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Texte aus Zürich, jawoll! ;)












Sterbens-Andacht

XLIV. Stück aus "Musicalisch-Wochentliche Vergnügungen, Drit- und letster Jahr-Theil" (Zürich 1760).
Text: Herkunft unbekannt.


Dir ist gesagt, o Mensch! du müssest einmal sterben.
- Wann dann? - Das weiss der Höchste nur!
Auf, auf, tu wahre Buss, sie rettet vom Verderben,
sonst schlaget unvermerkt dir deine Todesuhr!
Hörst du die Stimme nicht,
die dir so ernstlich ruft?
- Wie dann? - O Mensch, bestell dein Haus und gehe in die Gruft!
Nun, da ich dieses weiss, so falt ich meine Hände
vor meines Lebens Gott um ein erwünschtes Ende.

Mein Gott, verleih mir Gnad, dass ich lern leben sterben,
und wenn ich einsten stirb, mach mich zu deinem Erben.
Gib, dass ich hier in Zeit den Sünden sage ab,
dann freu ich mich, wenn ich soll gehen in das Grab.

Dir leb ich, dir sterb ich, dein will ich stets sein,
nur führe mich, Herr, in Himmel einst ein.
Pfingst-Andacht

XXI. Stück aus "Musicalisch-Wochentliche Vergnügungen, Drit- und letster Jahr-Theil" (Zürich 1760).
Text: Herkunft unbekannt.


Du himmlischer Regen, / erfülle mit Segen
den Garten des Herzens, so bringet er Frucht.
Bewege mit Sausen, / mit heftigem Brausen
das Erdreich, das deine Kraft ängstiglich sucht.
Du himmlischer Regen, / erfülle mit Segen
den Garten des Herzens, so bringet er Frucht.
Zur Sterbensandacht:

Ja, wir vergessen oft, dass auch wir einmal sterben müssen, und da wir eigentlich nicht wissen wann, sollte man so leben, dass man dann nichts zu bereuen hat.

In unserem Evangelischen Gesangbuch, Ausgabe Baden-Württemberg, stehen auch immer interessante Texte, Zitat und Gedicht. Neulich hatte ich dies Zitat hier entdeckt, das hier auch ganz gut zum Thema Sterben passt:

"Ich habe nicht gewusst, dass Sterben so leicht ist.
Ich sterbe ganz ohne Hassgefühle.
Vergiß nie, dass das Leben nichts anderes ist
als ein Wachsen in der Liebe
und ein Vorbereiten auf die Ewigkeit."

(CHRISTOPH PROBST
im Alter von fast 23 Jahren am Tag seiner Hinrichtung)

Was für beeindruckende Worte von jemanden der so jung sterben musste und trotz allem ohne Hass aus dieser Welt gegangen ist.
Kurz zu Christoph Probst:
Christoph Probst und die Geschwister Hans und Sophie Scholl wurden 22.02.1943 zusammen zum Tode verurteilt und am selben Tag durch das Fallbeil hingerichtet. Im Gefängnis lässt er sich noch kurz vor der Hinrichtung katholisch taufen. Er konnte sich nicht mehr von seiner Frau und seinen 3 Kindern verabschieden.
Danke für deinen Beitrag, liebe Schwester Kiki!

Ich hab noch weitere Texte aus Zürich:

Morgen-Gesang: Nacht und Schatten sind vergangen

Aus "Musicalisches Halleluja", 4. Auflage (Zürich 1743) für 2 Singstimmen und Generalbass;
Bearbeitung von Emil Heer (1926-1994). - Text: Barthold Heinrich Brockers, vor 1743 (original: 9 Strophen).


1. Nacht und Schatten sind vergangen, / mein ermuntert Auge sieht,
wie so schön der Sonne Prangen / voller Glanz am Himmel glüht.
Herr, ich hab in deiner Hut / diese Nacht so sanft geruht.

2. In den dunklen Finsternissen / schien mein Bett mein Sarg zu sein.
Witz [Bewusstsein] und Licht war mir entrissen; / ich war gleichsam selbst nicht mein,
und, versenkt in tiefem Traum, / lebt ich zwar, doch lebt ich kaum.

4. Jetzo scheint ein neues Leben / mit dem neuen Morgenlicht,
da ich wache, mir gegeben. / Es vergnügt sich durchs Gesicht [Sehsinn].
Leib und Geist ist abermal / an der Sonne Lebensstrahl.

5. Herr, du hast zu deinem Preise / wunderbar die Welt gemacht,
dass der Tag stets wechselweise / folget auf die düstre Nacht,
dass, was atmet, durch die Ruh / nehm an Kräften wieder zu.

6. Herr, ich fühl erneute Kräfte, / und ich kann mit frohem Sinn
jetzt mein tägliches Geschäfte / emsig treiben wie vorhin.
Lass mich dafür dir allein, / o mein Schöpfer, dankbar sein.
Sommer-Gesang: Wie lachet der Himmel

Aus "Musicalisches Halleluja", 4. Auflage (Zürich 1743) für 2 Singstimmen und Generalbass.
Text: Herkunft unbekannt (original: 6 Strophen).


1. Wie lachet der Himmel, wie glänzet die Erden, / wie freuet sich alles, weil's Sommer will werden!
Wie lieblich, wie lustig, wie herrlich und schön / tut alles in Feldern und Wäldern aufgehn!

2. Wie funkelt die Sonne mit güldenen Strahlen, / wie kann sie die Städte und Dörfer bemalen!
Die Gärten, die Wiesen, das grünende Feld / sind prächtig mit Blumen und Farben bestellt.

4. Die Vögel in Lüften mit lieblichem Singen / auf bebenden Ästen mit Freuden umspringen.
Die Nachtigall kämpfet mit fröhlichem Schall / mit ihren Gespielen im grünenden Tal.
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