Immunisierung


Hallo, Martin,

>Hier gehe ich sogar noch weiter und sage, dass ich Ideologien
>per se ablehne.

Ja, das war etwas unscharf ausgedrückt, ich lehne auch ALLE Ideologien ab, die von mir erwähnten Drei (Religion, Esoterik, Politik) halte ich nur für besonders kritisch, weil sie grossen Einfluss haben.

>Dennoch finde ich persoenlich es wichtig sich mit den
>Anhaengern von Ideologien zu beschaeftigen.

Das ist sicher richtig. Aber kommt es hier zu solchen konstruktiven Auseinandersetzungen (und ich denke, darum geht es Dir, um KONSTRUKTIVE Diskussionen). Menschen, die sich hier kritisch äussern, werden entweder gar nicht zur Kenntnis genommen, oder ihnen werden persönliche (!) Erfahrungen, die absolut nicht überprüfbar sind, entgegen gehalten, oder aber sie werden arrogant-herablassend als "Du bist halt noch nicht so weit..." abgetan.

Bleibt also nur noch das Überzeugenwollen der anderen! Und DAS habe ich aufgegeben, Martin. Einen Glaubenden zu überzeugen, ist nicht möglich, und ich verstehe es sogar, da da viel mehr zusammenfallen würde als nur ein "Glaube".

>Fuer mich vervollstaendigt sich so mein Bild bezueglich Umfang,
>Einfluss und Entwicklung einer Ideologie.

Ja, gut, aber dann würde es doch reichen, hier einfach nur zu lesen, oder? Das ist aber eher eine Frage an mich selbst als an Dich

>Die Interaktion mit Anhaengern einer Ideologie halte ich
>zwecks Abgrenzung und Entwicklung von eigenen Verhaltensweisen
>sogar fuer zwingend, denn fehlende Konfrontation fuehrt frueher
>oder spaeter zu eigenen Fehlschluessen, so glaube ich.

Darüber muss ich noch nachdenken, dazu kann ich jetzt ad hoc nichts sagen. Aber so viel schon jetzt: Das versucht die AUfklärung doch schon seit 300 Jahren... Bisher ziemlich vergeblich. Wenn man sich mal zu Bewusstsein bringt, wieviele gravierende Probleme der Welt aus Religionen herrühren bzw. religiös mitbestimmt sind (was ja zur Zeit im Nahen Osten besonders gut sichtbar wird), kann einem doch panisch werden... Im 18ten Jahrhundert hätte das alles genauso passieren können wie im 21sten. Ist das nicht erschreckend!

>Anhaengern einer Ideologie glauben ihre eigenen Wahrheiten
>zu haben (die keiner Ueberpruefung beduerfen) und verkaufen
>diese auch als solche.

Exakt! Und wie kann man das aufbrechen? Wer gibt denn schon seine Wahrheit auf, von der er "überzeugt" ist?

>Eine "Immunisierung" gegen solche Argumentationen kann m.E.
>nur durch staendigen Kontakt und der damit verbundenen eigenen
>"Neujustierung" erfolgen.

Richtig. Aber glaubst Du, wir würden durch unsere Argumentationen irgendjemandem hier helfen können, sich zu "immunisieren"?

Ich frage mich gerade, ob ich eigentlich grundsätzlich pessimistisch bin, was die Lernfähigkeit des Menschen betrifft...

Hm...

Liebe Grüsse

Sucher