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Salam Ines!
Tatsächlich sind sie aber in die Welt hinausgezogen, nicht um die Andersgläubigen
zu enthaupten (obwohl es auch das gegeben hat ), aber sie zu bekehren (und zu
beherrschen) - und sie beriefen sich dabei damals sehr wohl auf göttlichen Auftrag.
Wenn es also auf das jeweils geltende Verständnis ankommt - wer bestimmt dann,
welches Verständnis heute anzuwenden ist
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Hallo Wu,
Hallo Ines,
Hallo idisan,
Kein Krieg ist heilig, egal ob die Religion mit hineingezogen wird oder nicht. Was gegen die Zehn Gebote verstößt ist nicht heilig.
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Hallo JCIV,
da gebe ich Dir gern recht - hier ging es aber weniger um die Frage, ob ein Krieg heilig
ist oder nicht, sondern was unter bestimmten historischen Gegebenheiten unter 'Jihad'
verstanden wurde oder werden kann - und das Bedeutungsspektrum reicht eben von
der 'religiösen Anstrengung' ganz allgemein bis zum Massenmord an Unschuldigen.
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Hallo Wu,
aus Sicht der Muslime handelte es sich um Befreiungsaktionen. Sie haben keine Völker bekriegt sondern tyrannische Herrscher. Es hat keine Blutbäder gegeben. Es ist einfach eine Tatsache, dass es einer Handvoll arabischer Reiter innerhalb von wenigen Jahrzehnten gelungen ist, eine Gebiet, das von Andalusien bis nach Persien reichte, zu erobern. Die Muslime sahen sich dabei aber keineswegs als Eroberer sondern als Befreier und aus Originaldokumenten, die heute noch einsehbar sind, wird deutlich, dass die Befreiten das ebenso sahen. Die Völker waren froh über die muslimischen Befreier, denn die Muslime brachten ihnen Rechtstaatlichkeit. Dem Koran waren alle gleichermaßen unterworfen, die Herrscher wie die Untertanen. Außerdem war das Maß an religiöser Freiheit bis dato unter den Muslimen unbestritten am höchsten.
Hier ein Auszug aus http://religion.orf.at/projekt02/re.....n/biographien/bi_omar.htm
Die raschen Gebietsgewinne der Muslime kamen nicht von ungefähr, denn die Riesenreiche der Perser und Byzantiner wiesen Schwächen und Zerfallserscheinungen auf. "Entscheidend aber war, dass die unterworfenen Völker das Joch der Herrschaft als immer drückender empfanden", schreibt Claude Cahen (Fischer Weltgeschichte, Der Islam I, 1984, S. 22) und fährt fort: "...Die Forderungen der Steuerbehörden und die Unpopularität der großen Grundherren, welche fast alle Griechen oder doch hellenisiert waren, verstärkten autonomistische Tendenzen ..... Den Grenzbewohnern Mesopotamiens und Syriens waren die Araber bekannt ....Die Einwohner dieser Gebiete pflegten die Araber mit freundlicheren Augen anzusehen als ihre Zentralregierung, die ihnen fremder war." Die landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse blieben von den Muslimen weitgehend unangetastet, die Einwohner durften ihren Grundbesitz behalten; Araber durften sich nur außerhalb dieses Besitzes niederlassen und Güter nur erwerben wenn die Besitzer verschwunden waren, oder wenn es sich um Staatsgüter handelte, die auf den neuen Staat übergingen. (Cahen, S. 26) "Die bisher verantwortlichen einheimischen Führer blieben an der Spitze ihres Landes und hatten zweifellos sogar mehr Freiheit als unter dem früheren Staat", schreibt Cahen. [...]
Im Zusammenhang mit der Eroberung Ägyptens wird Omar folgender Ausspruch zugeschrieben, mit dem er einen seiner Beamten tadelte: "Versklave nicht Menschen, die von ihren Müttern frei geboren wurden!"
Der Historiker und Biograf Ibn al-Muqaffa schreibt in seinem Buch "Geschichte der Alexandriner Patriarchen": "Benjamin, der koptische Patriarch, kehrte zurück nach Alexandrien, nachdem er sich dreizehn Jahre vor der byzantinischen Unterdrückung versteckt hatte, nachdem (der muslimische Feldherr) Amr ibn al-'As für seine Sicherheit garantiert und ihn aufgefordert hatte, die Sache seiner christlichen Gemeinde in die Hand zu nehmen. Klöster, Kirchen und übriges Besitztum der ägyptischen Christen wurden an sie zurückgegeben und nicht angetastet. Sie konnten nach langer Zeit wieder ihren Glauben in voller Freiheit und in einer Zeit des religiösen Friedens ausüben."
Ich möchte nich den ganzen Artikel hier reinstellen, aber ihn doch wärmstens empfehlen.
Übrigens habe ich von den ersten Muslimen gesprochen. Dass auch die Sultane und Kalifen irgendwann der Korruption und Tyrannei anheimfielen, bestreite ich keineswegs.
Gruß Ines
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Hallo!
Hier noch was zum nachlesen:
6. Was bedeutet Djihad im Islam?
Linguistisch bedeutet Djihad u.a. „Anstrengung“. So wird etwa ein fleißiger Mensch im arabischen Sprachgebrauch als „mudjtahid“ bezeichnet.
Im islamischen Kontext ist Djihad im weitesten Sinne die Anstrengung auf dem Wege Allahs. Hierbei werden von islamischen Gelehrten folgende Formen des Djihad unterschieden:
I) Der Djihad des Menschen gegen sein Ego (Djihadu-n-Nafs):
Diese Form des Djihad bedeutet soviel wie Selbstreinigung und wird auch als der größte Djihad (Djihadu-l-akbar) bezeichnet.
II) Der Djihad des Wissens und des Wortes (Al-Djihadu bi-l-´Ilm):
Diese Form des Djihad zeichnet sich dadurch aus, dass der Muslim das Wissen über den Islam an diejenigen verbreitet, die dieses erlangen wollen. Auch zeichnet er sich dadurch aus, dass Ungerechtigkeiten und andere Missstände angeprangert werden mit dem Ziel, diese zu beseitigen. So sagte der Prophet Muhammad (s.a.s.) z.B.: „Der beste Djihad ist ein wahres Wort in der Gegenwart eines ungerechten Machthabers!“
III) Der Djihad mit dem Vermögen (Al-Djihadu bi-l-Mal):
Diese Form des Djihad zeichnet sich dadurch aus, dass der Muslim sein Vermögen auf dem Wege Allahs (t) einsetzt. Besonders empfohlene Beispiele dafür wären freiwillige Zahlungen für Waisen oder andere Bedürftige.
IV) Der Djihad durch anderes nicht-gewaltsames Handeln:
Diese Form des Djihad zeichnet sich dadurch aus, dass der Muslim zum Beispiel eine Krankheit geduldig übersteht, schlichtend zwischen Streitparteien eingreift oder andere gewaltlose Anstrengungen mit dem Streben nach Allahs Wohlgefallen begeht.
V) Der Djihad mit dem Schwert (Al-Djihadu bi-s-Saif):
Diese Form des Djihad ist die „gewaltsame Anstrengung“, falls dieses unvermeidbar geworden ist. So zum Beispiel im Falle einer Selbstverteidigung gegen einen Raubüberfall oder im Falle eines Verteidigungskrieges gegen einen Angreifer. Aus der Biographie des Propheten Muhammad (s.a.s.) geht unzweifelhaft hervor, dass diese Form des Djihad zunächst über etliche Jahre hinweg gar nicht, und auch später immer nur als allerletztes Mittel praktiziert wurde.
Eine Übersetzung des Begriffes Djihad mit „Heiliger Krieg“ ist sowohl linguistisch als auch islamisch-fachspezifisch völlig verfehlt, zumal der Terminus „Heiliger Krieg“ weder im Qur`an noch in der Sunna auch nur an einer einzigen Stelle zu finden ist und Kriege aus islamischer Perspektive vielmehr als ein, wenn auch unter Umständen notwendiges Übel und eine Geißel der Völker angesehen werden. So sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Begriff des „Heiligen Krieges“ nicht etwa aus dem islamischen Kulturraum stammt, sondern eine Begleiterscheinung christlicher Geschichte aus der Zeit des Kreuzfahrertums ist.
(S. dazu als Einführung z.B.: M. Rassoul: Der Gihad, das Gesetz von Saat und Ernte, Köln 1997; auch Hofmann, Murad Wilfried: Der Islam als Alternative, mit einem Vorwort von Annemarie Schimmel, 2. Aufl., München 1999)
Quelle:www.islam-verstehen.de
Gruss und Selam
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