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http://www.stern.de/politik/ausland.....260.html?p=2&nv=ct_cb
Rituale, Gemeinschaft, Religion - sie halfen den Menschen sehr. In asiatischen Gesellschaften ist das Trauern keine Privatangelegenheit. Es geschieht gemeinschaftlich. Auch die hinduistische Lebenseinstellung erwies sich als hilfreich. Die Dorfältesten berichteten uns, wie sehr religiöse Feiern Trost gespendet hatten, und wie hilfreich Besuche religiöser Autoritäten wirkten. Ein Dorfvorsteher sagte mir: "Unser Glaube an unsere Göttin wurde nicht geschwächt. Können wir wissen, wie viel sie getan hat, um diese Tragödie zu verhindern? Wir beten täglich zu ihr und wir leben weiter wegen dieses Glaubens".
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Gerade darauf will ich nicht hinaus - im Gegenteil: Wir möchten mit den Mitteln der Wissenschaft erkunden, was wirklich hilft und was unangemessen ist. Wenn wir die Frage stellen, ob eine Krankheitsbeschreibung auch in unserem Kulturkreis zutrifft, ist das eine vollkommen wissenschaftliche Frage.
Praktisch jeder war von ihnen betroffen - eine erste schwere Stressreaktion, die alle befallen hatte und den Menschen den Schlaf raubte. Was ich für besonders schwerwiegend halte, ist, dass durch eine solche Katastrophe unser Vertrauen in die Welt zerschlagen wird. Wir Menschen leben gern in einer Welt, an die wir uns gewöhnt haben, in der es Gewissheiten gibt. Die Fischer sagten: Mit schlechten Fängen können wir leben. Stürme kennen wir - wenn ein Sturm kommt, klammern wir uns an unser Boot, und der Sturm zieht vorbei. Was jetzt geschehen ist, das kennen wir nicht. Wie konnte es geschehen?
Wenn der Glaube den Menschen hilft, dann sollten wir jedem Menschen den Glauben lassen, der ihm in seinem Kulturkreis wichtig ist.
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