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Man beachte, dass die Bibel, bzw. das Christentum nach Indien kam, bevorQuelle: CIA, The World Factbook 2001, http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/index.html (abgerufen im August 2002)
Hinduismus
Die Entstehung des Hinduismus wird auf 1500 vor Christus datiert, als die Veden, heilige Gesänge und Hymnen, komponiert und von Priestern bei rituellen Handlungen rezitiert wurden. Der Hinduismus existiert nicht als einheitliches Glaubensrichtung mit genauer Erklärung über das Wesen von Gott oder die Entstehung der Welt, sondern er umfasst eine Reihe von philosophischen Betrachtungen und rituellen Handlungen, die neben den Veden in weiteren Werken wie die Upanishaden oder die Bhagwad Gita ihren Ursprung finden. Verehrt werden mehrere Gottheiten, die verschiedene Formen annehmen. Eine zentrale Rolle spielen die drei Gottheiten Brahma, Vishnu und Shiva, die in der Reihenfolge als Erschaffer, Erhalter und Zerstörer gelten. Die rituellen Handlungen finden sowohl in Tempeln wie auch Hausaltären statt, die viele Familien bei sich aufgebaut haben. Von den zahlreichen Festtagen und Zeremonien sind einige neben den Göttern auch der Sonne, dem Mond, oder auch Tieren, wie z. B. der Schlange gewidmet.
Islam
Die größte religiöse Minderheit ist der Islam, dem 11 bis 12 % der Bevölkerung angehören. Somit stellen die 101,5 Mio. indischen Moslems eine der weltweit vier umfangreichsten muslimischen Gruppen neben Indonesien, Pakistan und Bangladesh dar. Die meisten Muslime leben in den Staaten Uttar Pradesh (24 Mio.), Westbengalen (16 Mio.) und Bihar (12 Mio.). Die Mehrheit der Bevölkerung bilden sie in Jammu und Kaschmir (65 %) und im Unionsterritorium Lakshadweep (94 %).
Die überwiegende Mehrheit der Muslime in Indien, nämlich 90 %, sind Sunniten. Diese erkennen keine Kalifen als Religionsführer an, sondern religiöse Gelehrte (ulamas), die den Koran kennen und interpretieren. Unter den Shiiten wiederum stellt die Untergruppe der Ismaeiliten die Mehrheit dar. Diese sind vor allem in Gujarat und Maharasthra angesiedelt.
Christentum
Dem Christentum gehören ca. 2,3 % der Bevölkerung an. Das Christentum erreichte Indien bereits zur Zeit der Aposteln und ist heute in allen seinen Formen präsent. Es heisst, der Heilige Thomas landete im Jahr 52 n. Chr. und begann mit den ersten Konvertierungen. Im vierten Jahrhundert etablierte sich die syrisch-orthodoxe Kirche. Die Ankunft der Portugiesen Ende des 15. Jahrhunderts brachte die römisch-katholische Kirche nach Indien. Der Jesuit Heiliger Franz Xaver missionierte entlang der Westküste, vor allem bei den Angehörigen niedriger Kasten und bei Kastenlosen. 1995 gab es 19 Erzbischöfe, 103 Bischöfe und ca. 15.000 Priester in Indien. Die protestantische Kirche verbreitete sich vor allem während der britischen Kolonialzeit. Seit 1947 sind in der "Church of South India" die presbyterianische Kirche, die Reform- und Kongregationskirche, methodische und anglikanische Kirche vereint mit ca. 2,2 Mio. Mitgliedern. Eine ähnliche "Church of North India" hat 1 Mio. Mitglieder.
In Kerala und Goa machen Christen ein Viertel bzw. ein Drittel der Bevölkerung aus, in den kleinen Einzelstaaten Mizoram und Nagaland bilden sie die Mehrheit.
Buddhismus
Der Buddhismus entstand als Ableger des Hinduismus in Nordindien im 5. Jahrhundert vor Christi, als Gautama Buddha sich auf der Suche nach der Bedeutung des Lebens auf Wanderschaft begann und schliesslich Erleuchtung erlangte. Von dort aus verbreitete sich seine Lehre nach Asien, wo sie vor allem heute in Japan und China präsent ist. In Indien gehören heute lediglich 0,6 % der Bevölkerung dem Buddhismus an.
Sikhismus
Im 16. Jahrhundert entstand im Punjab der Sikhismus. Der Gründer, Guru Nanak wurde als Hindu geboren und war sowohl von den muslimischen wie hinduistischen Heiligen angezogen. In ihrem Kern befand er beide Religionen für ähnlich und begann, eine Lehre ihrer Einheit zu predigen. Der Sikhismus kennt kein Kastenwesen und glaubt an die Gleichheit der Menschen. Aeusserlich sind die Sikh-Männer leicht zu erkennen: sie tragen in der Regel einen Turban, unter dem sie ihre Haare, die sie nicht abschneiden dürfen, zusammenbinden. Der heiligste Ort für Sikhs ist Amritsar, wo sich der Goldene Tempel befindet. Im Einzelstaat Punjab bilden Sikhs heute die Mehrheit, indienweit machen sie weniger als zwei Prozent der Bevölkerung aus.
Jainismus
Der Jainismus entstand um die gleiche Zeit herum wie der Buddhismus, hat jedoch ausserhalb von Indien keine Verbreitung gefunden. Seine Anhänger (ca. 4,5 Millionen) sind vor allem im Westen und Südwesten Indiens angesiedelt. In der Geschäftswelt sind Jains stark vertreten und sehr erfolgreich. Sie sind strikte Vegetarier, da sie alles Lebendige verehren und die Jain-Mönche bedecken sogar ihren Mund, um das versehentliche Schlucken von Insekten zu vermeiden.
Weitere religiöse Gemeinschaften
Weitere in Indien präsente kleine religiöse Gemeinschaft sind die Juden, die landesweit in einigen Städten vertreten und die Parsis oder Zoroastrer, die aus Persien nach Indien flohen und heute vor allem in Gujarat und Mumbai angesiedelt sind.
es nach Europa gekommen war!
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