Nicht fähig zu lieben


So, dann reiß ich hier auch mal wieder ein neues Thema an.
Ich bin jetzt fast 21 Jahre alt und ich glaube, dass ich noch nie einen anderen Menschen wirklich geliebt habe. Jetzt mal dieses schwärmerische, ich kann ohne ihn nicht leben-Verliebtsein und so ausgeschlossen
Ich kann Leute mögen, an ihnen liebenswertes finden und für Jungs auch schwärmen aber sobald jemand mir zu nahe kommt, wandelt sich meine Einstellung der Person gegenüber meist schlagartig. Auf einmal finde ich, dass der Junge eingentlich total komisch ist, komisch redet, komisch aussieht, blöde Witze macht und mir kommt es so vor als ob auch niemand sonst ihn leiden kann. Ich möchte auch nicht mit ihm zusammen gesehen werden. Es ist komisch, so lange ich mit jemanden nur platonisch befreundet bin, kann ich alle möglichen Schwächen "akzeptieren", aber sobald die Beziehung zu einem Jungen enger wird, kann ich ihm seine "Fehler" aufeinmal nicht mehr verzeihen und ich stoße ihn von mir weg.
Ich frage mich jetzt, bin ich einfach zu unreif, wird das irgendwann besser und ist es vielleicht ganz normal, dass man sich in dem Alter nicht fest binden will, oder stimmt da irgendwas nicht?
Naja, seltsamme Fragen stelle ich hier wieder aber vielleicht findet sich ja jemand, der was dazu sagen will...
Viele Grüße
Zuzi
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"Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da"
Ich denke du bist einfach noch nicht dem Richtigen begegnet.

Wenn der kommt, kannst du dann auch über die "Fehler" hinwegsehen.

Und das hat auch nichts mit Unreife zu tun. Im Gegenteil. Unreif wäre es, wenn man mit jemanden zusammen ist, den man nicht wirklich mit allen seinen persönlichen Eigenheiten akzeptieren kann.
Meine Meinung: bei dir stimmt alles ...


Liebe Grüße
Kiki
Liebe Zuzi,
könnte es sein, dass Du Angst vor einer engen Bindung hast?
Falls es so ist, dann laß Dir einfach Zeit. Die Liebesfähigkeit kann wachsen, Du kannst sie erproben und üben, indem Du alles mögliche versuchst zu lieben: eine Landschaft, eine Blume, ein Tier - dich selbst!
Irgendwann kannst Du es dann auch einem Mann gegenüber, der Dir gefällt.
Inanna
ich denke genauso wie die anderen, liebe zuzi. du bist noch jung, amn sammelt erst erfahrungen, lernt das andere geschlecht kennen, will erobern und erobert werden - bei mir war das früher genauso wie bei dir. aus der ferne oder in einer freundschaft fand ich den typen toll - sobald er sich in mich verliebt hat, fand ich ihn langweilig und blöd. ... aber das ändert sich im laufe der zeit, laß es einfach auf dich zukommen. irgendwann verliebst du dich total in jemanden und hinterfragst NICHTS, weil es einfach nur liebe ist. hab geduld!
Hallo Zuzi

Ich schliesse mich all dem bisher Gesagten an und bringe noch eine etwas philosophische Betrachtungsweise ein.

Wir alle sind nicht fähig, wirklich zu lieben - Liebe, wie wir sie leben, ist immer an Bedingungen geknüpft, seien sie noch so verborgen und uns selbst nicht bewusst: Wir erwarten, dass der Geliebte so und so ist, sich so und so verhält usw. Wahre Liebe liebt aber bedingungs-los (= ohne Bedingungen).
Damit will ich nicht sagen, dass man sich dem erstbesten, der einen will, hingeben soll mit dem Gedanken, dass wenn man keine Bedingungen stellt, jeder eigentlich der Richtige sein könnte

Warte, liebe Zuzi, bis dein Herz vor Liebe zu zerspringen droht, du Schmetterlinge im Bauch hast, die Sehnsucht nach dem Geliebten dich verzehrt ... dann ist der Richtige gekommen, mit dem du eine Beziehung aufbauen kannst. Und das erfordert dann bedingungs-lose Liebe, soll die Beziehung beide glücklich machen und von Dauer sein.
Ich zitiere zum Abschluss einen Text, den mir vor vielen Jahren ein Freund gegeben hat, ich weiss leider nicht woher er stammt.

"Ich möchte
Dich lieben ohne Dich einzuengen,
Dich wertschätzen ohne Dich zu bewerten,
Dich ernst nehmen ohne Dich auf etwas festzulegen,
zu Dir kommen ohne mich Dir aufzudrängen,
Dich einladen ohne Forderungen an Dich zu stellen,
Dir etwas schenken ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
von Dir Abschied nehmen ohne Wesentliches versäumt zu haben,
Dir meine Gefühle mitteilen ohne Dich für sie verantwortlich zu machen,
Dich informieren ohne Dich zu belehren,
Dir helfen ohne mich einzumischen,
mich um Dich kümmern ohne Dich verändern zu wollen,
mich an Dir freuen, so wie Du bist."

So sollten wir eigentlich allen Menschen begegnen ...

Herzlichst,
Ibnatulbadia
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Spiritualität findet im Alltag statt.
Liebe Zuzi, bei dem folgenden spreche ich aus eigener Erfahrung:

Bevor ich 24 Jahre war, war ich unfähig zu lieben.
Zu lieben heißt, sich verletzlich zu zeigen.
Ich fühlte mich beim andern Geschlecht nie verstanden.
Ich war mir nie sicher, solle ich mein Leben wirklich mir einer Frau verbringen oder vielleicht Mönch werden.
Für einem Mönch war ich aber zu kritisch gegenüber der Kirche eingestellt.
Insgeheim wurde meine Sehnsucht nach einer Frau enorm groß.
Dies konnte ich mir allerdings nicht eingestehen.
Ich reagierte sehr zurückweisend auf Frauen, entwickelte sogar eine Aversion.
Andererseits war ich ein Mann, der Zugang zu Frauen fand, die nichts mehr mit Männern zu tun haben wollten.
Ich konnte z.B. mir einer Frau, die sehr unter Ängsten litt, bei tiefdunkler Nacht quer durch den Wald gehen, woraufhin dich ihre Ängste deutlich verbesserten.
Mit vierundzwanzig erkannte ich schließlich, dass mein Herzchakra völlig verschlossen war.

Dann kam die Suche nach Gott. Ich flehte Gott tagelange an, mir doch bitte mein Herz zu öffnen.
Etwa ein Monat, bis Gott meiner Bitte nachkam.
Aber in einem Ausmaß, das ich niemals erwartet hatte:
Mein Herzchakra dehnte sich in die Unendlichkeit aus.
Ich erfuhr die ganzheitliche Liebe Gottes.
Mit einem mal liebte ich alle Menschen auch denjenigen, der mich mal bewusstlos geschlagen hat.
Mit einem Male hatte ich eine Ausstrahlung, dass ich mich vor Frauen fast nicht mehr retten konnte.
Ich reagierte allerdings immer noch abweisend.
Meine Liebe galt allen Menschen, meine Liebe galt Gott.
Und ich war mitten im Reisen, meine Reisen dauerten einige Jahre an, und wollte meine Freiheit nicht gefährden.

Erst als ich über 30 Jahre alt war, fand ich eine Freundin, die allerdings keine Kinder wollte.
Wir trennten uns in Freundschaft, dann fand ich meine jetzige Frau. Nachdem wir uns in halbes Jahr kannten, heirateten wir.

Mein Herz ist nach wie vor offen. (Mal mehr mal weniger)
Ich hatte eine Arbeitsstelle, in der sehr viel gemobbt wurde.
Ich konnte nicht anders, als diese Menschen auch zu lieben.
Ich weiß, dass ich auch immer die anstrahlte, die mir schlechtes wollten.
Ich weiß auch, dass das diese Menschen noch mehr provoziert hat und sie ihre Anstrengungen mich herauszumobben verstärkten.
Sie haben es auch geschafft. Ich bin ihnen so dankbar!

Zuzi, glaube daran, Du kannst lieben, Du musst dich nur daran erinnern, dass Du es bereits konntest.
ich kann zwar gut lieben aber nich so gut mit der liebe umgehen =(
ausversehen rutscht mir ein wort aus oder ich habe zu viel gesagt...
hey,
ich denke mal das für dich einfach noch nicht der richtige zeitpunkt gekommen ist, sich für was festes einzulassen.

kann mir auch vorstellen das du bei jeden jungen den du triffst, immer diese gedanken im kopf hast die du uns grade erzählst hast und du dich deswegen vielleicht nicht richtig darauf einlassen kannst. du lehnst die menschen vielleicht zu früh ab aus igrend einer angst vielleicht sowieso nie die richtige person zu finden oder derer auch nciht gerecht zu werden. ´

vielleicht musst du versuchen den menschen mehr zeit zu geben und nicht gleich die schlechten dinge an ihn zu sehen, sondern versuchen einfach mal drüber weg zu schauen. dann wird sich deine meinung vielleicht ändern.

hoffe du kannst einbisschen über meine worte nach denken und findest in ihnen vielleicht etwas wieder womit du dich vergleichen kannst.

liebe grüße und alles gute fairytale