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Worte von Mitmenschen an Dich heranlassen!












Hallo Damokles,

ich könnte mir vorstellen, dass es Dir schwer fällt Worte von Mitmenschen an Dich heranzulassen! Du siehst sicher keinen Sinn mehr in Deinem Leben, aber Du hast ein Recht auf DEIN LEBEN!

Vor 3 Wochen ist mein "Opi" verstorben, der für mich auch eher mein Vater war und ist. Er fehlt mir unheimlich, aber wie krank er wahr...es wäre egoistisch von mir gewesen, ihn weiter am Leben erhalten zu wollen und zu quälen.

Meine Eltern haben sich als ich noch Kleinkind war scheiden lassen. Da ich ständig krank war, wenn ich bei meiner Mutter war, war ich mehr bei meinen Großeltern (dort war ich auch sofort wieder gesund). So auch als meine Mutter neu heiratete und mit ihrem neuen Mann 2 weitere Kinder bekam.

Das Ende vom Spiel ist, dass meine Mutter und ich keine Mutter-Tochter-Beziehung führen. Sie fing ohne mich ein neues Leben an, was sich so anfühlt, als hätte sie mich vergessen. Das fühlte sich so unerträglich für mich an, dass ich mit 18 fortgezogen bin. Seitdem habe ich auch Kontakt zu meinem leiblichen Vater und seiner Familie (seit 3 Jahren). Zu meiner Mutter aber gar nicht mehr, da sie mich viel angelogen hat und auch noch Schulden bei mir (Azubi) hat.

Seitdem ich umgezogen bin, habe ich mehr Abstand gewinnen können...aber das braucht Zeit! Ich habe auch einige stationäre und ambulante Therapien absolviert, da ich durch das "ungeliebt-sein-Gefühl" Essstörungen bekam. Es folgten bis heute auch viele negative Ereignisse, die schwer zu ertragen waren, da ich mich allein fühlte. Ebenfalls habe ich versucht mir das Leben zu nehmen (Hungern, Tabletten...). Aber mich hat immer etwas zurückgehalten und zwar die Neugier auf´s Leben!
Es ist sicher schwer, aber überlege Dir doch mal, was Du eigentlich vom Leben willst - ohne sofort an andere zu denken (Es ist immer noch irgendwie möglich seine Liebsten mit in seine Lebenswege zu integrieren. Trotzdem ich weiterweggezogen bin, habe ich jedes Wochenende meinen Opa im Pflegeheim besucht. Es gibt ja die DeutscheBahn.)
Außerdem würde ich Dir auch empfehlen eine ambulante Psychotherapie zu machen ( man hat zuerst 5 Probesitzungen, nachdem man sich erst entscheiden muss, ob der Psychologe der Richtige für einen ist). Wenn Du Schlafprobleme hast, wird Dir dort auch ein entsprechendes Medikament verschrieben.
Falls Dir das nicht möchtest, gibt es auch die Telefonseelsorge:
• 0800 111 0 111
und
• 0800 111 0 222
Diese Nummern sind kostenlos. Du sprichst völlig anonym mit Menschen, die Dir Ratschläge und Beratungsstellen geben.

Und ein wichtiges Anliegen habe ich noch an Dich: Wenn du Deine Kinder siehst, lästere bitte nicht über ihre Mutter. Wenn meine Eltern schlecht übereinander gesprochen haben, habe ich mich wie ein schlechter Mensch gefühlt (was soll auch anderes herauskommen). Es ist einfach eine Charakterstärke von Dir, wenn Du Dich besser verhalten würdest und vielleicht Deiner Knirpsen Vertrauen vermitteln würdest, indem Du auf ihre Fragen offen reagierst.
Das dauert aber sicher noch etwas.
Nadine
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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