Unerklärliche Angst vor dem Sterben


Hi Engelchen!

Ich weiss nicht, ob Dus schon gesehen hast. Vor kurzem gabs mal ne Umfrage: "Hast Du Angst vor dem Tod?". Da hab ich das schon einmal beschrieben. Und mit Dio diskutiert.

Ich finde was Du beschreibst hört sich so ähnlich an, wie das was wir erleben/erlebten. Die plötzlich kommende panische Angst, dass das Ende unausweichlich kommen wird. Alles andere wird dann bedeutungslos und man kann eigentlich nicht mehr richtig leben, denn alles wird unwichtig...

Ich konnte das Gefühl mit der Zeit ein wenig kontrollieren. Ich habe festgestellt, wenn man sich diesem Gefühl und Gedanken ausliefert es immer schlimmer wird. Ich habe irgendwann beschlossen, mir erst wieder Gedanken über den Tod zu machen, wenn es soweit ist! Und jeden Anflug dieses Gefühls/Gedankens verdrängt und an ein Ziel gedacht, dass ich gerne erreichen will. Das wurde dann schon sehr bald wesetlich besser, wobei ich es bis heute immer wieder bekämpfen muss ...

Andererseits denke ich auch so ähnlich wie Du: Wäre es denn nicht viel schlimmer ohne den Tod zu existieren?

Hoffe ich konnte Dir helfen.
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Liebes Engelchen!

Weißt du, du solltest Angst bekommen, wenn die Zeit da ist.

Aber jetzt.... ist für dich die Zeit des Lebens und des "Sonne spüren", genieße es, statt dich zu quälen. Stell dich den täglichen Aufgaben, erledige sie bewusst, so dass sie GUT erledigt sind.

Du hast hier eine grooooße Aufgabe, Engelchen.... keine Zeit zum grübeln.

Code:
wie kann man mit 37 noch um die omi weinen, die vor fast 26 jahren gehen musste und mich einfach allein gelassen hat?


Wenn wir einen Menschen verlieren der einem gaaanz viel bedeutet hat, dann reagieren wir oft ganz egoistisch. WIR WOLLEN IHN NICHT VERLIEREN.

Welchen Grund hast du zu weinen Engelchen?

- geht es deiner Oma schlecht? Wohl kaum, denn sie scheint ja viel Liebe gegeben zu haben.

oder weinst du vielleicht um dich selbst, weil du sie immer noch haben möchtest, weil sie dir so viel gegeben hat? ganz ehrlich, das ist es doch. Ich kenne das.

Sei dankbar für die Zeit die du mit ihr hattest, erinnere dich daran aber lasse sie los, gönne ihr jetzt, aus der tiefsten Liebe deines Herzens, die Freiheit die sie geschenkt bekommen hat. Sie hat keine Sorgen mehr, sie hat keine Krankheiten, sie muss keine Angst vor Krieg haben, sie wird nicht hin und her geschoben, mißhandelt oder gedemütigt. Sie muss kein Hunger leiden. Sie muss sich dem Stress des Lebens nicht mehr stellen. SIE IST FREI wie ein Vogel und unbelastet.

Also, liebes Engelchen, was willst du für deine Oma mehr?

Mache da weiter wo sie aufgehört hat. Teile du den Schatz den sie dir geschenkt hat mit anderen, die dann irgendwann, wenn du nicht mehr da bist, das selbe tun können.

Wenn du dich mit Angst und Traurigkeit belastet kannst du das nicht.

Ich glaube kaum, dass ein Engelchen, das möchte.

Alles Gute und packe es an.... das Leben wartet darauf und denke daran, hätte sich deine Oma mit Ängste und Traurigkeit belastet, hätte sie dir nicht diese Schatzkiste voller Sonne und Liebe hinterlassen können.

Sie hat dir etwas beigebracht, mache etwas daraus.
danke luna, ich werde mal schauen, ob ich die bücher bekommen kann.....
vielleicht lag es ja auch daran, dass ich keinen abschied nehmen konnte.

wir kinder durften nicht mit zur trauergeier und beerdigung, es fehlte einfach der anschluss damals...

als 1995 meine andere oma gestorben ist und die trauerfeier auf dem selben friedhof stattfand habe ich mich wohl von beiden verabschieden können.
das gefühl war so unbeschreiblich groß, dass ich beide fühlen konnte.

ungefähr 3 monate später starb die katze meiner mutter (die gehörte erst meiner oma, die früh verstarb).

meine mutter und ich träumten in dieser nacht was komisches, beide aber annähernd dasselbe...

also die zuletzt gesorbene oma klingelte bei uns und stand quitschfidel unten an der tür. sie wolle nicht reinkommen sondern uns eben nur schnell was mitteilen.

sie wäre bei meiner omi gewesen, sie liesse mir ausrichten, dass es ihr gutgeht und sie keine schmerzen hätte. sie habe sich sehr gefreut, dass nun auch blacky (die katze) wohlbehalten eingetroffen sei. sie sei immer für mich da und hätte mich sehr lieb....
Hallo engelchen37,

als newcomerin erstmal von mir: HERZLICH WILLKOMMEN

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie man an den Tod heran geht. Und diese Frage kann man sich nur selbst beantworten - "was ist für mich der Tod?"

Für mich ist es das Ende der irdischen Existenz und der Beginn einer neuen Existenz. Man lässt die Erde mit ihren Sorgen und Nöten zurück, nimmt aber die Freuden und Hoffnungen mit.

Je nach der eigenen Vorstellungswelt kann die nächste Existenz durchaus bedrohliche Züge annehmen: Juden, Christen und Muslime, die an eine räumliche Existenz von Himmel und Hölle glauben, werden diese wahrscheinlich auch solange erleben, solange sie sich nicht bewusst sind, das in der "anderen Welt", in der Sphäre der Geistigkeit keine Materie existiert. Doch: wer sich -egal mit welcher Religionszugehörigkeit- auf den Tod vorbereiten kann, wird sich im "strahlenden, weissen Licht" Gottes wiederfinden und sich kaum noch nach der Erde zurück sehnen. Vielleicht liegt in langen Krankheiten, die zum Tode führen, der Sinn verborgen, sich auf den Tod vorzubereiten....

Die Trauer, die die Hinterbliebenen fühlen, ist eigentlich nur die Trauer darüber, das es u.U. eine ganze Weile dauert, bis man die, die man liebt, wieder sieht. Wenn Du heute noch intensiv um Deine Oma trauerst, dann musst Du Dir zunächst mal bewusst machen, das Du eines Tages in der jenseitigen Welt Deine Oma wiedersehen wirst - gut, das kann noch 40, 50, 60.....Jahre dauern; aber irgendwann ist Dein räumlicher Aufenthalt in dieser Welt auch beendet.

Auf meinem Grabstein soll einmal stehen: "Ich will Gesang, will Spiel und Tanz, will dass man sich wie toll vergnügt - wenn man mich unter`n Acker pflügt". Den der Tod ist für mich nichts Schreckliches, sondern nur ein Übergang.

Liebe Grüsse
-Thomas-
Lieber Thomas!

Code:
 "Ich will Gesang, will Spiel und Tanz, will dass man sich wie toll vergnügt - wenn man mich unter`n Acker pflügt


Wie gut ich das doch verstehen kann.

Ich überlege auch immer wieder meine "Trauerfeier" und mein Abschied selber vorzubereiten.

Der erste Mensch den ich zum Friedhof begleitet habe, war mein Großvater.

Ich war gut christlich erzogen worden und dachte mir: toll, meinem Opa geht es jetzt besser als je zuvor. In der Kirche bekam ich dann den ersten Schock. Alle schwarz angezogen und das mitten im Sommer, dann die Trauermusik.... erschlagende Musik. Dann die Predigt und die verschiedenen Worte des Priesters... alles andere als fröhlich.

NEIN, eine solche Beerdigung für meinen Körper der dann endlich zu ruhe kommen darf, will ich nicht.

Natürlich ist es schwer jemanden zu verlieren, aber wenn man ein bißchen daran glaubt, dass es dem anderen dann nur noch besser geht, dann schaft man es auch sich mit ihm zu freuen und ein fröhliches Lied, bunte oder helle Kleidung zu tragen undundund...
@pichou

gut gesagt - alles!

lg
spinoza
Ich blicke bei diesem Thread nicht durch - ist "Gast", der am Anfang gepostet hat, der/dieselbe wie "Engelchen37"?
Es ist zwar nicht von mir, aber mir fällt dazu ein wirklich hübsches Gedicht ein (hoffe es hat keiner ein Problem mit Englisch ^^°):

Do not stand at my grave and weep
I am not there; I do not sleep
I am a thousand winds that blow
I am the diamond glint on snow
I am the sun on ripened grain
I am the soothing, gentle rain
When you awake in morning hush
I am the swift, uplifting rush
Of quiet birds in circled flight
I am the stars that shine at night
Do not stand at my grave and cry
I am not there; I did not die...
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Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, mach es wenigen recht - vielen gefallen ist schlimm

Friedrich Schiller