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Tibet












Liebe Joop,
die letzten zwei Tage mußte ich ziemlich intensiv arbeiten, konnte gar nicht ins Internet. Aber jetzt!

Dir ist ziemlich übel mitgespielt worden, und ich kann gut verstehen, dass Du kein Vertrauen mehr in die Welt hast und auch "Helfer" als Verfolger ansiehst. (Und ich gebe zu, dass es welche gibt, die nicht viel Einfühlungsvermögen haben und halt ihren Job machen)

Ich glaube auch, Martin hat Recht, Du brauchst einen Wechsel, etwas Neues, auch im äußeren Leben.

Und ich spüre, dass Dir nur durch göttliche Liebe geholfen werden kann. Und da weiß ich eine schöne Übung, die Du bekommst, wenn Du die Übung von Martin so oft (eine Woche!) gemacht hast, dass sie zu Deinem Alltag zählt und nichts Besonderes mehr ist. Dann kommt eine neue Übung, die du auch so lange machst, bis sie zu Deinem Alltag zählt ... Auf diese Weise sammeln wir kleine Lichtpunkte, bis es hell wird in Deinem Leben.

Wollen wir doch mal sehen, ob wir das nicht schaffen mit vereinten Kräften und mit vereinter Liebe!

Und wann fährst Du nach Tibet? Und wann essen wir Eis? Das meine ich im Ernst: ich will mit Dir Eis essen gehen, das muß nicht heute oder morgen sein, ich hab da alle Zeit der Welt. Aber irgendwann will ich Eis essen gehen mit Dir.

Und das größte Geschenk, das Du mir - uns! - machen konntest, ist, dass Du jetzt, wenigstens jetzt, ein bißchen leben möchtest. Noch nicht gehen willst, dem Leben noch eine Chance geben möchtest. Danke Dir, Du Liebe! Das Leben kann so schön sein, und irgendwann wirst auch Du das sehen, davon bin ich ganz fest überzeugt.

Als ich 17 Jahre alt war (lang, lang ists her!) gingen die anderen tanzen, und ich hatte ständig Schmerzen, konnte nur mit Krücken laufen und war einsam und todunglücklich. Irgendwo las ich, dass man sich jeden Tag etwas aussuchen soll, an dem man sich freut. Und dann würde sich das ganze Leben verändern. Theoretisch konnte ich das nachvollziehen. Also schaute ich mich um in meiner Welt und suchte, wo etwas sei, das mich freuen könnte. Ich fand nichts. Ich fand einfach nichts. Dann fuhr ich schließlich täglich mit der Zahnradbahn in Stuttgart vom Fernsehturm hinunter ins Tal und freute mich verbiestert über die schöne Aussicht.

Das war der Anfang. Vor vielen Jahren. Heute bin ich glücklich.

Inanna
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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