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Hallo,
Necla Kelek's Interview im Spiegel spricht ein sehr brisiantes Thema unserer Zeit an! Ich sehe die Aussagen von Necla Kelek als zutreffend an und möchte diese Thematik deswegen zur Diskussion stellen. Hier das Interview fast vollständig:
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Das Kopftuch muslimischer Frauen sei eine "Art Branding, vergleichbar mit dem Judenstern", hat Alice Schwarzer in einem "FAZ"-Interview erklärt. Die Autorin und Frauenrechtlerin Necla Kelek teilt diese Einschätzung. Mit SPIEGEL ONLINE sprach sie über Gründe und Folgen von Verschleierung.
SPIEGEL ONLINE: Frau Kelek, Alice Schwarzer hat in einem Zeitungsinterview erklärt, das Kopftuch stigmatisiere muslimische Frauen zu Menschen zweiter Klasse - ähnlich wie im Dritten Reich der Judenstern. Teilen Sie diese Auffassung?
Necla Kelek: Frau Schwarzer hat vollkommen Recht: Mit dem Tragen eines Kopftuchs werden Frauen zu sexualisierten Wesen reduziert, anstatt gleichberechtigte Menschen zu sein. Frauen müssen sich zudecken, damit die Männer nicht unruhig werden. Sie verhüllen sich nicht für Gott, sondern weil Männer ihrer Triebe nicht Herr werden. Die Aussage, die dahinter steckt, lautet: Jede Frau, die kein Kopftuch oder keinen Tschador trägt, bringt Unruhe in der Öffentlichkeit. Frauen werden als Unruhestifterinnen stigmatisiert und haben einem einzigen Mann zu gehören. Das Recht auf Selbstbestimmung wird ihnen damit genommen.
SPIEGEL ONLINE: Gibt es nicht auch Frauen, die sich freiwillig für das Tragen eines Kopftuches entscheiden?
Kelek: Wenn Menschen sich freiwillig zu einem faschistischen System bekennen, dort glücklich und davon überzeugt sind, dann kritisieren wir das doch auch und sehen den gesellschaftlichen Kontext. Wir fragen uns etwa: Was bewirken diese Neonazi-Gruppen? Und eine Frau, die Kopftuch tragen will, flaggt für eine islamistische Partei. Auch wenn sie sich selbst dafür entschieden hat, sagt sie damit, dass die Frauen Sexualwesen sind. Das tut sie vielleicht nicht bewusst, weil sie keine Soziologin ist. (...) Als die islamistische Revolution im Iran begann, mussten die Frauen sich verschleiern. Das ist immer das erste, was die Islamisten tun.
SPIEGEL ONLINE: Gegner eines Kopftuchverbots führen immer an, dass es keine allgemeingültige Interpretation dessen gibt, was es für die Einzelne bedeutet, ein Kopftuch zu tragen. Sie widersprechen dem?
Kelek: Ja, im gesellschaftlichen Bild gibt es eine allgemeingültige Bedeutung. Nach der Scharia hat die Frau sich zu verschleiern, weil der Mann seine Triebe nicht beherrschen kann und er sich versündigt, wenn er sie anguckt. Wenn sie sich dafür entscheidet und sagt: Ja, ich bin ein Wesen, das die Männer zur Unruhe treibt und sich bedeckt, akzeptiert sie das doch. Bewusst oder unbewusst. Ich sage nicht, dass die Frauen das wissentlich machen. Meine ganzen Bücher drehen sich darum, dass die betroffenen Frauen durch ihre Sozialisation keine andere Alternative haben. Ihnen wird gesagt, sie seien Unruhestifterinnen und dürften nicht in die Öffentlichkeit.
SPIEGEL ONLINE: Es ist in der letzten Zeit häufiger vorgekommen, dass sich ganz junge Mädchen aus scheinbar aufgeklärten Familien dafür entschieden haben, Kopftuch zu tragen - obwohl ihre Mütter es nicht machen. Was bedeutet das?
Kelek: Nicht jeder Junge, der ein Hakenkreuz malt, ist ein politisch überzeugter Neonazi. Vielleicht will er damit nur seine Eltern, seine Lehrer provozieren. Das mag sein. Nicht jedes Mädchen, das ein Kopftuch trägt, ist eine Islamistin. Vielleicht will sie sich damit nur abgrenzen. Von den Eltern, von den Deutschen, von den Ungläubigen. Auch das mag sein. Im Kern ist es aber eine politische Bewegung. Seit 1979 ist das Kopftuch eine Flagge der Islamisten. Wer sich dem anschließt - egal aus welchem individuellen Grund - entscheidet sich politisch - für eine politische Marke. Auch diese jungen Mädchen. Es ist ein Zeichen dafür, dass sie meinen: Die Frau hat in einer anderen Gesellschaft zu leben.
SPIEGEL ONLINE: Hat sich in den letzten Jahren etwas an der Art der Verhüllung geändert?
Kelek: Seit Tayyip Erdogan 2003 türkischer Ministerpräsident ist, gibt es eine neue Form der Verhüllung auch bei türkischen Migrantinnen in Deutschland - die langen Mäntel und die Kopftücher. Das kommt ganz klar von den islamistischen Parteien. Wer sich in der Türkei so verhüllt, der wählt auch die AKP. Das ist so.
SPIEGEL ONLINE: Was bedeutet es für Frauen, sich zu verschleiern?
Kelek: Zunächst einmal heißt es, dass sie alles dafür tun muss, dass ihr Körper in der Öffentlichkeit nicht gesehen wird - mit Auswirkungen auf die gesamte Kommunikation. (...) Verhüllte Frauen nehmen nicht mehr an den Errungenschaften der Menschlichkeit teil. Sie dürfen ihren Körper nicht erfahren, nicht schwimmen, nicht turnen, nicht am Biologieunterricht teilnehmen, werden ihrer Sexualität beraubt. Wenn diese Frauen sich dann persönlich sagen: "Ich mache das doch alles freiwillig", ist das auch ein Muster, das wir aus extremistischen Gesellschaften kennen.
SPIEGEL ONLINE: Umgekehrt gefragt: Was ändert sich konkret für eine Frau, die sich dafür entscheidet, das Kopftuch abzulegen?
Kelek: Plötzlich wird sie wieder eins mit der Natur - spürt den Wind und die Sonne. Es ist ein unglaubliches Gefühl für diejenigen Frauen, die dann Schwimmen gelernt haben - plötzlich können sie eine Naturgewalt beherrschen. Eine Frau, die im Wasser nicht ertrinkt, kann sich auch in einer Krise über Wasser halten: Die Redewendung "Sich über Wasser halten können" hat in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung. Dazu muss man etwas können und wenn den Frauen verboten wird, etwas zu können, will man sie weiter in der Abhängigkeit halten.
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Eine mutige und intelligente Frau, die leider bei weitem nicht den Respekt bekommt, den sie verdient. Aus Muslimischen Kreisen erfährt Frau Kelek, nicht nur Widerstand, sonder wird ihrer Ansichten wegen bedroht!
Gruß Heiko
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Hallo zusammen!
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| Und eine Frau, die Kopftuch tragen will, flaggt für eine islamistische Partei. Auch wenn sie sich selbst dafür entschieden hat, sagt sie damit, dass die Frauen Sexualwesen sind. Das tut sie vielleicht nicht bewusst, weil sie keine Soziologin ist. (...) |
Wenn Muslim- Sein (mit all den Pflichten gegenüber Allah te`ala) bedeutet, für eine "islamistische Partei zu flaggen", dann flagge ich aus ganzem Herzen und voller Überzeugung für diese.
Und eine wundervoll- schlüssige Argumentation für obige Aussage -->
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Als die islamistische Revolution im Iran begann, mussten die Frauen sich verschleiern. Das ist immer das erste, was die Islamisten tun.
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Na dann ist ja alles klar, nicht wahr?
Es ist aber doch eigentlich ganz einfach:
Für den Muslim gilt alles was im Qur`an steht, sprich, wenn Allah te`ala uns verbietet, Schwein zu essen, dann gibt es kein "Warum?", "Wieso?" und "Weshalb?".
Es hat seinen Sinn, den wir nicht verstehen müssen, der aber dennoch genau so absolut richtig und notwendig ist.
Ebenso verhält es sich mit dem Schleier.
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Meine ganzen Bücher drehen sich darum, dass die betroffenen Frauen durch ihre Sozialisation keine andere Alternative haben. Ihnen wird gesagt, sie seien Unruhestifterinnen und dürften nicht in die Öffentlichkeit.....
Nicht jedes Mädchen, das ein Kopftuch trägt, ist eine Islamistin. Vielleicht will sie sich damit nur abgrenzen. Von den Eltern, von den Deutschen, von den Ungläubigen. Auch das mag sein. Im Kern ist es aber eine politische Bewegung.
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So will es die hiesige Gesellschaft, also reden wir schön nach deren Mund.
Man ist ja aufgeklärt, unabhängig und sehr gebildet!
Das arme Kopftuch- tragende Mädchen... ein Opfer?
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Es reicht!
Viele Grüsse
Umay
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Hallo Heiko!
Das ist ein interessanten Interview und in vielem hat Frau Kelec sicher auch recht.
Ich würde es trotzdem nicht ganz so eng sehen, denn es gibt doch sicher auch Frauen (ich spreche bewusst nicht von Mädchen, da die ja ihren eigene Weg erst noch finden müssen und noch sehr beeinflussbar sind), die das wirklich aus ganz freiem Willen machen, weil sie sich auch wohler fühlen mit Kopftuch. Die das also eigentlich nicht müssten und es von der Familie/Gemeinschaft nicht gefordert wird und die es trotzdem wollen, weil sie es so richtig finden. Frau Kelec sagt, das würde sie dann nicht bewusst tun, sondern aus unbewussten Zwang sich an Traditionen zu halten. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es Frauen gibt, die das wirklich wollen. Wobei ich jetzt nur von dem Kopftuch spreche, nicht von Verhüllung wie Tschador, etc. (Da kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das wirklich jemand freiwillig antut)
Ich bin zwar Christin und kenne mich im Koran nicht so gut aus, kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass im Koran irgendetwas steht, das eine Verhüllung rechtfertigen würde. Es wird bestimmt oft nur so ausgelegt und verdreht, so wie man eben alles im Leben verdrehen kann.
Schlimm finde ich, wenn jemand der seinen eigenen Standpunkt offen vertritt und seine Meinung sagt, so wie Frau Kelek, dafür bedroht wird. Damit setzen sich diese Kreise ja schon selbst ins Unrecht, denn was befürchten sie denn?
Grüßle
Kiki
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Warum stiftet das Koptuch so viel Unruhe - in den Köpfen von Nichtmuslimen?
Hat das was zu tun mit dem allgemeinen Wunsch die "Frau zu entkleiden?"
Vielleicht von Männern und Emanzen,
Die am liebsten nackt das Diesseits hier durchtanzen
Doch wenn man ihr Innerstes entblöst
Sind sie fürchterlich erböst
Und sagen: "Hey, das ist ja gar nicht so und auch nicht so -
Ich bin so wie ich bin, ganz froh"
Daher musst Du so werden wie ich bin,
Da wird das Leben erst so richtig bunt und bunter
Dann macht's erst wirklich Sinn
Darum her mit deinem Kopftuch - her damit, nimm's runter!
Und wenn Du nicht so tust, so wie ich will -
Werd' ich zum Wal und Du zum Krill."
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Hallo,
ehrlich gesagt kann man die frau kelec, glaube ich, nicht für ganz voll nehmen. Sie kritisiert die allgemeinheit der der muslimischen damen, die ein kopftuch tragen. Ich kenne soviel frauen die ein kopftuch tragen und erst vor kurzem hat eine bekannte sich dafür entschieden (man glaub es nicht aber ganz ohne zwag, druck und schläge; solls ja geben). Und ist damit sehr glücklich. Das thema ist doch jetzt endlich mal ausdiskutiert, oder?
Lasst doch diese Damen in ruhe ihre Tücher tragen.
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