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Geldschöpfungs Problem












Toll, Volker,
das erinnert mich sehr an die Kapital-Arbeitskreise meiner Studentenzeit.
Anschließend an Deinen Beitrag würde passen: Engels, Familie und Privateigentum (ich weiß den Titel nicht mehr genau).
Ich habe übrigens damals Psychologie an der TU Berlin studiert, im Grundkurs hatten wir nicht etwa den alten Freud, sondern "Das Kapital" von Karle Marx.
Das waren noch Zeiten! Verrückt, aber schön!
Bloß hat sich leider im Laufe der Zeit herausgestellt, dass es nicht so einfach ist, eine neue Gesellschaft aufzubauen. An dem Punkt sind wir bös auf die Nase gefallen.
Aber wir sind aufgestanden und weiter gegangen. Und heute glaube ich keinem Systemkritiker mehr, komme er auch noch so wissenschaftlich daher.
Inanna
Also liebe Inanna

Wir sollten das System analysieren und dann ein alternatives aufbauen, welches nach den Gesetzen der Logik auch wirklich folgt.

Und nun zu Dir lieber Volker

Ich muss Dich leider enttäuschen, aber vielleicht ist Dir das sogar recht, wenn Du ein richtiger Studiosus bist, weil dann gehts nicht ums Recht haben, sondern ums Richtige.

Karl Marx war nahe dran, nein, sehr nahe dran, und beinahe ist es ihm gelungen, die Wirtschaft zu enträtseln - aber geschafft hat er es nicht.

Die Marxsche Mehrwertstheorie ist nicht nur letztlich, sondern gleich im Ansatz falsch.
Auch der "Lohn" ist ein "Preis", nämlich für eine bestimmte Arbeitsleistung in bestimmter Zeit. Die Behauptung, etwas sei aber "mehr wert", als es "gekostet" hat, wird nicht dadurch richtig, dass man sie anklagend mit erhobenem Zeigefinger spricht.
Ein Thema über das man endlos streiten kann - der Wert - er kann nicht gefasst werden. (siehe meinen Artikel).

Letztlich ist die "Richtigkeit" oder "Falschheit" der Mehrwerttheorie aber unerheblich.

Wichtig ist, was sich sich rechnen und anfassen lässt.

Das Problem, welches Marx scharf erkannt hat, ist nicht der Mehrwert, sondern die Realisierung desselben.

DAHER ist die relevante Frage nicht:
WO kommt der Mehrwert her? Sondern: WO kommt das GELD her, um ihn zu versilbern!

Es muss GELD zirkulieren, damit der Kapitalist etwas hat von seiner Ausbeutung! Und jetzt, das ist der KERNPUNKT:
Dieses Geld ist NICHT von vorneherein im Wirtschaftskreislauf vorhanden - und wurde auch nicht im Regelfall über die Ur- und Tauschwirtschaft etc. in irgendwelchen Goldmünztruhen an den Kapitalisten vererbt - und auf Bäumen wächst es auch nicht.

Karl Marx hat das Problem erkannt, das er allerdings nicht lösen konnte. (Lies nach, Kapital: II Buch, "Der Cirkulationsprozess des Kapitals" auf Seite 319)
Zitat:
Wie kann nun die ganze Kapitalistenklasse beständig 600.- Pfund aus der Cirkulation herausziehen, wenn sie beständig nur 500 Pfund hineinwirft?
Der zuschüssige Mehrwert von 100 Pfund ist in Warenwert in den Kreislauf geworfen . . . durch diese Operation ist NICHT zuschüssiges Geld (100) für die Cirkulation dieses zuschüssigen Warenwertes gegeben

Und man vergesse nicht, NUR die Kapitalisten haben Kapital und Geld - die Arbeiter nur ihre starken Arme!

Das ist der entscheidende Punkt, den er übersehen hat.

Das BARGELD ist das Loch in seiner Theorie.

Das Problem ist lokalisiert:

Woher kommt der (Bargeld)Gewinn?
Ob man Gewinn sagt oder Mehrwert bleibt sich ja einerlei. Es geht darum, dass in beiden Fällen mehr GELD zurückerwartet wird, als in den Wirtschaftskreislauf hineingepumpt wird.

DAS ist die zentrale Frage.

Marx sah dieses Probblem schon und gab zwei Antworten.

1. Die Schatztruhe
Zitat:
Seite 323:
In der Tat, so paradox es scheint, die Kapitalistenklasse selbst wirft das Geld in die Cirkulation, das zur Realisierung des in Waren steckenden Mehrwerts dient.

Was? AHA!
Der Kapitalist finanzierte nicht nur das Kapital und die Löhne vor, sondern auch noch den Gewinn/Mehrwert!

SIEHST DU - seht Ihr endlich das PROBLEM! (Rosa Luxemburg sah es doch auch - doch sie musste zu früh sterben! Dafür? Und seitdem schweigt man beharrlich darüber!)

Je höher der Mehrwert, je höher der Gewinn, umso mehr muss der Kapitalist in seine Truhe greifen und diesen in den Kreislauf schiessen.
Solch Unternehmer ist kein Kapitalist - das ist Dagobert Duck, mit seinem unermesslichen Geldspeicher - nur er kann solches leisten.

2. Bergwerk
Zitat:
Seite 334
Die zuschüssigen Waren, die sich in Geld verwandelt haben, finden die nötige Geldsumme vor, weil auf der anderen Seite nicht durch Austausch, sondern durch die Produktion selbst zuschüssiges Geld (Gold und Silber (heute Banknoten, oder computerausgedruckte Zahlen auf billigem Papier oder gleich nur mehr virtuell)) in dieCirkulation geworfen wird, das sich in Waren zu verwandeln hat.

HMM?
Wenn die Truhen der Kapitalisten doch mal leer sein sollten, oder nicht mehr aufzukriegen sind, ist das auch kein Problem, denn man gräbt halt nach neuem Gold=Geld (danke für den Hinweis in Südafrika (in Österreich lohnt es nicht mehr.)

Der Unternehmer nicht nur Dagi Duck sondern auch König Laurin!

Man kann es drehen und wenden wie man es will.
Der Marxschen Kreislauftheorie geht es wie jedem Kreislauf (oder Computer) Es kann NIE mehr herauskommen, als hineingegeben wurde.

Nochmals Karle, (wie lieb):
Zitat:
Seite 388
Das Geld, das dazu erforderlich ist, um allseitig diesen Warenaustausch zu vermittel, kommt natürlich aus der Tasche des Kapitalisten selbst - da ja jeder Unternehemer über das entsprechende Geldkapital(!) für seinen Betrieb im VORAUS verfügen MUSS.


Das sollte mal vorerst genügen, um zu zeigen WO das PROBLEM wirklich liegt. (Vom Zins, den man brauch um Geldkapital für die Vorfinanzierung der Produktion zu kriegen, wenn man als Kapitalist KEIN Dagobert Duck und kein König Laurin ist, oder sein will) haben wir noch gar nicht gesprochen - und WO denn der herkommt

Ich habe das Problem in meinem Artikel - und zwei reale Geburten des Geldes beschrieben.
http://www.fro.at/sendungen/islam/isloeko.htm

Wem nach mehr ist, dem empfehle ich dringen die Lektüre:
"Der Kapitalismus" von Paul C. Martin, der auf professionellem Niveau sehr viel zur Lösung des Problems, nein, eher zur Sichtbarmachung des Problems beigetragen hat (Das Buch gibts bei Amazon um fast kein Geld)
http://www.amazon.de/gp/product/354.....816?v=glance&n=299956

GELD - SCHÖPFUNGS - PROBLEM
remember!
hi M.M.Hanel,

Hass kann das Problem nicht beseitigen. Hass kann nur vernichten und töten.

Wenn ein Kreislauf erhalten werden soll, so ist dies doch auch Leben. Denn auch Leben kehrt doch immer wieder zurück - als Circle of Live.

Kreislauf heisst - Geben und Nehmen. Ich kann aber nur soviel nehmen - wie ich auch geben kann, sonst bricht das System eben wieder zusammen.

Harmonie oder der Goldene Schnitt wäre hier eine gerechte Lösung für Alle.

Denken wir darüber doch nach!

biogral-micha
Grüss Gott biogral-micha

Herzlichen Dank für Deine wohl klingenden Worte.
Einordnen in diesen thread kann ich sie allerdings nicht wirklich.
Hatte mich bemüht, streng sachlich, nachvollziehbar zum Thema zu formulieren.

Das Geldschöpfungs-Problem deutlich zu erkennen und anschliessend einer angepassten Lösuung zuzuführen, ist eines der wichtigsten Aufgaben der heutigen Menschheit.
Ohne diese Bewältigung werden keine, noch so schönen Worte den ersehnten Frieden bringen, denn ein hungriger Magen, drängt zum Kampf, schmutziges Wasser wird zu bösem Dampf und lieb' Geflüster selbst zum Krampf.

Was mich allerdings langsam wirklich wundert ist, dass ich weder in real life, noch im virtuellen jene Ernsthaftigkeit und Bereitschaft finde, sich dieser Aufgabe mit offenem Geist zu widmen, um nach der Erkenntnis und klaren EInsicht, unüberwindbare Fakten in die Welt zu tragen.
Sie sind der Garant für den Sieg!
Hi M.M.Hanel,

wir im Team glauben auch das Geldschöpfungsproblem liegt im Vatikan - nach ersten Hochrechnungen kostete der Besuch von Papa Benedict in Deutschland über 20 Millionen Euro - wir haben gelesen, dass z.B. beim DAHW - Deutschen Aussätzigen Hilfswerk für - nur 50 Euro ein Menschenleben gerettet werden kann.

Ja man schöpft auch im Vatikan gerne aus dem Vollen und lebt in Prunk.

Wahre Gottesliebe und eine Vaterfigur sieht doch anders aus - Oder? Die Herrn schöpfen nicht mal die Idee von einer Glaubens-Ökumene - was nicht katholisch ist wird ignoriert!

biogral-Micha&Friends4Love
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