Mohammed war Analphabet?


Hallo,

ueber ein anderes Forum bin ich auf eine Merkwuerdigkeit gestossen:
Es wird immer behauptet der Prophet Mohammed sei Analphabet.
Als Beleg wird Sure 29:48 angegeben:
Dort ist aber keineswegs klar, das er Analphabet war.
Vielmehr ist dies nicht mehr als eine von mehreren moeglichen Auslegungen dieses Verses.
Und diese ist sicherlich nicht die Warscheinlichste in Anbetracht seiner Leistungen als Kaufmann und Feldherr/Politiker, denn dort heisst es je nach Uebersetzung:

Zitat:
Und nie verlasest du vor dem ein Buch, noch konntest du eines schreiben mit deiner rechten Hand; sonst hätten die Lügner zweifeln können.
Ahmadeyya


Zitat:
Und du hast vordem noch keine Schrift gelesen und auch keine mit deiner Rechten abgeschrieben (wa-laa takhuttuhuu bi-yamienika). Sonst würden diejenigen, die (deine Verkündigung) für nichtig erklären, (über die Wahrhaftigkeit deiner Aussage erst recht) im Zweifel sein.
Rudi Paret


Zitat:
Und nie zuvor hast du in einem Buch gelesen, noch konntest du eines mit deiner Rechten schreiben; sonst hätten die Verleugner daran gezweifelt.
M. A. Rassoul


Zitat:
Du hast vorher keine Bücher vorgetragen und mit deiner Rechten nicht geschrieben, sonst hätten die Verfechter des Falschen Grund zu zweifeln gehabt.
Azhar


Zitat:
Und vor ihm hast du weder eine Schrift lesen, noch diese mit deiner Rechten schreiben können, sonst hätten die des Unwahren Verbreitenden daran Zweifel gehegt.
Zaidan


Zitat:
Und du hast vordem kein Buch verlesen und es auch nicht mit deiner rechten Hand geschrieben. Sonst würden die zweifeln, die (es) für falsch erklären.
Khoury


So klar ist es also m.E. nicht, ob
1. Mohamed Analphabet war
oder nur (was viel warscheinlicher ist)
2. kein Buch vorher verlesen, also vorgetragen hat oder gar geschrieben hat

Meine Frage nun an alle:
Kennt jemand andere Quellen, die deutlicher belegen, dass der Prophet Analphabet war?

LG
Martin
Salam

hier noch ein guter Kommentar:

Zitat:
During the prophet Muhammad’s time, there were some people who also claimed to be God’s prophet and messenger. One of them was Musaylima b. Habib. The following is a quote from Guillaume’s translation of Ibn Ishaq’s book:

MUSAYLIMA’S LETTER AND THE APOSTLE’S ANSWER THERETO
Musaylima had written to the apostle (Prophet Muhammad):

From Musaylima the apostle of God to Muhammad the apostle of God. Peace upon you. I have been made partner with you in authority. To us belongs half the land and to Quraysh half, but Quraysh are a hostile people...
Then he (Prophet Muhammad) wrote to Musaylima:

From Muhammad the apostle of God to Musaylima the liar. Peace be upon him who follows the guidance. The earth is God’s. He lets whom He will of His creatures (to) inherit it and the result is to the pious...

This was at the end of the year 10 (after Hijra).

there were other instances in the history of early Islam where Prophet Muhammad sent many letters to Kings and other heads of state, inviting them to embrace God's religion. The spam plausible conclusion is that he realized the importance of written communication, as God has taught in the earliest revelation. Ibn Ishaq’s chronicle on this issue provides a historical evidence to support the fact that Muhammad was indeed a literate prophet.

Dr. G. Adisoma

Reference: Guillaume, A., The Life of Muhammad, a translation of Ibn Ishaq’s Sirat Rasul Allah, Oxford, 1967, p. 649.


Demnach konnte der Prophet Mohammed sehr wohl lesen und schreiben.
Alles andere waere auch unplausibel, denn er als Prophet verstiesse sonst gegen Sure 96:1 des AlQuran!

w.s.
Martin
Ist das nicht so etwas, wie der Streit um des kaisers Bart?

Nehmen wir mal an er wäre Analphabet gewesen.
Was hiesse das dan?
Dass alle Mohammedaner dann auch nicht mehr zur Schule gehen sollen?

Und wenn er kein Analphabet war?
Welche Konsequzen hat das dann?

Soll man daraus auf die Qualität seiner Botschaft schliessen?
Also ist ein religiöser Führer, der lesen und Schreiben kann mehr glaubwürdig als einer der das nicht kann?

Demnach müßte man dann bei der Auswahl der Religion gewisse Kriterien anlegen (zukünftig):
- konnte mein Prophet lesen und Schreiben?
- war er stets modisch gekleidet

Ich denke ob er das war oder nicht ist weniger wichtig als dass er zum Beispiel Alkohol geächtet hat. Das finde ich echt gut!
Auch das mit dem Schweinefleich war letztlich ein guter Tip.
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What would Jesus do?
Hallo Theogott
Du hast die Tragweite nicht erkannt:
Sollte im Quran etwas falsches stehen (Mohammed war Analphabet), dann ist der Quran nicht goettlich, sondern Menschenwerk.
Gott macht keine Fehler!

Gruss
Martin
Ich denke eher dass du da eine eigene Messlatte an die Werke anlegst.
Alle heiligen Bücher sind letztlich von menschen geschrieben worden, die aufgrund Ihrer Bedeutung für die Gesellschaft dann für göttlich erklärt worden sind.
Es mag jeweils darin auch kleinere Unstimmigkeiten und Widersprüche geben, dies muss für den insgesamt gültigem Glauben an die Essenz keine Folgen haben.

"Gott macht keine Fehler"
Ich denke nicht dass man solche Masstäbe an einen Prophet anlegen sollte. Im Nachhinein ist es leicht das zu sagen, aber ich halte es für Kinderglaube und Glaube an den Weihnachtsmann anzunehmen, dass Jesus oder Mohammed zum Beispiel auch Fragen über Computer oder Autos hätten beantworten können.

Verklärungen und die historische Wissenschaft sollte man getrennt betrachten.
Ob das Buch göttlich ist oder nicht kann man leicht am Tenor des Inhalts feststellen, und vor allem daran, ob die die es lesen hinterher "besser drauf sind".

Wer nach Widersprüchen sucht der wird Widersprüche finden.
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Hallo Theogott,

ich stimme dir ja völlig zu!
Natuerlich glaube ich auch nicht an die goettliche Offenbarung. Egal welcher Religion.
Mir geht es um etwas anderes.
Die Klarstellung das Mohammed kein Analphabat war, ist ein wichhtiger Schritt zur Entmystifizierung des Qurans. Sie ist ein Schritt hin zur Demontage des ueberhoeten Bildes dieses Mannes in den Koepfen der orthodoxen Muslime.
Es ist wichtig klarzustellen, das es sehr wohl moeglich war das er christliche und juedische Aufzeichnungen selber studiert hat, daraus eine eigene Liturgie etablierte, welche widerum Eingang in den Quran fand.
Die Negierung des Analphabetismuses von Mohammed fuehrt zwangslaeufig weg von orthodoxen Doktrien mit ihrem Wunderglauben der goettlichen Offenbarung, hin zu einer Moeglichkeit einer modernen Interpretation der Quellen des Islams.

LG
Martin
>Die Negierung des Analphabetismuses von Mohammed fuehrt zwangslaeufig weg von orthodoxen Doktrien

Das stimmt nicht, also mindestends vom Satzbau . Negierung heist ja Verneinung. Lies den Satz nochmal selbst.

Du meinst wohl, dass man den Leuten klar machen muss, dass eine etwas modernere Auslegung des Koran dem ursprünglichen Sinn viel näher kommt. Wäre dann auch meine Rede.

Du must aber klarstellen, dass es dir nicht um eine Demontage von Mohammed geht sondern um die Zukunft der Gläubigen.

Insgesamt war mein Eindruck bisher, dass sich der Koran ganz gut an das Lebensumfeld der Leute angepasst hat wo es auch eine Gesellschaftliche Entwicklung gab.

Zum Beispiel in Dubai, da wo es viele westlich gesinnte Moslems gibt, die allesamt sehr reich sind gibt es automatisch auch einen angepassten Islam .

Im Iran hat das damals nicht funktioniert weil die USA and befreundete Länder wohl über Ihre Geheimdienste lieber den Schah stürzen wollten und daher die Extremisten künstlich gepuscht haben. Die Quittung kommt ja imemr ein paar Jahre später.
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Hallo Theogott,

Zitat:
Das stimmt nicht, also mindestends vom Satzbau . Negierung heist ja Verneinung. Lies den Satz nochmal selbst.

Ich weiss sehr genau, was ich geschrieben habe.

Zitat:
Du meinst wohl, dass man den Leuten klar machen muss, dass eine etwas modernere Auslegung des Koran dem ursprünglichen Sinn viel näher kommt. Wäre dann auch meine Rede.

Soweit stimmen wir noch ueberein.

Zitat:
Du must aber klarstellen, dass es dir nicht um eine Demontage von Mohammed geht sondern um die Zukunft der Gläubigen.

Der Glaube der Glaeubigen hat nur dann eine Zukunft, wenn das Idealbild des Kaufmanns und Feldherrn Mohammeds demontiert wird.
Theogott, es geht um die wahrheit, um Konsistenz der Aussagen. Es kann nicht Angehen, das
- ein Prophet sich an seine eigene offenbarung nicht haelt.
- ein Prophet 23 Jahre lang sich hat nur vorlesen lassen und hat schreiben lassen.
- das selbst von orthodoxen Muslimen anerkannte Historiker (Ibn Ishaq) Mohammed als menschenverachtenden Kriegstreiber (zurecht) darstellen, dieses aber gleichzeitig von den Glaeubigen in den quasi Heiligenstand gehoben werden.
Nur wenn eine homogene, einhellige Meinung ueber Mohammed besteht, kann mann auf jener Basis dann weiter ueber den Islam nachdenken und bei der gelegenheit das Idol Mohammed fallen lassen.
Ganz nebenbei werden dann auch die Hadithe ueberfluessig.

Zitat:
Insgesamt war mein Eindruck bisher, dass sich der Koran ganz gut an das Lebensumfeld der Leute angepasst hat wo es auch eine Gesellschaftliche Entwicklung gab.

Nein der Quran bleibt unveraendert. Die Interpretationen wurden immer wieder angepasst.
Alleine die tatsache das solche "Kaugummi-Interpretationen" moeglich sind, ist ein gravierendes Problem im Islam. Hier muss noch viel Forschungsarbeit geleistet werden.

Zitat:
Zum Beispiel in Dubai, da wo es viele westlich gesinnte Moslems gibt, die allesamt sehr reich sind gibt es automatisch auch einen angepassten Islam .

Nicht der islam hat sich angepasst, sondern die Menschen haben sich von der Religion abgewandt. Sie sind reine Papier Muslime. Ich lebe in Indonesien und kann dieses voll und ganz bestaetigen.
Uebrigens ist das ein aehnliches Phaenomen wie das, das wir im Westen mit der christlichen Religion haben
Zitat:
Im Iran hat das damals nicht funktioniert weil die USA and befreundete Länder wohl über Ihre Geheimdienste lieber den Schah stürzen wollten und daher die Extremisten künstlich gepuscht haben. Die Quittung kommt ja imemr ein paar Jahre später.

Nein, diese Theorie teile ich nicht.

Gruss
Martin
Vielleicht gibt es in Indonesien andere Prioritäten. Muss auch sagen dass ich wenig mit Moslems zu tun habe.

Ansonsten wird auch in die Bibel viel hineingedichtet, da kann man keine großen Unterschiede machen denk ich. Denn es gilt für jede Religion dass man zum Sinn der Gebote vordringen und diese nur anfangs dem Wort nach befolgen sollte.

Was die Moslems und Christen angeht so hat sich der Glaube mit dem kapitalistischen Alltagsglauben gemischt. Letztlich ist ja Kapitalismus die Basis fast aller großen Religionen obgleich es eigene Lehrsätze hat .-)).

Kürzlich war sogar eine schein-christliche Sektenfeier (im Berliner Olympiastadion) im TV zu sehne wo man die Einzugsermächtigungen gleich mit dem Eimer eingesammelt hat.

Na dann treib es mal weiter wenn du denkst dass das einen positiven Einfluss hat. Wie gesagt Indonesien kenn ich nur aus dem TV und es hat den Anschein als ob das ein extrem korruptes Gebilde ist.
Wenn ich bloss an die letzte Tsunami Warnung denke "Wir wollten die Leute nicht beunruhigen ..".
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Zitat:
Die Klarstellung das Mohammed kein Analphabat war, ist ein wichhtiger Schritt zur Entmystifizierung des Qurans

Klar weiss mpoetschik was er geschrieben hat, aber was er dadurch zum Ausdruck bringt, weiss er nicht - und wills auch gar nicht wissen.

Das arabische Wort um welches es hier geht heisst "ummi".
Und mpoetschik geht es um EINE mögliche Übersetzung dieses Wortes. Das heisst, er will allen Menschen seine, im wahrsten Sinne beschränkte Auffassung als besonders "wichtig" erklären. Entmystifizierung - huch !

Es ist vielmehr ein tiefes Geheimnis, wie ein Mensch allen ernstes glauben kann, eine Religion mit "beschränkter Kritik" ihrer Mystik berauben zu können

Mögliche Bedeutungen des Wortes ummi:
- Analphabet;
- unbelesen;
- kein Schriftsteller;
- wortlos, im Sinne, dass er selbst kein Wort aus sich heraus zum Qur'an beitrug
- unbedarft;
- unschuldig, im Sinne von - "wie aus der Mutter neu geboren"
- noch ohne Offenbarungs Buch (im Gegensatz von Juden und Christen);
- "national", (der Prophet der "Gemeinschaft (umma) der Gottgläubigen"), der "Prophet seines Volkes"
- die "Essenz", die "Mutter"

Das soll mal genügen, um zu zeigen - WIE der Qur'an, seinen REICHEN Inhalt entfaltet, für jene, die dies wünschen - und auch für jene, die dies nicht wünschen.
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mfG M.M.Hanel

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