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Kurz vor Selbstmord!












Joop, Joop!
Bitte melde dich! Ich mach mir Sorgen!
Inanna
Liebe Inanna!

Keine Sorge, ich lebe noch. Tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde. Gestern war ich schon zu müde.
Deine Sorgen sind im Moment unbegründet. Ich habe die Dosis etwas erhöht, damit ich nicht nur an SM denke und etwas klarer mit mir komme. In letzter Zeit war mir einfach einiges zuviel. Und alles an Zuviel, ist mir zu viel.
Ich habe die Psychiatrie nur schlecht in Erinnerung. Von meinem letzten Aufenthalt dort habe ich heute noch Albträume. Sehe ich einen Arzt im weißen Kittel, zuck ich zusammen. Ich muss erst wieder das Vertrauen zu einem "normalen" Spital finden. Das geht mittlerweile schon ziemlich gut, aber im Hinterkopf ist sie immer noch da, diese Angst.
Deine Geschichte mit dem Mädchen passt ziemlich zu mir, müsste allerdings noch um einiges adaptiert werden.

Jetzt, in dem Augenblick kann ich Dir nicht mal sagen wie`s mir geht. Ich bin total gefühllos. Das Leben hat mich irgendwie "kaltgestellt". Manchmal frage ich mich wie ich das alles ertragen konnte. Meine Kindheit war alles andere als toll. Meine Eltern hatten sich geschlagen, es gab nur Streit. Drei Selbstmorde...

Ich schrei um Hilfe und habe selbst nicht mal eine Idee dazu. Na ja, so oft schrei ich eigentlich gar nicht mehr. Ich kann nicht glauben, dass ich krank bin. Ich bin einfach nur enttäuscht. In den letzten zwei Wochen habe ich erst bemerkt, dass ich niemanden, absolut niemanden habe, den ich vertrauen kann. Und somit habe ich mich meine letzte und einzige Freundin auf den Mond geschickt. Ich kenne die Wahrheit und sie lügt mir mitten ins Gesicht, ohne mit den Wimpern zu zucken.
Das hätte ich mir von ihr nicht gedacht. Inanna, so kann man sich täuschen. Das Leben ist eine einzige Enttäuschung.
Durch diese SM Gedanken fühle ich mich schon sehr in die Enge getrieben, aber ich tu es noch nicht (soweit ich das eben kontrollieren kann). Und ausserdem wäre es sehr unklug, den Vollzug im Internet anzukündigen.
Ich bin froh, dass ich Dich gefunden habe. Lass es mich wissen, wenn ich Dir zuviel werde. Ich vertrag das schon, keine Angst.

Alles Liebe

Joop

PS. Irgendwann werden wir zwei irgendwo irgendein Eis essen. Unten oder oben, das weiß ich noch nicht.
Liebe Joop!

Mit Worten wie: "Lass mich wissen, wenn ich Dir zu viel werde." zeigst Du, wie viel Du von Dir hältst.

Vergesse eines nicht: die Welt ist ein Spiegel. Es kommt genau so zurück.

Du bist nicht weniger Wert als irgend ein anderer Mensch auf dieser Welt! Wir sind alle eins. Wir sind alle miteinander verbunden. Wo hört deine Seele auf, wo fangt meine an, wenn unsere Seelen größer als das Universum sind!

Kehre Dein „ich bin nichts wert“ doch um! Du kannst es! Wenn Du nicht weißt, wie Du die Zeit rumbringst und Dich nicht mehr aus dem Haus traust, dann hast Du eine neue Chance: Kontemplation.

Bitte nehme ein weißes Blatt.




Nein nicht weiter lesen! Erst das Blatt nehmen!




ICH SAGTE: ERST DAS BLATT!




Danke! So jetzt schreib drauf: ICH GLAUBE AN MICH!

So und jetzt hängst Du es wo hin, wo Du es ständig siehst. Das ist Deine Kontemplation.
Bitte um Entschuldigung für mein direktives Verhalten, in drei Jahren Arbeit in einer psychosomatischen Klinik, habe ich diesen Umgang mit Schwerstdepressiven erlernt.

Also: jetzt geht das folgender Maßen:

Konzentriere Dich auf Deinen Atem. Beim Einatmen: „ICH“ beim ausatmen „GLAUBE AN MICH“

Das ist Deine Hausaufgabe bis zum Freitag in drei Tagen und zwar mindestens 3 x 20 Minuten pro Tag. Wenn Deine Gedanken zu sehr abschweifen, nehme ein Blatt und schreibe es drauf.

Viel viel Erfolg. Der Erfolg ist Dir garantiert! Es ist ganz einfach: Glaube an Dich!
Lieber Joop,

ich war längere Zeit nicht mehr hier, und kenne dich aufgrund dessen (noch) nicht, habe erst jetzt diesen thread gelesen.

Dass du deinen SM geplant, sogar ein Datum gesetzt hast, halte ich absolut nicht für verrückt. Ich habe es auch, genau so, getan. Schon, wie Rodriguez, als Kind daran gedacht, mir vorgenommen, dass ich eines Tages meine eh nutzlose Existenz beenden werde. Den endgültigen Entschluss fasst man normalerweise nicht von jetzt auf nachher, das ist schon eine längere Phase, das Abwägen "soll ich, soll ich nicht", dann die für sich erlösend erscheinende selbst gegebene Antwort "ja, ich tue es." Dann überlegt man sich, wie man es tut und setzt sich seine "Galgenfrist". Das wirkt auf viele Außenstehende verrückt, und ich denke, so richtig nachvollziehen und verstehen kann nur, wer in dieses Dead End geraten ist und diese (Lebens-)Karre nicht mehr zum Wenden in der Lage ist.

Ich halte dich deswegen keineswegs für verrückt. Diese Gedanken pflückt man sich nicht vorsätzlich selbst von irgend einem Baum, der da so verlockend rumsteht, diese Gedanken und eventuell folgenden Taten sind Kinder der Herzlosigkeit unserer Mit"menschen". Sie treten, spucken, lästern, höhnen, verletzen. Schlimm genug, dass viele gar nicht wissen, was sie in einem Menschen damit anrichten, aber noch schlimmer diejenigen, die sich dessen durchaus bewusst sind und mit Vorsatz Menschen so weit treiben, dass man keinen anderen Ausweg mehr sieht, als mitten auf der Strecke die Notbremse zu ziehen.

Was, wenn du einen Nachbarn einmal fragst, was er tun würde, wenn er einen Unfall hätte, schwerst verletzt wäre und auf Hilfe angewiesen wäre. Würde er deine Hilfe wegen deiner Hände verweigern? Oder würde er deine lebensrettenden Maßnahmen durch deine Hände annehmen und nicht doch dankbar sein? Menschen, die andere wegen ihrem Anderssein diskriminieren und mobben, sind, entschuldige die Ausdrucksweise, für mich das Allerletzte. Schade, dass du nicht mein Nachbar bist, oder in meinem Ort wohnst. Mit Freuden würde ich solch üble Zeitgenossen runderneuern!

Was deine Erfahrungen in der Psychiatrie betrifft: kann ich nur beipflichten. War und ist für dich der reinste Horror, und war es für mich ebenfalls. Dass du kein Vertrauen mehr hast, ist logisch. Das nehmen sie einem dort auch noch. Vertrauen nehmen sie Dir, temporäre Paranoia "schenken" sie im Gegenzug. Du siehst hinter jedem Arzt alles, aber nicht einen, der dir "wirklich" helfen will. Verstehe dich da vollkommen!

Irgend jemand schrieb, dass man von diesen Gedanken wegkäme. Ich glaube, dem ist nicht so. Denke eher, wenn man einmal so weit gekommen ist, ist das wie bei trockenen Alkoholikern. Leider. Es wäre schön, wäre es anders.

So, nun habe ich hoffentlich nicht gelangweilt und entschuldige mich dafür, dass ich hier einfach etwas dazu geschrieben habe, ohne zu wissen, ob dieses überhaupt angebracht/erwünscht gewesen sein könnte.

Aber ich möchte dich nur warnen, auch nur eine annähernde Ankündigung übers Internet zu machen, auch nicht irgend etwas, was man als solche deuten könnte!

Das wichtigste jedoch, was ich dir wünsche, ist, dass du irgendwie und irgendwo Hilfe erhältst, deine SM-Gedanken vielleicht wenigstens einmal auf Eis zu legen versuchst (ich weiß, das ist leichter gesagt als getan) und vielleicht doch deinen Weg, deinen Platz findest. Ich habe es immer so gehalten, seit ich auf dieses Forum (übrigens durch einen Link in einem Suizidforum) stieß, dass ich, v.a. nachts, wenn diese Gedanken und andere Dinge überhand nahmen, mich hier aufhielt und meistens gelang es mir sogar, mich selbst abzubringen, abzulenken, von SM, Panikattacken und SV. Werde ich jetzt wieder so tun. Vielleicht tust du dieses auch, und wenn es dir "nur" einmal hilft, dann ist das eine Mal verdammt viel wert!

Hoffe, es hilft dir...

Liebe Grüße
Puh, liebe Joop,
bin ich froh, dass Du geschrieben hast!

Und ich will unten! ein Eis essen mit Dir. Ob es oben Kalorien hat, das wissen wir ja nicht und Eis ohne Kalorien .... ob das wohl schmeckt?

Das tut mir Leid, dass Du so schlechte Erfahrungen mit der Psychiatrie hast. Ich höre das auch immer wieder. Ich selbst allerdings kenne phantastische PsychiaterInnen und wirklich gute Kliniken. Z.B. Grönenbach, die arbeiten auch spirituell.

Aber ich kenne das, die Angst vor den weißen Kitteln. Und wie wäre es, wenn Du zu einer Psychologin gehst? Da gibt es bestimmt auch eine ganz liebe. Oder eine Beratungsstelle? Ich glaube halt einfach, dass Du Menschen brauchst, die sich um Dich kümmern und zwar richtig, nicht nur online.

Und das find ich auch ziemlich schlimm, was da los war in deiner Familie. 3 Selbstmorde! Puh! Da ist es verständlich, dass auch Du das als einen Weg ansiehst, den man gehen kann. Man hat es Dir ja vorgelebt.

Ob Du nun krank bist oder nicht, das ist eine Frage der Definition. Ich glaube, dass wir alle das Recht haben, glücklich zu sein, einen Sinn im Dasein zu finden und ihn auch leben zu können. Und wenn jemand so leidet an seinem Leben, so verzweifelt ist wie Du, dann denke ich, dass man etwas dagegen tun kann und muß. Nach Freud (der olle, altmodische Freud) ist krank, wer keinen Sinn im Leben findet. Ist auch bloß eine Definition, die ersetzt werden kann durch eine andere.

Was ich sagen will: wenn es Dir nicht gut geht, dann mußt Du etwas dagegen tun.

Und dass ausgerechnet jetzt dich auch deine Freundin enttäuscht, das ist wirklich heftig.

Mein Mädchen! Du wirst mir doch nicht zuviel! Ich denke oft an Dich und fühle mich ganz hilflos, denn ich möchte mehr tun, als Dir hier zu schreiben. Eis essen! Mit Kalorien!

Der Martin hat Recht mit seiner Übung. Ich habe mir auch eine herausgesucht, eine Licht-Meditation. Wenn du Martins Übung gemacht hast, laß es mich wissen, dann schick ich Dir eine schöne Licht-Meditation. Mit einer ähnlichen habe ich vor vielen Jahren ganz langsam gelernt, mich selbst zu akzeptieren, mich zu lieben und der nächste Schritt war dann, Gott zu lieben.

Wenn so schlimme Dinge geschehen sind wie in Deinem Leben dann, so glaube ich, kann das nur durch Spiritualität wieder ins rechte Lot kommen. Aber wenn Du eine Psychologin oder sowas hättest, dann wäre ich schon arg froh.

Liebes, ich denke fest an Dich.

Inanna
Forum -> Psychologie und Psyche

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