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Hallo lieber Wu,
ich empfinde Deine Haltung zu diesem Thema als etwas widersprüchlich. Einerseits zitierst Du Deinen Freund und übernimmst dessen Position "Buddhist ist nicht, wer sich so nennt, sondern, wer buddhistisch handelt". Eine Ansicht, die ich teile. Allerdings hilft diese Aussage noch nicht viel weiter, weil die Frage offen bleibt, was "buddhistisches Handeln" ist.
Andererseits bestehst Du darauf, das buddhistische Etikett auf formale Handlungen zu kleben, anstatt eine Handlung einfach für sich stehen zu lassen.
Der Dharma ist kein Selbstzweck. Die von Buddha gegebenen Empfehlungen haben nur ein Ziel, nämlich die Wesen dauerhaftes Glück (=Erleuchtung) erlangen zu lassen. Jegliche buddhistische Philosophie und sämtliche Methoden sind Hilfsmittel, dieses Ziel zu erreichen. Die erste große Etappe auf diesem Weg ist das Durchschauen der Ich-Illusion.
Eine Denkweise, die dies nicht anstrebt, kann meiner Ansicht nach nicht als buddhistisch betrachtet werden.
Strebt ein Christ/Muslim/Philosoph in der Tradition von Nietzsche, die Erleuchtung an, dann handelt er buddhistisch. Im Falle des Christen und des Muslim stellt sich aber dann die Frage, wie sich das mit seinem Gottesglauben verträgt Denn die Zufluchtnahme zu Buddha, Dharma, Sangha entzieht einem Glauben an einen Gott jegliche Bedeutung.
Einer der beiden Begriffe Christ/Muslim oder buddhistisch wäre dann ein inhaltsleeres Ettikett.
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