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Im Gegenteil Sucher! Ich bin aus vielerlei Gruenden ein sehr gluecklicher Mensch.
Und ich habe auch nichts an Empfindungen und Freuden immer sogleich etwas auszusetzen.
Ich bin nur allergisch gegen Ignoranz gegenueber Wissen, gegen Aberglauben und den Versuch Menschen irrezuleiten, in denen man ihnen wissentlich oder unwissentlich Erkenntnisse vorenthaelt.
Wenn jemand (ganz generell) lieber "Oh ein Wunder, Oh ein Wunder!" ruft, statt etwas zu recherschieren. Um schliesslich festzustellen das es etwas voellig triviales ist statt eines Wunders, so fehlen ihm offenbar fundamentale Grundlagen der Allgemeinbildung.
Denn zu schnell und zu gerne werden solche "Wunder" von religioes empfindenden Menschen aufgegriffen und nicht mehr hinterfragt. Und spaetestens an dieser Stelle wird dann wiedereinmal Religion wider besseren Wissens durch Phaenomene "bewiesen", die laengst wissenschaftlich widerlegt sind.
Sucher, dieses ist ein Forum, das den Baha'i nahesteht.
Einer deren Grundsaetze ist das sich Religion und Wissenschaft miteinander vertragen MUESSEN.
Endgueltige Wahrheiten werden, wenn ueberhaupt, nur durch Wissenschaft bewiesen, so auch die Richtigkeit einer Religion.
Diese Richtigkeit einer Religion durch Wunder zu "beweisen", hat nie funktioniert und wird es auch nie.
Gruss
Martin
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Da sind wir uns gar nicht so uneinig, lieber Martin.
Für mich sind Wissen und Religion zwei verschiedene Schuhe, wie es in meiner Heimat heisst. Ich interpretiere das aber so, dass das eine der linke, das andere der rechte Schuh ist, und ich denke, der Mensch braucht beide (sieht man von wenigen Ausnahmen ab).
Für mich ist die Mathematik durchaus wunderbar. Wunder-bar. Ich erfreue mich an ihrer Ästhetik, ich freue mich darüber, in Naturphänomenen eine mathematische Gleichung zu entdecken (Chaostheorie, z.B.) oder zu erfahren, dass es eine solche gibt. Ich erfreue mich daran so, wie ich mich an manchen Blumen erfreue, am Anblick meiner Katzen, an manchen Gegenden in meinem geliebten Bayrischen Wald, und ich freue mich auch, wenn andere sich daran freuen. Und gönne es ihnen und versuche NICHT, sie auf die "reine Zahlentheorie" hinzuweisen, die dahintersteht
Ich WEISS, dass das alles kein "religiöses Wunder" ist, ich habe das immerhin 5 Semester lang studiert, ich nutze das auch nicht, um daraus "Gott" zu beweisen (ich selbst bin in religiöser Hinsicht Skeptiker).
Aber ich empfinde bei all dem, dass es "mehr" gibt als nur Berufserfolg, Wirtschaftswachstum, neues Auto, schönes Haus. Es zeigt mir, dass es "mehr" gibt als wir uns vorstellen können. Das muss gar nichts Religiöses sein, das religiös zu interpretieren, ist vermutlich sogar nur ein Beweis, wie wenig der Mensch "weiss".
Doch es macht mich staunen. Und das meinte ich mit "religiösem Staunen", man hätte auch sagen können "ergriffenes Staunen" oder (noch pathetischer) "erhabenes Staunen".
Liebe Grüsse
Sucher
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| Und gönne es ihnen und versuche NICHT, sie auf die "reine Zahlentheorie" hinzuweisen, die dahintersteht |
Warum nicht? Gerade die gesamte Zahlentheorie hat etwas, um deine Worte zu gebrauchen, wunderbares. Sie ist perfekt und als solches schon etwas was man "zu schaetzen wissen sollte" (meine Worte)
| Zitat: |
| Ich WEISS, dass das alles kein "religiöses Wunder" ist, ich habe das immerhin 5 Semester lang studiert, ich nutze das auch nicht, um darauf "Gott" zu beweisen (ich selbst bin in religiöser Hinsicht Skeptiker). |
Das ist sehr wichtig zu schreiben, wenn man in einem religioesen Forum postet. Du ahnst vielleicht nicht, wieviel Aberglaube und Leichtglaeubigkeit dich umgibt.
| Zitat: |
| Aber ich empfinde bei all dem, dass es "mehr" gibt als nur Berufserfolg, Wirtschaftswachstum, neues Auto, schönes Haus. Es zeigt mir, dass es "mehr" gibt als wir uns vorstellen können. Das muss gar nichts Religiöses sein, es ist vermutlich sogar nur ein Beweis, wie wenig der Mensch "weiss". |
Dem stimme ich durchaus zu. Schon Sokrates soll dieses sinngemaess gesagt haben.
| Zitat: |
| Aber es macht mich staunen. Und das meinte ich unter "religiösem Staunen", man hätte auch sagen können "ergriffenes Staunen" oder (noch pathetischer) "erhabenes Staunen". |
Ich empfinde alle 3 Begriffe als eine sehr unglueckliche Wortwahl. Ich spreche lieber von "Respekt" und "zu schaetzen wissen". Mit "ergriffenes Staunen" oder "erhabenes Staunen" assoziiere ich Unterwuerfigkeit, Autoritaet und Reduktion der eigenen Wuerde.
| Zitat: |
Wikipedia:
Staunen oder Verwunderung ist ein Zustand bei etwas, das dem Erlebenden außergewöhnlich vorkommt. Dabei ist noch offen gelassen, ob dieses Verwunderliche eher ein "gläubiges" oder "ungläubiges" Staunen weckt. Der positive Fall löst Bewunderung (Respekt, Verehrung) aus, der negative Fall Befremden (Irritation, Argwohn). |
Dieses impliziert ein ausschliesslich passives Verhalten, statt einem aktiven (Unter-)Suchen.
Es impliziert jedoch nicht Neugierde und Forschungsdrang und damit den Willen zur Entmysthifizierung. Ich denke, das ist auch der Grund, warum ich bei dem Begriff "Staunen" immer Bauchschmerzen bekomme.
Gruss
Martin
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Guten Morgen ihr lieben,
@ Sucher. Dem ist nichts hinzuzufügen.
@ M.M.Hanel. Tja, Bobo hat schon verstanden, um was es hier geht. Nur, ich habe auch mal schlechte Tage. Wenn ich solche habe, diskutiere ich nicht gerne, aus Angst verletzend zu werden. Sobald ich mental wieder ein bisschen mehr fit bin, klinke ich mich aber gerne ein. (Gott hat die Mathematik "erfunden" / das erkennt man gerade an solchen Beispielen).
@ Heiko. Lerne mal wieder ein bisschen zu staunen. Muss man den immer alles kaputtanalysieren? Auch, wenn man sich noch wundern kann, muss man nicht zwangsläufig dumm sein.
Seid mir alle lieb gegrüsst
Bobo
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Lieber Martin,
für mich kommt "staunen" von dem guten alten mittelniederdeutschen "stunen", was so viel bedeutet, "sich widersetzen" (!), und zwar sich dem Eindruck "widersetzen", den man "gewöhnt" ist. Für mich beginnt alle Wissenschaft damit, dass man über etwas staunt, das man nicht kennt und nicht in seinen Alltag eingeliedert hat, um es "abzurufen." Für mich ist die Folge des Staunens IMMER "wissen wollen", das war nie anders. SO bin ich übrigens zur Mathematik und zur Philosophie gekommen, die heute meine grossen "Leidenschaften" sind...
Ich kann Deine Argumentation übrigens durchaus verstehen! Der Mensch entwürdigt sich tatsächlich nicht selten, indem er etwas vergöttlicht, das er nur nicht versteht. Aber Du solltest das nicht jedem unterstellen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn Du mich einfach gefragt hättest, was ich unter "staunen" verstehe, dann hätte ich schon mindestens einen Post eher das obige erklären können.
Liebe Grüsse
Sucher
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