|
|
|
Was ist eigentlich Religionskritik ?
Wer hätte nichts an der Religion zu kritisieren ? Oft sind es einzelne Erscheinungen der Religion (z. B. bestimmte Moralvorstellungen), die wir kritikwürdig finden. Aber manchmal wird die Religion selbst oder der Gottesgedanke in den Mittelpunkt der Kritik gestellt. Gibt es Gott wirklich oder ist Gott und die Religion eine Erfindung unaufgeklärter Menschen?
...
.
Der Gang der Religionskritik durch die Geschichte erscheint als fortschreitende Beseitigung der Götter aus dem Geschehen in der Natur und der Welt. Am Ende dieses Prozesses der Säkularisierung (Verweltlichung) scheint Gott und Religion immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben und zur Erklärung der Welt verbannt zu werden.
In dem Maß, wie Götter und Geister für die Welterklärung überflüssig wurden, richtete man den Blick auch auf das Zustandekommen von Gottesvorstellungen selbst. Schon die Griechen (so Demokrit, ung. 470-380 v.Chr.) bezeichneten die Angst des Menschen vor Bestrafung nach dem Tod und die Furcht vor außergewöhnlichen Naturerscheinungen als Ursprung des Götterglaubens.
http://www.dober.de/religionskritik/
|
|
|
|
Religion als Vergegenständlichung des menschlichen Wesens
Und hier gilt daher ohne alle Einschränkung der Satz: Der Gegenstand des Menschen ist nichts anderes als sein gegenständliches Wesen selbst. Wie der Mensch denkt, wie er gesinnt ist, so ist sein Gott: so viel Wert der Mensch hat, so viel Wert und nicht mehr hat sein Gott. Das Bewusstsein Gottes ist das Selbstbewusstsein des Menschen, die Erkenntnis Gottes, die Selbsterkenntnis des Menschen. Aus seinem Gotte erkennst Du den Menschen, und wiederum aus dem Menschen seinen Gott: beides ist eins. Was dem Menschen Gott ist, das ist sein Geist, seine Seele, und was des Menschen Geist, seine Seele, sein Herz, das ist sein Gott: Gott ist das offenbare Innere, das ausgesprochene Selbst des Menschen; die Religion die feierliche Enthüllung der verborgenen Schätze des Menschen, das Eingeständnis seiner innersten Gedanken, das öffentliche Bekenntnis seiner Liebesgeheimnisse.
|
|
|
|
Weltweite Proteste in der katholischen Kirche
Pinochet und Welby: Wer darf beerdigt werden?
Vorschau 1/2007: Veränderungen können Hoffnung machen
Wie Übergänge Leben und Chancen erschließen
Vorschau 1/2007: Der Islam im Jahre 2020 in Deutschland
Heraus aus den Hinterhöfen!
Geistiger Umschwung
Die »Geiz ist geil«-Zeit geht zu Ende
Vorschau zu 1/2007
»Konkurrenz macht krank«
Zukunft der jungen Generation
Was denken Erwachsene über Leben und Zukunft der Jüngeren?
Voting
Klimawandel und Lebensstil
Vorschau: Buch des Monats in Publik-Forum Nr. 1/2007
Globale Trends 2007
Jahrbuch Gerechtigkeit II
Reichtum - Macht - Gewalt. Sicherheit in Zeiten der Globalisierung
Handsigniert
Horst-Eberhard Richter: Die Krise der Männlichkeit
Spiritueller Impuls
Die Erleuchtung
Weltweite Proteste in der katholischen Kirche
Pinochet und Welby: Wer darf beerdigt werden?
Bei den italienischen Katholiken hängt der Haussegen schief, nachdem das Vikariat der Diözese Rom Piergiorgio Welby das kirchliche Begräbnis verweigert hatte. Der schwerstkranke Welby litt an unheilbarem Muskelschwund und wurde seit sieben Jahren künstlich beatmet und mit einer Magensonde ernährt. Der tiefgläubige Welby hatte länger darauf gedrungen, dass in seiner ausweglosen Lage das Leiden beendet und das Gerät abgestellt wird. Daraufhin wurde ihm ein kirchliches Begräbnis mit dem Hinweis verweigert, Selbstmörder seien von kirchlichen Begräbnissen ausgeschlossen, sofern sie in geistiger Klarheit handelten. Pfarrer Alessandro Santoro aus Florenz dagegen: »In den hohen Sphären des Vatikans hat niemand etwas gegen die kirchliche Beerdigung von Pinochet, einem der übelsten Blut- und Machtmenschen unserer Zeit, einzuwenden gehabt.« Weltweit diskutieren inzwischen Christen über den Umgang der Kirche mit Mördern und mit Menschen, die sich selbst töten oder die ihre Tötung aufgrund aussichtsloser Lage verlangen.
Sicher lassen sich die verschiedenen Situationen nicht über einen Leisten schlagen. Das Trauer-Hochamt für Augusto Pinochet, der in Chile nicht nur geputscht und die Demokratie beseitigt, sondern auch mehr als 3000 Oppositionelle reuelos umbringen lassen hat, hat kritische Christen vor den Kopf gestoßen. Denn von offizieller Kirchenseite gab es keine kritischen Äußerungen zu den Mordtaten des Tyrannen. Mafiosi werden in Italien grundsätzlich beerdigt, zumal sie schon zu Lebzeiten wissen, wie man gute Kontakte zu kirchlichen Instanzen herstellt und erhält. Für Welby gibt es diese wohlwollende Haltung der Kirche nicht. Stattdessen kommt sie mit spitzfindigen Unterscheidungen, die letztlich nur eines bewirken: Christen und Nichtchristen gewinnen den Eindruck, dass Mörder auch ohne Reue kirchliche Zuwendung erfahren, schwerstkranke Suizidale nicht. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, äußerte, dass Patienten, die am Lebensende extrem leiden müssen, nicht gegen ihren Willen übertherapiert werden dürfen. Die Unterlassung einer intensivmedizinischen Maßnahme könne auch eine Verpflichtung sein.
Ehe die kirchenbürokratische Verwaltung von Religion und Christentum weiter zunimmt und sich in weiteren spitzfindigen Unterscheidungen verliert, ein Vorschlag zur Güte: alle Menschen, die es wollen, werden kirchlich beerdigt – aus Barmherzigkeit und wegen des Verzichts auf ein letztes Urteil von Menschen über Menschen. (nc)
Vorschau 1/2007: Veränderungen können Hoffnung machen
Wie Übergänge Leben und Chancen erschließen
»Wandel und Veränderung verunsichern uns«, schreibt Doris Weber in der neuen Ausgabe von Publik-Forum, die am 12.01.2007 erscheint. »Wir wehren uns dagegen. Ach, könnte doch alles beim Alten bleiben.« »Bloß nicht«, sagt Annelie Keil: »Wir glauben, dass das, was wir haben, das ist, was wir sind: mein Haus, mein Mann, meine Meinung, meine Kinder. Es ist ja nicht zufällig, dass wir das alles in Possessivpronomen ausdrücken: mein, mein, mein. Also dieses Mein, Mein, Mein als Eigentumsangabe ist ja auch der Versuch zu hoffen, dass das alles stabil bleibt, dass mein Eigentum bei mir bleibt, dass es sich nicht verändert, dass mein Mann oder meine Frau sich nicht von mir trennen, dass ich mein Haus oder meinen Besitz nicht im Konkurs verliere. Aber es verändert sich trotzdem alles, zum Guten, zum Schwierigen, vielleicht auch zum Schlechten. Das heißt: weder auf Menschen noch auf Dinge haben wir dauerhaft einen unveränderlichen Besitzanspruch. Und das beunruhigt Menschen sehr, die ja immer damit rechnen, dass das Leben aus einer Aneinanderreihung von Sicherheiten besteht. Alles wird anders. Nichts wird so bleiben, wie es ist. Die Tatsachen sprechen für sich. Das sichere Haus, in dem sich so gut leben ließ, bietet keine Geborgenheit mehr, der Sozialstaat wird abgebaut, die Netze reißen.«
Vorschau 1/2007: Der Islam im Jahre 2020 in Deutschland
Heraus aus den Hinterhöfen!
Thomas Seiterich befasst sich mit der Zukunft der zweitgrößten Religionsgemeinschaft in Deutschland. Sie ist offen. Gleichwohl lässt sich einiges Begründetes über die Zukunft sagen – aus der Sicht der Soziologen sowie aus der Sicht der muslimischen Gläubigen und Kaum-mehr-Gläubigen aus der ersten, zweiten und dritten Generation islamischer Einwanderer. Auch die Theologen, islamische wie christliche, haben Erkenntnisse zur Zukunft des Islams sowie des islamisch-christlichen Zusammenlebens beizusteuern. Derzeit, im fünften Jahrzehnt der islamischen Einwanderung, ist der Islam in Deutschland großenteils noch eine Immigranten- und Unterschichtreligion. Doch der Trend zum gesellschaftlichen Aufstieg ist flächendeckend feststellbar. In Großstädten wie in Kleinstädten auf dem Land treten von außen weithin erkennbare Moscheebauten an die Stelle der Hinterhof-Gebetssäle, in denen die erste Generation islamischer Arbeitsimmigranten ihren Glauben gelebt hat, als »Basisgemeinden«, von unten, oft ohne fest angestellten Imam.
Zum Aufstieg gesellt sich der Wunsch nach Integration. Immer mehr Moscheen haben eine zumeist ehrenamtliche Beauftragte – oder einen Beauftragten – für den interreligiösen Dialog. Diese sinnvolle Neuerung verdankt sich zum Teil auch einem Erkenntnisgewinn in Ankara. Dort hat sich das »Amt für Religion«, das islamische Religionsministerium, von seinem jahrzehntelang durchgehaltenen türkischen Vaterlandskult in der Auslandsseelsorge abgekehrt. Stattdessen ist nun Inkulturation angesagt. »Die Gemeinden wenden sich der deutschen Lebenswelt zu«, so formuliert Yalcin Akgün, Integrationsbeauftragter der Islamischen Gemeinde zu Schorndorf, die neue Grundausrichtung.
Die heftige Debatte über den Islam im Publik-Internetforum:
Debattieren Sie mit!
Geistiger Umschwung
Die »Geiz ist geil«-Zeit geht zu Ende
Diese Ökonomisierung des Lebens stellt vieles in Frage, was den Menschen lieb und teuer geworden ist: Der Staat baut Personal und Leistungen ab, weil er durch Steuersenkungen ausgeblutet wird. Plötzlich hören die Menschen, dass ein privater Konzern die Wasserversorgung in ihrer Stadt übernimmt – oder das Kreiskrankenhaus. Oder dass ihr Arbeitgeber billigere Arbeitskräfte in anderen Ländern gefunden hat – und jetzt auch die Arbeitsplätze dorthin verlagern will. Wo der totale Markt regiert, wird das Leben zur Ware. Die Wirtschaft scheint nicht mehr für die Menschen da zu sein, wie dies die katholische Soziallehre fordert – die Menschen werden der Ökonomie unterworfen.
Doch Resignation und Wut sind nur die eine Seite der Medaille. Der Dichter Hölderlin hatte recht: »Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.« Und das Rettende liegt in dem wachsenden Widerstand gegen den totalen Markt. Die Menschen wehren sich gegen den Ausverkauf ihrer Arbeitsplätze. Plötzlich fragen sich viele, ob beim Konsum nur Geiz geil ist. Der Absatz fair gehandelter und biologisch produzierter Waren verzeichnet hohe Zuwachsraten. Auch an alternative Modelle zu mehr Gerechtigkeit trauen sich die Bürger wieder heran. Mehrere katholische Verbände haben ein Modell einer solidarischen Alterssicherung entworfen – und konfrontieren damit die Politik.
Mehr und mehr dringt wieder in das Bewusstsein, dass es Alternativen zu einer rein marktorientierten Politik gibt. Zum Beispiel in Skandinavien. In Schweden finanzieren hohe Steuern auf Einkommen und auf den Verbrauch energische Investitionen in die Betreuung und Förderung von Kindern, in die Bildung und in die Weiterbildung. Der Sozialstaat wird über Steuern finanziert, die die Arbeitskosten – im Gegensatz zu Beiträgen – nicht erhöhen. Alle Menschen sind solide gegen Notfälle, Krankheit und im Alter abgesichert. Diese soziale Sicherheit sorgt für motivierte und flexible Arbeitnehmer/innen, von der die Wirtschaft profitiert.
Ähnlich erfolgreich sind die südlichen Nachbarn der Schweden. Dänemark hat auf die hohe Arbeitslosenquote von 13,9 Prozent im Jahre 1993 mit unkonventionellen Maßnahmen reagiert: Einkommens- und Gewinnsteuern wurden gesenkt und Ökoabgaben eingeführt; das Land finanziert Renten und Gesundheit mit einer hohen Mehrwertsteuer – hohe Lohnnebenkosten gibt es dafür nicht. Einnahmen aus einer Mehrwertsteuer auf Luxusprodukte investieren sie in soziale Dienstleistungen, Umweltschutz und in eine effektive Arbeitsmarktpolitik. Das Ergebnis ist eine Arbeitslosenquote von fünf Prozent und eine vergleichsweise umweltverträgliche Wirtschaft. Und nicht nur dies: Die dänischen Parlamentarier streiten jedes Jahr darüber, was sie mit dem Überschuss im Staatshaushalt machen sollen. Damit beweisen sie, was die Kirchen in ihrem Sozialwort von 1997 feststellten: »Nicht der Sozialstaat ist zu teuer, sondern die Arbeitslosigkeit.«
Diese Alternativen zeigen, dass nicht die Anbetung des totalen Marktes Arbeit und Gerechtigkeit schafft. Stattdessen geht es um ein Zusammenspiel zwischen einem sozial gestaltenden, fair finanzierten Staat, mündigen Bürgern und einer effektiven Wirtschaft. In diesem Zusammenspiel brauchen jene eine Lobby, die auf dem reinen Markt der Wirtschaftsinteressen unter die Räder kommen. Hier liegt eine wichtige Aufgabe der Kirchen. Denn Gerechtigkeit wird es in Zukunft nur geben, wenn auch und gerade unter globalen Konkurrenzbedingungen das Bewusstsein in der Gesellschaft wächst, dass einer des anderen Last tragen muss. (wk)
»Konkurrenz macht krank«
Trotz Kriegen, Scheidungsrekorden und Massenentlassungen: Nicht der Kampf ums Dasein, sondern Kooperation sei das Grundmotiv alles Biologischen – das behauptet Joachim Bauer, prominenter Medizinprofessor und Psychotherapeut aus Freiburg. Er zerpflückt Darwins »war of nature« und Dawkins »egoistisches Gen«. Erkenntnisse der Spieltheorie und Neuroökonomie führen ihn zu dem Schluss, der Mensch bevorzuge vertrauensvolle Zusammenarbeit statt puren Eigennutz. Kooperatives Verhalten mache glücklicher und gesünder. Besonders spannend sind Bauers Überlegungen zur Aggression. Basierend auf neurologischen Daten weist er der Aggression die Rolle eines Hilfssystems zu, das zwischenmenschliche Anerkennung und Bindung sichert. Eine erst einmal absurd klingende These, die Bauer in seinem neuen Buch »Prinzip Menschlichkeit« belegt. Sie könnte unser Weltbild verändern. Joachim Bauer stellt sich den Fragen von Publik-Forum in der ersten Ausgabe 2007.
Zukunft der jungen Generation
Was denken Erwachsene über Leben und Zukunft der Jüngeren?
In unserem Partner-Internetforum PROVO diskutieren junge Leute Fragen der Erwachsenen und beschreiben, wie sie sich und die ältere Generation sehen: ProvoWeb Forum
Wie sehen Sie die junge Generation? Nach der Shell-Studie 2006 lässt sich u. a. sagen:
Die junge Generation nimmt ihre dramatisch abnehmende Bedeutung für unsere Gesellschaft vorweg. Sie sieht sich allein aus demografischen Gründen einer übermächtigen, trickreichen älteren Generation gegenüber, was sie offensichtlich den Mut und die Ideen gekostet hat, um für gesellschaftlichen Fortschritt einzutreten. Globalisierung ist ein Thema, das junge Leute nur am Rande interessiert: 24 Prozent haben noch nie etwas davon gehört! Wichtig ist den meisten das kleine Karo: der eigene berufliche Erfolg, der Freizeitkonsum, die Freundschaften und die Familie. Wissenschaftler nennen das soziale Nahorientierung. So zeigen sich die Jugendlichen 2006 überwiegend leistungs- und hilfsbereit, fleißig und aufstiegsorientiert. Sie haben weithin den neoliberalen Slogan verinnerlicht, jeder sei seines Glückes Schmied. Dabei zeigen sich klare Geschlechtsunterschiede. Während die Mädchen und jungen Frauen zwischen 12 und 25 Jahren entschieden für eine Verbindung zwischen Familie und Beruf eintreten und dafür überdurchschnittliche Leistungen bei Bildungsverläufen und -abschlüssen im Voraus erbringen, verharren männliche Jugendliche in traditioneller Orientierung. Dabei verlassen sie sich darauf, dass junge Frauen den Konkurrenzkampf mit Männern in beruflichen Feldern meistens vermeiden – der Durchsetzungswunsch bei jungen Frauen ist deutlich rückläufig - und spätestens mit Gründung einer Familie verlieren werden. Zugleich sind die Jugendlichen insgesamt eher pessimistisch, was ihre Startaussichten für das Berufsleben anbelangt. Der Rückgang an Optimisten ist in den höheren sozialen Schichten ausgeprägter als in anderen Schichten. Junge Menschen wissen, dass Wirtschaft und Gesellschaft auf ihr Innovationspotenzial – von wenigen Hochleistungsbringern abgesehen – kaum Wert legen. Das kleine Karo ist der Reflex auf ein Leben in Warteschleifen. Dem fehlenden Interesse der Gesellschaft an innovativen Impulsen junger Menschen entspricht die soziale und politische Innovationsschwäche der Jugendlichen.
Nun zu den Fragen:
1. Wie denken Sie über die Zukunft der jungen Menschen und über das, was die ältere Generation hinterlassen wird?
2. Die Medien zeigen Jugendliche zunehmend als gewalttätig und desinteressiert. Wo sehen Sie die Ursachen dafür und stimmt dieses Bild von jungen Menschen überhaupt? War Ihre Generation anders? Was war anders?
3. Wie denken Sie über die Art und Weise, wie junge Menschen mit Liebe, Beziehungen und Sexualität umgehen?
4. Glauben Sie, die jungen Menschen werden es einmal besser und leichter haben als Sie?
Voting
Klimawandel und Lebensstil
Zum Klimawandel unser aktuelles Voting: Glauben Sie, dass der Klimawandel drastische Maßnahmen verlangt, die auch unsere Lebensweise einschneidend verändern?
Vorschau: Buch des Monats in Publik-Forum Nr. 1/2007
Globale Trends 2007
Die Stiftung Entwicklung und Frieden in Bonn und das Institut für Entwicklung und Frieden in Duisburg-Essen legen seit Jahren – unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – den Report über die globalen Trends vor. So wird eine Leistung, von der das Ministerium profitiert, auch zum Nutzen aller veröffentlicht. Eine Art globales Entwicklungsjahresgutachten. Vier große Felder werden unter die Lupe genommen: Weltordnung und Frieden, Weltgesellschaft und Entwicklung, Weltwirtschaft und Rohstoffe sowie Umwelt und transnationale Risiken.
Das Buch kann im Publik-Forum Shop bestellt werden.
Jahrbuch Gerechtigkeit II
Reichtum - Macht - Gewalt. Sicherheit in Zeiten der Globalisierung
Noch bietet die reiche Welt viel Sicherheit. Doch die Gefahren wachsen: Terror bedroht die Bürger; immer mehr Flüchtlinge suchen Zuflucht in Europa. Die Probleme der Dritten Welt erreichen auch uns. Und die Probleme wachsen. Hunderttausende Menschen sterben jährlich in Kriegen, an Hunger oder sie werden ermordet. Diese Gewalt bedroht die ganze Welt.
35 kirchliche Gliederungen, Institutionen und Organisationen wollen sich mit diesem Zustand nicht abfinden. In ihrem zweiten Jahrbuch Gerechtigkeit zeigen sie die Zusammenhänge von Reichtum, Macht und Gewalt schonungslos auf – in gut recherchierten Beiträgen und mehr als 60 Schaubildern.
Ein Buch von Publik-Forum und Frankfurter Rundschau.
.
Horst-Eberhard Richter: Die Krise der Männlichkeit
Das »Buch des Monats« der Ausgabe 23/2006 gibt es nun auch handsigniert durch den Autor. Die Verwicklung der Bundeswehr in die Kriegsherde und damit die Verwicklung jeder Bürgerin und jedes Bürgers in die globale Kriegslage machen vor allem eines deutlich: Die Menschheit ist nicht friedlicher geworden. Die Einschüchterung vieler Staaten mittels der atomaren Bedrohung funktioniert nicht mehr. Und genau das fördert das atomare Wettrüsten. Dies nennt Horst-Eberhard Richter in seinem neuen Buch »die Illusion des Stärkekults«.
Horst-Eberhard Richter, seit vierzig Jahren ein führender Kopf der Friedensbewegung, untersucht den Antrieb der militärischen und ökologischen Fremd- und Selbstvernichtungsprozeduren, die unser Zeitalter kennzeichnen. Dafür knüpft er an seine legendären Bestseller »Gotteskomplex« und »Lernziel Solidarität« an und bezieht sie zugespitzt auf die gegenwärtige Lage. Seine Kernthese: »Die Welt mit überlegener atomarer Bedrohung einzuschüchtern ist der vorläufige Gipfel der männlichen Flucht in die Vision gottähnlicher Allmacht. Aber genau besehen, verbirgt sich in diesem fragwürdigen Triumph eine panische Angst vor Schwäche. Es ist in Wahrheit ein pubertäres Verhaftetbleiben in der Fantasie, einer gefürchteten ›Entmännlichung‹ nur durch Demonstration überlegener Potenz entgehen zu können.« Der Zustand der Erde und der Menschheit ist daher Ausdruck einer schon länger anhaltenden »Krise der Männlichkeit«.
Spiritueller Impuls
Die Erleuchtung
Kommt ein spirituell Suchender zu einem Meister und fragt ihn: »Was muss ich tun, um zur Erleuchtung zu kommen?«
Der Meister: »Nichts.«
»Warum denn nichts?«
»Weil sich Erleuchtung nicht dem Tun verdankt – sie geschieht vielmehr.«
»Dann kann ich sie nie erreichen?«
»Oh doch, das kannst du!«
»Wie denn?«
»Durch bloßes Nichts-Tun.«
»Und was soll ich tun, um zum Nichts-Tun zu kommen?«
»Was tust du denn, um einzuschlafen oder aufzuwachen?«
Nach einer Erzählung von Anthony de Mello
|
|
|