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Interessantes Thema
Ich wollte schon sehr lang einmal Meditation versuchen, irgendwie wusste ich aber nie "wie". Am Montag habe ich es das erste Mal versucht. Wir waren insgesamt zu dritt. Aber ich kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren soll? Erst ist mein Bein eingeschlafen und dann hab ich es nicht geschafft meine Gedanken aus dem Kopf zu bringen. Die beiden anderen haben gemeint ich sollte sie einfach ziehen lassen, mich auf ein Mantra konzentrieren. Aber WIE ich würde gern wissen wie ich es schaffen kann meine Gedanken nicht "tiefer" zu denken und sie ziehen zu lassen?
Wäre für jeden ernst gemeinten Ratschlag dankbar, Mira
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Liebe Mira,
zuerst ist es wichtig, dass man eine Körperhaltung einnimmt, mit der man stundenlang sitzen kann, ohne dass einem das Bein einschläft. Die buddhistische Haltung mit den eingeschlagenen Beinen ist nicht jedermanns Sache, man muss sie von klein auf (oder sehr lange) einüben. Wichtig ist beim Meditieren der gerade Rücken, der sich von alleine trägt. Ich sitze auf einem Stuhl, achte darauf, dass von den Beinen abwärts immer 90° Winkel sind, also gerade Oberschenkel, gerade Unterschenkel, die Füße gerade. Die Füße sollen ungefähr eine gute Handbreit auseinander stehen. Kipple dann ein bißchen auf dem Becken hin und her und nimm eine Haltung ein, wenn das Becken leicht nach vorne gekippt ist. Achte auf gerade Schultern, lege die Hände auf die Oberschenkel wie die ägyptischen Pharaonen, halte den Kopf so, als wolltest Du weit in die Ferne schauen, nimm das Kinn ein bißchen zurück, so dass die HWS gerade ist.
So. Auch diese Haltung musst Du üben. Die erste Übung, bevor es ans Meditieren geht, ist dann, alle Muskeln zu lockern, beginnend an den Fersen, dann aufsteigend, stell Dir vor, ein Strahl göttlichen Bewusstseins gleitet beginnend von den Füßen durch Deinen Körper und erfüllt ihn mit Licht. Dabei lösen sich - meistens - die Verkrampfungen.
Dann kommt es darauf an, welche Art von Meditation Du ausüben willst.
Zur Gedankenleere. Die gelingt uns Westlern erstmal nicht. Ich habe jahrelang täglich Stunden geübt, bis ich es ansatzweise manchmal konnte.
Aber Du solltest das auch nicht erzwingen. Lass einfach alles fließen. Sieh zu, was da geschieht in Deinem Kopf. Ich stelle mir vor, ich sei ein großer massiger Berg, an dem die Wolken vorbeiziehen. Ich stehe hier schon seit Millionen Jahren und sehe zu, was geschieht. Ich habe alle Zeit der Welt, nichts berührt mich.
Die Wolken ziehen an mir vorbei wie meine Gedanken. Ich sehe zu, beobachte, was für Wolken, Gedanken da kommen. Ah ha, der letzte Konflikt mit meinem Liebsten ist gerade präsent? Ah ha. Ich bin der Berg, die Gedanken ziehen.
Komm dann immer wieder auf die Beobachtung des Atems zurück, oder sage ein Mantra. Dann schweifen die Gedanken wieder ab. Beobachte sie. Wenn Du merkst, dass Du wieder bei Deinen Gedanken bist, dann sei wieder der Berg oder sei im Atem oder im Mantra. Lass alles fließen, wie es fließt.
Dieses Geschehenlassen dessen, was geschieht kann zur reinen Wonne werden.
Probier es. Üb es. Hör nicht auf, wenn es nicht gleich klappt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich am Anfang Muskelzucken hatte, alles tat mir weh, vor allem der Rücken, ständig war ich in Gedanken bei der Uhr, wie lange muss ich denn noch?
Heute kann ich Stunden sitzen in Meditationshaltung und bin weit weg im reinen Glück.
Es lohnt sich, glaub mir das.
Inanna
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Vielen, vielen Dank für deine ausführliche Antwort, liebe Inanna
Ich werde auch nicht aufgeben, am Montag gehe ich wieder hin und sobald ich auch privat einen Ort finde ,an dem ich in Ruhe sein kann, werde ich es auch dort alleine versuchen.
Deine Ratschläge werde ich beherzigen und ich danke dir wirklich sehr für deinen ausführlichen Text. Es hat mich bestätigt in meinem denken, dass es einfach etwas mehr Zeit braucht dazu. Die werde ich mir auch erlauben.
Dankeschön, es grüßt dich ganz lieb die Mira
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