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Mein Vater ist von mir gegangen!






Hallo Petra,
ja mir macht es schon zu schaffen was ich entscheiden musste. Aber es musste auch so schnell gehen. Die Ärzte gaben meinem Dad auch so gut wie keine Chance. Es wäre auf keinen Fall mehr ein "leben" gewesen. Er hätte rein gar nichts mehr selbst machen können. Nichts mehr. Und geistig hätte er wohl dann doch alles mitbekommen. Das hätte mein Dad nie gewollt. Das weiß ich. Ihm hat ja schon sein letzter Zustand zu schaffen gemacht. Obwohl das weit nicht das von dem war das ihn erwartet hätte. Ich hoffe wirklich das mir ein Reading in einem halben Jahr ca. Antworten auf meine Fragen geben kann. Ich habe aber jetzt schon manchmal immer wieder das Gefühl das er in meiner Nähe ist. Es tut gut. Aber er fehlt mir auch so sehr. Er war so stolz auf seinen Enkel. Gestern erst habe ich Videos angesehen wo mein Dad auch mit drauf war. Das hat so gut getan ihn "live" zu sehen.

Ich wünsche Dir auch viel Kraft. Ich denke und hoffe auch das unsere Dads als Schutzengel über uns sind.

Liebe Grüße

Verena
Hallo Ihr Lieben,

zunächst einmal möchte ich sagen, wie gut es mir getan hat eure Zeilen in diesem Forum zu lesen. Somit weiß ich, daß ich mit meiner Trauer nicht allein auf dieser welt bin.Ich habe am 18.07.2006 ganz plötzlich und völlig unerwartet meinen Vater verloren. Auch er war ein Mensch, der nie sehr offen über gesundheitliche Probleme geklagt hat. Für mich war er kerngesund, er ging eifrig seiner Arbeit nach und hatte Pläne für die zukunft. Um so schockierender für mich dann die Nachricht, dass er am 16.07.2006 mit einer Lungenembolie ins KH auf die Intensivstation kam.Dort besuchte ich ihn auch am Mo, den 17.07.2006. Er war völlig klar in seinem Denken, wirkte etwas schwach und war natürlich auch an allen möglichen Geräten angeschlossen.Wir haben ganz normal miteinander geredet. Seine Sorge war, wann er wieder arbeiten gehen könnte. Ich sagte ihm, er solle doch erst einmal wieder gesund werden und dass seine Enkelkinder doch darauf warten wieder mit ihrem Opa spielen zu können. Meine Mutter besuchte ihn dann noch einmal am 18.07.06.Sie sagt er wirkte etwas schwach, war aber bei vollem Bewußtsein.Zum Abschied ließ er auch wieder liebe Grüße an seine Enkel(sein ganzer Stolz) und mich ausrichten.Kurz vor Mitternacht ist er dann gestorben. Er hatte wohl nach den Ärzten geklingelt, weil er keine Luft mehr bekam.Diese haben noch versucht ihn mit Luftröhrenschnitt und anderen Wiederbelebungsversuchen zu retten, aber vergeblich. Sein Tod kam so unerwartet für mich, es tut mir so weh und ich kann es einfach nicht begreifen, warum er?,Warum jetzt?Er war doch erst 59.Warum durfte er seinen 60. Geburtstag nicht mehr erleben. Warum seinen im April diesen Jahres geborenen Enkel nicht mehr aufwachsen sehen. Ich falle in ein tiefes,schwarzes Loch.Ich muß sehr oft weinen, weil der Schmerz in mir alles zusammenzieht. Aber vor meinen Kindern und meiner Mutter muß ich stark sein.Ich möchte sie nicht so runterziehen.Ich bin so verzweifelt, ich hätte ihm noch so viel zu sagen gehabt. Warum wurde er so jäh aus dem Leben gerissen, wir hatten gar keine Zeit uns darauf einzustellen. So viele Fragen und keine Antworten.Und derjenige, der sie uns beantworten könnte ist nicht mehr da.
Liebe Anke,
ich bin ganz traurig, wenn ich Deinen Beitrag lese. Ich glaube, das ist das Schlimmste: wenn einem ein Mensch, den man liebt, ohne Vorbereitung genommen wird. Den üblichen Trost: für ihn war es gut, dass es so schnell war, und er nicht leiden mußte, den hast Du sicher schon öfters gehört.

Deine Fragen: warum er, warum jetzt, die sind nicht zu beantworten. Alle Menschen fragen bei einem Schicksalsschlag warum, alle bekommen darauf keine Antwort. Unser Leben ist halt einfach lebensgefährlich. Schicksalsschläge gehören dazu.

Aber sprechen kannst Du mit ihm. Viele Menschen spüren die Gegenwart der Verstorbenen, wenn sie in Gedanken mit ihnen sprechen. Es kann ein großer Trost sein, wenn man in Gedanken mit dem Verstorbenen noch verschiedenes klären kann.

Wichtig ist auch, so glaube ich, dass Du Deinen Schmerz den anderen zeigst, Deiner Mutter und Deinen Kindern. Denn "geteiltes Leid ist halbes Leid", das stimmt wirklich, und Du zeigst den anderen, dass man trauern darf, dass es wirklich ein furchtbarer Schmerz ist, ihn verlieren zu müssen. Es erleichtert es den anderen, zu trauern, wenn Du Dein Trauern zeigst und ihnen so die Erlaubnis gibst, ihre Gefühle auch zu zeigen.

Die Rituale früher bei uns in den Dörfern bei der Totenwache, wenn die Klageweiber kamen, und die Rituale in anderen Ländern, wo ein ganzes Dorf sich die Haare rauft haben durchaus ihren Sinn. Gemeinsames Trauern erleichtert das Trauern.

Schau auch einmal auf die Seite von www.sterbeforschung.de .
Dort gibt es viele Informationen über Nahtoderfahrungen, und was wir daraus schließen können.

Inanna

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Rainer Maria Rilke
Liebe Ianna,

danke für Deine tröstenden Worte. Die Internetseiten sind wirklich sehr interessant und helfen mir ein wenig mit dem Erlebten umzugehen. Es ist nicht so, daß ich niemanden zum Reden hätte, aber trotzdem möchte ich meinen Schmerz am liebsten laut in die Welt hinausschreien. Und da tut es gut sich in solch einem Forum mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ich hoffe nur, daß es ihm, da wo er jetzt ist gut geht und das es den Kummer und das Leid, das er über uns gebracht hat Wert war. Das Leben geht für mich weiter, auch wenn es mir im Moment sehr schwer fällt, das zu akzeptieren. Es gibt wirklich nichts, was mich richtig trösten kann. Aber es tut gut,seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Und die Tatsache, daß ich hier schreiben kann,erleichtert mich auch unheimlich.
Hallo sei lieb gegrüsst,
Auch mein Daddy ist am 7.o7 2006 von uns gegangen...Er fiel am Montag zuvor einfach um und war bewusstlos wie lang weiss er selber nicht mehr --es schnürte ihm die Brust zusammen und es wurde dunkel..hat er noch erzählt..Meine Stiefmum hat ihn gefunden und er ist dann zum Arzt.Der hat gesagt Verdacht auf Herinfarkt und das er in die Klinik solle.
Aber er wehrte sich und meinte das wäre nicht notwendig...Mein Bruder und ich dachten über eine Zwangseinweisung nach aber das hätte nur geklappt wenn ihr ihn hätten quasi entmüdigen lassen und das wollten wir nicht.Also liessen wir es..ich telefonierte jeden Tag mit ihm .Am Donnerstag als er den Hörer abnahm flachste er noch rum : Ich weiss ich weiss --ich lebe noch und du musst noch nicht sammeln!Mit einem Zwinkern und seinem wie immer etwas schwarzen Humor...Allerdings hustete er während des Telefonates fortwährend was mich schon stutzig machte aber er winkte nur ab..Wir telefonierten fast eine Stunde lachten ,spassten und ich sagte ihm das wir ihn liebhaben und er bitte auch weiter in Behandlung bleiben solle..Ich konnte schlecht selber dorthin da wir doch schon eine Strecke auseinander wohnen und ich schlecht laufen kann weil ich eine neue Hüfte brauche...
Dann am Freitag den 7.07 klingelte dasTelefon mein Bruder rief an und sagte mir das mein Vater wohl abgeholt werden sollte in die Klinik weil er bewusstlos geworden ist und ich solle zu Hause anrufen..Das habe ich auch getan -am anderen Ende herrschte Stille und meine Stiefmum sagte mir nur leise das mein Vater gerade eben verstorben ist...Einfach so...plötzlicher Herzstillstand -die Diagnose ...Reanimation war nicht möglich:-(
Ich musste meinem Bruder Bescheid sagen wir fuhren SOFORT hin und haben fürchterlich geweint und uns auch Vorwürfe gemacht warum wir nicht mehr Druck gemacht hatten wegen dem Krankenhaus obwohl wir wussten das er uns NIEMALS verziehen hätte und ohnehin nach Hause gegangen wäre...
Ich glaube heute das mein Vater bewusst diesen Weg WOLLTE denn als wir bei seinem Hausarzt anriefen erklärte der uns das mein Vater wusste das er sterben könnte,wenn er sich nicht schleunigst einem Krankenhausaufenthalt mit eventueller Bypass OP unterzieht.
Was ich sagen will ist das manchmal der Seelenentscheid eines Menschen unumgänglich ist und dann wird das eigene WOLLEN völlig bedeutungslos...ich habe meinen Vater im Traum gesehen mit meiner 1992 verstorbenen Mutti seiner ehemaligen Frau und sie sagten mir das ich nicht traurig sein muss und er jetzt alles hat was er sich je gewünscht hat..ich denke es war sein Wunsch ..er hatte sicher seine jetzige Frau auch lieb aber ich weiss das er unsere richtige Mum nie vergessen hat und seit ihrem Tod war ein grosser Teil von ihm mitgegangen...
Ich wünsche denjenigen Trost und Kraft die einen Menschen verloren haben den sie geliebt haben....Eure Isissmaus
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