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Beim Karma-Gesetz geht es doch nicht um RACHE












Zitat:
Ich habe beruflich einige Jahre mit Menschen gearbeitet, die in ihrer Kindheit und Jugend missbraucht und vergewaltigt worden sind. NIEMAND von diesen Menschen wollte Rache, niemand. Aber sie sehnten sich nach Entschuldigung (!) und Gerechtigkeit. Das kann eine Todesstrafe einem Opfer nicht geben.


Beim Karma-Gesetz geht es doch nicht um RACHE.

Das es den Opfern meisst nicht nach Rache dürstet, ist leicht nach zu empfinden. Genau so wie die Täter auf das Karma-Gesetz hingewiesen wurden, wurden es eben auch die Opfer (sofern noch lebendig).
Wenn das Opfer dem Täter voll und ganz verzeiht, ist das Karma erloschen ---> der Täter erhält die "Segnung ("kripa")des Opfers".
Voll und ganz verzeihen kann aber nur jemand der weiss und verstanden hat das er selbst in der Vergangenheit sein jetziges Leid als Opfer, selbst verursacht hat. Solange er das nicht verstanden hat bleibt eine latente "Rache" im Unterbewusstsein versteckt.
Hallo Jivatma!

So wie ich das Gesetz des Karma verstehe, entsteht immer eine Konstellation in der, um ein Beispiel aufzuführen, der verletzte Betrogene in einem anderen Leben eine Chance bekommt den Betrüger des Vorlebens wiederum zu betrügen. Hieraus könnte eine endlose Kette entstehen, die nur durch Vergebung durchbrochen wird. Vergebung bedeutet, dass das Opfer nicht nach neuer Vergeltung trachtet.

Nun ergibt sich aber folgende Schwierigkeit: Wenn der Täter nicht das Unrecht seines Handelns erkennt, dann muss auch er wieder von Situationen geführt werden, die ihm sein eigens begangenes Unrecht wieder spiegeln. Der Täter wird dann nicht mehr die Seele des Opfers sein, sondern eine andere Seele.

Somit sehe ich, dass das Karma wirklich erst dann erlöscht ist, wenn das Opfer verzeiht und der Täter bereut. Oder der Täter nicht bereut, es wieder erfährt und dann vergibt.

Wie siehst Du das?
Hallo Martin H.,
ich habe erst jetzt gesehen das du mich nach meiner Meinung gefragt hast.

du schreibst:
Zitat:
So wie ich das Gesetz des Karma verstehe, entsteht immer eine Konstellation in der, um ein Beispiel aufzuführen, der verletzte Betrogene in einem anderen Leben eine Chance bekommt den Betrüger des Vorlebens wiederum zu betrügen. Hieraus könnte eine endlose Kette entstehen, die nur durch Vergebung durchbrochen wird. Vergebung bedeutet, dass das Opfer nicht nach neuer Vergeltung trachtet.


Das Gesetz des Karma ist sehr subtil. Ein Tier Beispielsweise hat nicht die Möglichkeit seinem Peiniger zu vergeben. ---> Grundsätzlich erhält die Seele des Tieres einen geeigneten Körper um seinen Peiniger im nächsten Leben zu peinigen/töten. ABER
Nehmen wir an, jemand isst während seines menschlichen Daseins 1000 Tiere. So müsste er, rein rechnerisch gesehen, in 1000 zukünftigen Leben die Ergebnisse dieses einzigen Lebens erleiden.
Aus diesem Grund existieren laut Veden höllische Welten, in denen sündhafte Menschen das Leid das sie anderen Lebewesen zugefügt haben durch die eigene Erfahrung grossen Leids ihre sündhaften Taten bereinigen können. ("Karma-Konto-Bereinigung")
Hinzu kommt das man ja nicht NUR SÜNDHAFT handelt, meistens ja "sowohl als auch".

Auch kommt hinzu, das sich sündhafte Tätigkeiten Leben für Leben "aufschaukeln" können. Man handelt dann Leben für Leben immer noch sündhafter.

Shri Krishna lehrt dazu in der Bhagavad-Gita 14.16 - 14.18
"Das Ergebnis frommen Handelns ist rein, und es heisst, dass es sich in der Erscheinungsweise der Tugend befindet. Handlungen jedoch, die in der Erscheinungsweise der Leidenschaft verrichtet werden, führen zu Leid, und Handlungen, die in der Erscheinungsweise der Unwissenheit verrichtet werden, enden in Dummheit."
"Aus der Erscheinungsweise der Tugend entwickelt sich wirkliches Wissen; aus der Erscheinungsweise der Leidenschaft entwickelt sich Gier, und aus der Erscheinungsweise der Unwissenheit entwickelt sich Dummheit, Verrücktheit und Illusion."

Der Bewusstseinszustand wird also immer trüber, das habe ich gemeint mit sich aufschaukeln.

"Diejenigen, die sich in der Erscheinungsweise der Tugend befinden, steigen allmählich zu den Höheren Planeten auf; diejenigen in der Erscheinungsweise der Leidenschaft leben auf den irdischen Planeten, und diejenigen in der abscheulichen Erscheinungsweise der Unwissenheit fallen zu den höllischen Welten hinab."

Zitat:
Nun ergibt sich aber folgende Schwierigkeit: Wenn der Täter nicht das Unrecht seines Handelns erkennt, dann muss auch er wieder von Situationen geführt werden, die ihm sein eigens begangenes Unrecht wieder spiegeln. Der Täter wird dann nicht mehr die Seele des Opfers sein, sondern eine andere Seele.


Ja, er wird in einer höllischen Welt geboren werden und all das Leid erfahren das er seinen Opfern zugefügt hat. Und damit ist nicht eine "irdische Hölle" gemeint.

Zitat:
Somit sehe ich, dass das Karma wirklich erst dann erlöscht ist, wenn das Opfer verzeiht und der Täter bereut. Oder der Täter nicht bereut, es wieder erfährt und dann vergibt.


Tatsache ist, das wir immer neues Karma erzeugen - aus Unwissenheit und Ignoranz.
Die Menschliche Existenz ist dazu gedacht zur Erscheinungsweise der Tugend aufzusteigen, andernfalls sind wir verloren in einem Meer von Leid und Unwissenheit in das wir immer tiefer versinken.

Jetzt gut aufgepasst, das ist nicht so einfach zu verstehen ...

Shri Krishna erklärt im nächsten Vers (BG 14.19):
"Wenn jemand wirklich erkennt, dass in allen Handlungen niemand anders als diese Erscheinungsweisen der Natur tätig sind, und weiss, dass der Höchste Herr transzendental zu diesen Erscheinungsweisen ist, erreicht er Meine spirituelle Natur."

Dieser obige Vers hat’s in sich.
Nicht wir sind die eigentlich handelnden, sondern die Materiellen Erscheinungsweisen denen wir uns durch unsere Wünsche zu handeln aussetzen - unser Bewusstsein eben der Unwissenheit, Leidenschaft oder Tugend aussetzen. Und Shri Krishna, die Höchste Persönlichkeit Gottes steht transzendental zu diesen Erscheinungsweisen.
Im jetzigen Zeitalter des Kali-yuga, herrscht auf diesem Planeten die Erscheinungsweise der Unwissenheit vermischt mit Leidenschaft im Vordergrund. Der Mensch ist vollkommen auf die Barmherzigkeit des Höchsten Herrn angewiesen, der transzendental zu allem irdischen steht.
Wer jedoch verbunden ist mit dem Höchsten Herrn, der kann den Einfluss dieser Erscheinungsweisen transzendieren - er wird nicht mehr durch diese beeinflusst.

Womit wir beim Thema "Erkenntnis - Erlösung - Erleuchtung" angelangt wären, die eben nichts mit mentaler Spekulation zu tun hat.

Gruss und bis Morgen,
ich muss Schluss machen für Heute
Das letztere war für mich nicht so schwer zu verstehen, ich bin ja selbst indisch angehaucht.

Ich habe mein Mantra um mir Gott zu vergegenwärtigen und wenn ich etwas tue, versuche ich, möglichst oft daran zu denken, dass Gott durch mich handelt.
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