ist - sein darf - ein Zulassen auf ein Mehr - eine Erweiterung von überdimensionaler Objektivität - das fehlt - zulassen und erkennen - das ist wohl die Forderung der Zukunft.

Aber so, wie es für viele richtig und gut erscheint, muß es denn auch so sein - wie sie es glauben mögen oder wollen.

Ich aber mag mehr - also lasse ich erst mal zu und schau mir an - danach kann ich entscheiden, weil ich in der Realität vergleichen kann, ob stimmt, was ich da lese - das erweitert den Blick - auch den inneren.

Nichts für ungut.

Zitat:
Vieles wird von Menschen vereinfacht dargestellt, so nach ihrem eigenen Gustos. Aber daß alles viel vielschichtiger ist - begreifen sie erst, wenn sie sich ein paar Gedanken mehr machen und wenn sie auch die Dinge annehmen, denen sie ablehnend gegenüberstehen.


Das stimmt. Als ich noch gläubig war, habe ich den Atheismus total abgeleht, er war für mich völlig unvernünftig. Als ich dann nächtelang mit einem Freund darüber diskutiert habe, einem Atheisten von Geburt an, da habe ich bemerkt, dass ich es mir zu einfach gemacht habe: Ich habe geglaubt, im Recht zu sein, nur hatte ich keine guten Argumente dafür.

Da habe ich dann angefangen zu lesen und zu diskutieren und mich zu bilden. Und die Dinge wurden immer komplizierter und die Argumente vielschichtiger - und die verschiedenen Glaubensrichtungen, denene ich begegnet bin (auch unter Christen) wurden facettenreicher.

Und schließlich - man muss die Argumente beider Seiten kennen, ich kannte nur die der Gläubigen - habe ich angefangen, auch der Gegenseite zuzuhören, um es neu abzuwägen.

Und siehe da - ich kannte nur die Argumente, die für Gott sprachen, aber keine, die sich gegen Gott richteten. Die für Gott waren schlicht, die gegen Gott schon etwas komplizierter, sie zu verstehen erfordert mehr als "einfaches Denken" (das ist der Grund dafür, dass Atheisten meist - im Durchschnitt - über eine höhere Bildung verfügen als Gläubige, siehe das Buch von Shermer "How we believe").

Wenn man bei Amazon nach Büchern sucht, die für Gott und das Christentum, für den Glauben sprechen, so findet man ca. 8.000 Bücher, sucht man nach Werken über den Atheismus, so findet man ganze 70 - davon die Hälfte von Christen, die den Atheismus kritisieren und schlecht reden.

Heute, da ich Atheist bin, lese ich etwa zur Hälfte Bücher über den Atheismus und zur anderen Hälfte Schriften, die für Gott argumentieren. Das einfache Denken habe ich längst aufgegeben. Und deswegen wurde ich Atheist.

Die meisten Christen wissen wenig über ihren Glauben - eine meiner Lieblingsfragen, wie das zehnte Gebot lautet, das auf den Steintafeln stand, die Mose beim dritten und letzten Besuch vom Berg Sinai mitbrachte, konnte noch kein Christ richtig beantworten, auch dann nicht, wenn man ihm zehn Versuche gibt und auch sehr vage Antworten akzeptiert (um welchen Sachverhalt geht es in etwa, geht es um Menschen oder Tiere oder beides?).

Aber welcher Christ hat die Bibel schon komplett gelesen, von Anfang bis Ende? Ich habe es getan, aber ich bin ein Atheist, weil ich es mir nicht einfach gemacht habe.

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