Trend durch die Pille


Liebe Esra,

der Fehler liegt wie immer in der Arroganz des Menschen. Die sexuelle Aufklärung in Deutschland zu Beginn der sechziger Jahre war an sich eine gute Sache - Sexualität ist genauso natürlich wie geboren-werden und sterben-müssen. Der Fehler der Zeit lag darin, das die sexuelle Revolution mit der Abkehr von Beziehung und Lieber nicht nur einherging, sondern sogar forderte. Ein bekannter Spruch der sechziger Jahre lautete "Wer zweimal mit der Selben pennt, gehört zum (spiessigen) Etablishment". Gefördert wurde dieser Trend durch die Pille - und durch die Medien- und Werbeindustrie, die es schnell verstand, die "freie Sexualität" in ihr Marketingkonzept einzubinden. Die ethisch-moralischen-religiösen Werte wie Liebe, Vertrauen, Ehe, blieben dabei auf der Strecke.
Die Kinder überzeugter Juden, Christen, Muslime und Baha' i werden von ihren in der Mehrheit nicht religiös gebunden Mitschülern leicht in eine Abseitsrolle gedrängt, wenn sie eben nicht mit 12, 14 Jahren den ersten Geschlechtsverkehr haben - sondern bis zur Heirat damit warten. Und es gibt -auch unter den jugendlichen Baha`i- einige Kinder, die trotz der Zuwendung der Eltern, trotz dem Verständnis der heiligen Schriften, diesen Gesellschaftsdruck nicht aushalten....

Und da komm' ich wieder zur Rütli-Schule und dem geforderten sozialen, politischen und religiösen Engagement. Wenn die Grundvoraussetzungen für eine moralisch-ethisch gesunde Gesellschaft nicht durch das Staatswesen gefördert werden, geht die Gesellschaft mittel bis langfristig "den Bach `runter". Und wie sie den Bach 'runter geht - sieht man dann auch an den vergewaltigten Frauen und Mädchen in Paris, an den heroinabhängigen Mädchen auf dem Babystrich in Berlin, an der Zunahme von Zwangsprostituion und Kinderpornographie weltweit.