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Hallo Heiko,
ich denke, dass für jeden Glauben der wichtigste göttliche Auftrag sein sollte:
Sei gut zu Deinam Nächsten
Verzeihe, wenn man Dir was tut
Gebe einem frierenden Menschen eine Decke und einem hungernden Menschen essen; das ist wichtiger als Worte.
Vertraue auf Gott, denn wir sind ohne ihn nichts.
Für mich ist der Sinn des Lebens für die Schwachen einzustehen, Worte zu haben, für die Menschen, die keine Worte mehr finden und Tränen zu weinen, für die Menschen, die keine Tränen mehr haben.
Es gibt noch viel mehr schönere "Sinne des Lebens" als wir auf den ersten Blick vermuten würden
Seid lieb gegrüsst
Bobo
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Liebe Bobo,
aber ist das nicht ein "Sinn des Lebens", den Du Dir selbst gegeben hast? Ich verzweifle oft an der Frage, was "der" Sinn des Lebens ist, bzw. ob es so etwas überhaupt gibt. Klar, ich habe meinem Leben auch Sinn gegeben, aber "den" Sinn habe ich noch nicht gefunden. Ich kann das schwer erklären, aber ich habe seit Kindestagen gehofft, es gäbe etwas, wo man sagen kann: "Ja, DAS ist es, ganz allgemein gesehen". Aber vielleicht ist "der" Sinn ja, das jeder seinen individuellen SInn finden muss und findet.
Nachdenkliche Grüsse
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Hallo Sucher!
Kommen wir mit dieser Frage nicht an das Grundproblem der Aussagbarkeit -
muss der Sinn des Lebens denn für uns wirklich begreifbar sein? Ich denke,
dass alle hineingeheimnissten 'Sinne' nur menschliche [=unzulängliche]
Annäherungen sind. Wittgenstein sagt's von seiner philosophischen Warte:
| Zitat: |
6.521 Die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden
dieses Problems.
(Ist nicht dies der Grund, warum Menschen, denen der Sinn des Lebens
nach langen Zweifeln klar wurde, warum diese dann nicht sagen konnten,
worin dieser Sinn bestand.) |
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Das ist richtig, und Wittgenstein sagt in seinem letzten Tractatussatz auch, dass wir über das, worüber wir nicht reden können, schweigen müssen.
Liebe Grüsse
Sucher
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Jahaaa - da geht er aber m.E. von der (zu) formalphilosophischen Betrachtungsweise aus 'Was überhaupt gesagt werden kann, kann klar gesagt werden'. Nun gibt es aber Wahrheiten, die als solche nicht gesagt werden können, aber doch mitgeteilt werden wollen - Dir als Ex-Zennie ja vertraut - und da ist es oftmals hilfreicher (wenn auch sprachphilosophisch vielleicht falsch), einen Sachverhalt von mehreren Seiten ungenügend zu beschreiben, als überhaupt den Mund zu halten. Damit hat der Zuhörer dann zumindest ein vage Idee, worum's bei der Sache eigentlich geht. An die Worte klammern darf er sich dann freilich nicht...
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