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Wie ist das möglich?












Hmmh , würde ich nicht ganz so sehen.

Zitat:
Im Gegenteil Habgier und Besitz und somit Neid und Anlässe zur Feindschaft waren der "alten Welt" gänzlich unbekannt.


Würde ich auch nicht so sehen. Es gibt in alten Schriften schon immer die Zeugnisse vom kriegerischen Verhalten des Menschen.
Siehe auch die Aussagen im Hinduismus auf die Zeitalter. Kali-Yuga usw.
Da ist was dran.
Gab es nicht immer schon Aufbau und Zerstörung und wieder Aufbau, bis zur weiteren Zerstörung ?
Ist nicht immer ein Auf und Ab in der Weltengeschichte zu verzeichnen ?
Wie bringt man die Menschen dazu, die innere Aggressivität besser zu verarbeiten in anderer Form als der der Zerstörung ?

Ich würde meinen, daß man das Thema gründlicher erfassen kann, wenn man auch andere Weisheiten des Altertums mit hinein nimmt , daß man es sich zu einfach macht, wenn man sagt, der Mensch kann von heute auf morgen mild und sanft werden. Nicht, solange er imstande ist, alles zu töten, was ihm in die Hände fällt. Schon im Kleinen beginnt ein Umdenken oder ? Gibt es ein friedliches Zusammenleben der Menschen nur auf Zeit, bis wieder einmal der Zusammenbruch kommt oder kommen muß ?
Was verstehen wir überhaupt vom Wirken des Menschen und können wir alles nur aus rationaler Sicht betrachten ?
Was sagen Philosophen zum Thema Mensch ?

Hallo Gabriele,

Wie das moeglich ist?
Hier die Antwort auf deine Frage:

Zitat:
Umwandlung der Gefühle des Einzelnen

Das Auftreten besonderer Charaktereigentümlichkeiten der Masse wird durch verschiedene Ursachen bestimmt.

Die erste dieser Ursachen besteht darin, dass der einzelne in der Masse schon durch die Tatsache der Menge ein Gefühl unüberwindlicher Macht erlangt, welches ihm gestattet, Trieben zu frönen, die er für sich allein notwendig gezügelt hätte. Er wird ihnen um so eher nachgeben, als durch die Namenlosigkeit und demnach auch Unverantwortlichkeit der Masse das Verantwortungsgefühl, das die einzelnen stets zurückhält, völlig verschwindet.

Eine zweite Ursache, die geistige Übertragung (contagion mentale), bewirkt gleichfalls das Erscheinen der besonderen Wesenszüge der Masse und zugleich ihre Richtung. Die Übertragung ist leicht festzustellen, aber noch nicht zu erklären; man muß sie den Erscheinungen hypnotischer Art zuordnen, mit denen wir uns sogleich beschäftigen werden. In der Masse ist jedes Gefühl, jede Handlung übertragbar, und zwar in so hohem Grade, dass der einzelne sehr leicht seine persönlichen Wünsche den Gesamtwünschen opfert. Diese Fähigkeit ist seiner eigentlichen Natur durchaus entgegengesetzt, und nur als Bestandteil einer Masse ist der Mensch dazu fähig.

Noch eine dritte, und zwar die wichtigste Ursache, ruft in den zur Masse vereinigten einzelnen besondere Eigenschaften hervor, welche denen der alleinstehenden einzelnen völlig widersprechen: ich rede von der Beeinflußbarkeit (suggestibilité), von der die obenerwähnte geistige Übertragung übrigens nur eine Wirkung ist.

... Ungefähr in diesem Zustand befindet sich der einzelne als Glied einer Masse. Er ist sich seiner Handlungen nicht mehr bewußt. Während bei ihm, wie beim Hypnotisierten, gewisse Fähigkeiten aufgehoben sind, können andere auf einen Zustand höchster Überspannung getrieben werden. Unter dem Einfluß einer Suggestion wird er sich mit unwiderstehlichem Ungestüm auf gewisse Taten werfen. Und dies Ungestüm ist in den Massen noch unwiderstehlicher als bei den Hypnotisierten, weil die für alle einzelnen gleiche Suggestion durch Gegenseitigkeit wächst. Die einzelnen in einer Masse, die eine hinreichend starke Persönlichkeit haben, um dem Einfluß zu widerstehen, sind in zu geringer Anzahl vorhanden, und der Strom reißt sie mit. Höchstens können sie vermittels eines anderen Einflusses eine Ablenkung versuchen. Ein glücklicher Ausdruck, ein im rechten Augenblick angewandter bildlicher Vergleich hat oft die Massen von den blutigsten Taten abgehalten.

Die Hauptmerkmale des einzelnen in der Masse sind also:
    - Schwinden der bewußten Persönlichkeit,
    - Vorherrschaft des unbewußten Wesens,
    - Leitung der Gedanken und Gefühle durch Beeinflussung und
    - Übertragung in der gleichen Richtung, Neigung zur unverzüglichen Verwirklichung der eingeflößten Ideen.


Der einzelne ist nicht mehr er selbst, er ist ein Automat geworden, dessen Betrieb sein Wille nicht mehr in der Gewalt hat.
Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch also mehrere Stufen von der Leiter der Kultur hinab.
Als einzelner war er vielleicht ein gebildetes Individuum, in der Masse ist er ein Triebwesen, also ein Barbar.
Er hat die Unberechenbarkeit, die Heftigkeit, die Wildheit, aber auch die Begeisterung und den Heldenmut ursprünglicher Wesen, denen er auch durch die Leichtigkeit ähnelt, mit der er sich von Worten und Vorstellungen beeinflussen und zu Handlungen verführen läßt, die seine augenscheinlichsten Interessen verletzen. In der Masse gleicht der einzelne einem Sandkorn in einem Haufen anderer Sandkörner, das der Wind nach Belieben emporwirbelt.


Aus diesem Grunde
    - sprechen Schwurgerichte Urteile aus, die jeder Geschworene als einzelner mißbilligen würde,
    - Parlamente nehmen Gesetze und Vorlagen an, die jedes Mitglied einzeln ablehnen würde.

Einzeln genommen waren die Männer des Konvents aufgeklärte Bürger mit friedlichen Gewohnheiten.
Zur Masse vereinigt zauderten sie nicht, unter dem Einfluß einiger Führer die offenbar unschuldigsten Menschen aufs Schafott zu schicken, brachen unter Außerachtlassung ihres eignen Vorteils deren Unverletzlichkeit und verringerten ihre Schar.
...
Aus den vorstehenden Beobachtungen ist zu schließen, dass die Masse dem alleinstehenden Menschen intellektuell stets untergeordnet ist. Hinsichtlich der Gefühle aber und der durch sie bewirkten Handlungen kann sie unter Umständen besser oder schlechter sein.
Es hängt alles von der Art des Einflusses ab, unter dem die Masse steht.

Das haben die Schriftsteller, die die Masse nur vom kriminellen Gesichtspunkt studiert haben, vollständig verkannt. Gewiß ist die Masse oft verbrecherisch, oft aber auch heldenhaft. Man bringt sie leicht dazu, sich für den Triumph eines Glaubens oder einer Idee in den Tod schicken zu lassen, begeistert sie für Ruhm und Ehre, dass sie sich, wie im Zeitalter der Kreuzzüge, fast ohne Brot und Wasser zur Befreiung des göttlichen Grabes von den Ungläubigen, oder wie im Jahre 1793 zur Verteidigung des vaterländischen Bodens fortreißen läßt. Gewiß ein unbewußtes Heldentum, aber durch solche Heldentaten vollzieht sich die Geschichte. Wollte man nur die mit kalter Überlegung ausgeführten Großtaten auf das Aktivkonto der Völker schreiben, so würden in den Weltannalen nur wenige verzeichnet sein.

Gustave Le Bon - Psychologie der Massen
Psychologie des foules (1895)
Übersetzung: Rudolf Eisler, 1911


LG
Irgend jemand schrieb einmal, daß die Führer immer einen Teil der Masse repräsentieren. D.h. daß die Führer von der Masse gewählt werden, weil sie ihnen entsprechen. Sie haben die gleichen Eigenschaften, weil sie aus dem Teil der Masse kommen - siehe Krieg in Jugoslawien oder siehe Ruanda, siehe Kambodscha, die Massenmorde und siehe auch viele andere Länder in allen Kontinenten.
Vielleicht ist alles etwas subtiler, betrachtet man es genauer, schlüsselt es vereinzelt auf. Den Menschen im besonderen betrachten im Zusammenhang mit der Masse.
Wozu der Mensch fähig ist und weshalb, da habe ich eine Seite gefunden:

http://www.krisis.org/f-schandl_fan-u-fuehrer_28-05-04.html

2.
Der Fanatiker von heute heißt Fan. Der Führerkult hat sich im Starprinzip demokratisiert, aber keineswegs aufgelöst. Die Promiparade ist der Laufsteg der Kulturindustrie. Diese ständige Idolisierung ist Ausgeburt drückend empfundener Mangelhaftigkeit und Minderwertigkeit. Die (und das Wort ist hier in seiner ganzen maskulinen Bedeutung gemeint) Verherrlichung von Stars durch Fans, die flächendeckende Idolatrie, ist eines der gängigsten Muster der Selbstmissachtung. Von Kindesbeinen an werden die Menschen auf Vorbilder ausgerichtet. Wer kein Idol hat, ist nicht.

3.
Die potenzielle Stärke des Ichs negiert sich in der Personalisierung durch ihre Außersichsetzung in ein Anderes. Der demokratische Heldenkult, das Promi-Glotzen, das Star-Verehren, das Persönlichkeiten-Anerkennen hat gerade die spürbare Nichtigkeit des Selbst zur Bedingung. Was es in sich nicht spürt, aber spüren will, projiziert es in Leitfiguren, zu denen es dann aufschauen will. Diese Fixierung ist eine fetischistische.

4.
Fanatismus, die höchste Form dieser Projektion, meint eine Bezugnahme, die außer Identität nichts zulassen will. Jedes "Aber", jeder Einwand soll ausgeschlossen werden. Fans hängen sich an, und die Begriffe Anhänger, Anhängerschaft und Anhänglichkeit verdeutlichen das.

5.
Der Fan ist das kritiklose Unwesen. Wobei Unwesen zu verstehen ist als das sich unwesentlich machen des Anhängers: Erhöhung durch Selbstaufgabe. Fan sein meint Außer-Sich-Sein. Dieses Außer-Sich-Geraten, das Abfahren, ist das spezifische Charakteristikum des Fans. Der Fan ist süchtig, im wahrsten Sinne des Wortes. Es geht um Starmania, wie ein neuer Ausdruck es unabsichtlich begreift.

suchwort: masse führung führer

"Die Massen sind so etwas wie die Sphinx der antiken Sage: man muß die Fragen, die ihre Psychologie uns stellt, lösen oder darauf gefaßt sein, von ihnen verschlungen zu werden." Gustave Le Bon

http://www.mehr-freiheit.de/idee/lebon.html

seite 2


Zitat:
Die Massen verlangen nach Führung

"Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer." Gustave Le Bon


Merkwürdig, das Thema war schon mal.

http://www.geistigenahrung.org/ftopic19966.html
Es ist eber auch die Frage, wo der Krieg anfängt. Du schreibst ja selbst, Gabriele, dass das viel subtiler ist und schon im kleinen beginnt... aber das schließt nicht nur bewusste Aggressivität mit ein!
Nehmen wir die Ausbeutung der ärmeren Länder. Auf Grund dass wir so leben wie wir leben, sind wir mitverantwortlich für viel Leid auf der Erde (wenn man nur überlegt,wie unsere Jeans hergestellt werden oder wo unsere Bananen herkommen...) Wir unterstützen Unterdrückung, Ausbeutung und Korruption. Wem das ungefährlich" ist - der sei daran erinnert, dass wir Deutschen mit dem Kauf eines Autos oder des Benzins die Waffenindustrie und Rüstung mitfnanzieren.

Gabi
@Gabi

Zitat:
Es ist eber auch die Frage, wo der Krieg anfängt. Du schreibst ja selbst, Gabriele, dass das viel subtiler ist und schon im kleinen beginnt... aber das schließt nicht nur bewusste Aggressivität mit ein!


+ kommen wir ganz zum Anfang - Urgesellschaft , es wird geteilt und wir sind Gemeinschaft. Alle arbeiten,jagen und helfen einander.
Dann die Sklavenhaltergesellschaft, es sind wenige reich, die andere, die arm sind, ausnutzen und sie benutzen.
Danach die Feudalgesellschaft: wenige besitzen viel. Fremde Länder werden erobert und kolonialisiert. Der dort erworbene Reichtum gehört wieder nur wenigen.
Junger Kapiatalismus: wenige besitzen Reichtum und lassen andere für sich schuften.

Zitat:
Nehmen wir die Ausbeutung der ärmeren Länder. Auf Grund dass wir so leben wie wir leben,

++Bist du dir sicher, daß wir alle noch so gut leben , wir wir dachten ? Oder hält nicht auch allmählich mehr Elend bei uns Einzug ? Reich geworden durch die Kolonialisierung und das Leben und seine Entwicklung ging und geht weiter. Die Folge der Kolonialisierung ist, daß sich auch im Zuge dieser Entwicklung es eine Vermischung ganzer Völker gab. Unsere Urlaub in warmen Ländern wären nie möglich gewesen, hätten manche nicht den Wunsch verspürt, mehr zu erforschen und hätte die Arbeit an neuerer Technik es nicht möglich gemacht, daß wir überhaupt soweit kamen. Völker, die von uns nie erfahren hätten und wir nicht von anderen Völkern und Kulturen. Gibt es überhaupt etwas, was man nur negativ sehen kann und nicht allem auch eine positive Komponente abgewinnen könnte ?

Zitat:
sind wir mitverantwortlich für viel Leid auf der Erde (wenn man nur überlegt,wie unsere Jeans hergestellt werden oder wo unsere Bananen herkommen...)

+++für diese Menschen bedeutet der Verkauf der erst einmal sehr grünen Bananen an uns auch ein Einkommen. Daß sie unterdrückt werden, das liegt auch an den Großgrundbesitzern, die ihren Grund und Boden dazu nutzen, diese Bananen anzubauen und Leute darauf arbeiten zu lassen. Wenn wir sie nicht in solchen Massen kaufen würden, wer würde sie dann kaufen ? Hier ist etwas anderes erforderlich. Eine Veränderung der Ausnutzung von Boden, damit alle Menschen dort satt werden.
Was wären wir ohne die Rohstoffe anderer Länder ?

Zitat:
Wir unterstützen Unterdrückung, Ausbeutung und Korruption.

+++das ist ein weltweites , ganz menschliches Problem und schau dich überall um, das gibt es in allen Ländern der Welt. Es ist der Mensch, der korrupt ist und der dadurch seine Vorteile sucht.

Zitat:
Wem das ungefährlich" ist - der sei daran erinnert, dass wir Deutschen mit dem Kauf eines Autos oder des Benzins die Waffenindustrie und Rüstung mitfnanzieren.


+++Da die Arbeit immer weiter weg verlagert wird, ist der Mensch auf das Auto angewiesen und das wird auch bald weltweit so sein und wie begeistert der Mensch von mobilen Gefährten ist, das sehen wir schon auf den Messen der Autoindustrie.

Wo also ist der Sinn hinter allem ?

Nehmen wir die Kriege in der Vorzeit. Es gab keinen Rettungsdienst, Verwundete starben auf den Feldern. Heute gibt es Lazarette und überall Helfer. Früher gab es keine Verpflegung , wenn die Soldaten in den Krieg ziehen mußten. Heute wird die Verpflegung einkalkuliert.

Es hat sich doch im Grunde genommen immer ein Stück mehr in der Entwicklung vollzogen.

Ich denke da an den Satz, der vor längerer Zeit von jemandem im Forum eingebracht wurde, daß die Kriege, die Technik förderten. Das unser ganzer heutiger technischer Entwicklungsstand soweit ist, weil durch die Kriege mehr gefordert und gefördert wurde. Darüber könnte man streiten.
Aber , so frage ich mich: was treibt uns vorwärts und wohin, wenn man nicht nur alles im negativen Sinne betrachten möchte.

Das wir wie im Paradies leben und daß wir so unendlich alt werden wir jemand, den ich nicht nennen möchte ?

Ist das der Sinn ? Oder ist jede Anforderung für uns ein Wagnis, auf das wir uns einlassen, weil das Leben sonst in einer gewissen Starre ziemlich langweilig wäre und wir partout nichts lernen würden, würde es uns zu gut gehen ?

Ein weites Feld - und wir kämen auch nie zu Ende.

Wo uns alles hinführt, das wissen wir nicht. Die Welt in 1000 Jahren könnte eine ganze andere sein. Sicherlich nicht das Paradies auf Erden, aber .... laß mich träumen - ....
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