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Liebe Anke,
ich bin ganz traurig, wenn ich Deinen Beitrag lese. Ich glaube, das ist das Schlimmste: wenn einem ein Mensch, den man liebt, ohne Vorbereitung genommen wird. Den üblichen Trost: für ihn war es gut, dass es so schnell war, und er nicht leiden mußte, den hast Du sicher schon öfters gehört.
Deine Fragen: warum er, warum jetzt, die sind nicht zu beantworten. Alle Menschen fragen bei einem Schicksalsschlag warum, alle bekommen darauf keine Antwort. Unser Leben ist halt einfach lebensgefährlich. Schicksalsschläge gehören dazu.
Aber sprechen kannst Du mit ihm. Viele Menschen spüren die Gegenwart der Verstorbenen, wenn sie in Gedanken mit ihnen sprechen. Es kann ein großer Trost sein, wenn man in Gedanken mit dem Verstorbenen noch verschiedenes klären kann.
Wichtig ist auch, so glaube ich, dass Du Deinen Schmerz den anderen zeigst, Deiner Mutter und Deinen Kindern. Denn "geteiltes Leid ist halbes Leid", das stimmt wirklich, und Du zeigst den anderen, dass man trauern darf, dass es wirklich ein furchtbarer Schmerz ist, ihn verlieren zu müssen. Es erleichtert es den anderen, zu trauern, wenn Du Dein Trauern zeigst und ihnen so die Erlaubnis gibst, ihre Gefühle auch zu zeigen.
Die Rituale früher bei uns in den Dörfern bei der Totenwache, wenn die Klageweiber kamen, und die Rituale in anderen Ländern, wo ein ganzes Dorf sich die Haare rauft haben durchaus ihren Sinn. Gemeinsames Trauern erleichtert das Trauern.
Schau auch einmal auf die Seite von www.sterbeforschung.de .
Dort gibt es viele Informationen über Nahtoderfahrungen, und was wir daraus schließen können.
Inanna
Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Rainer Maria Rilke
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