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Guten Morgen, liebe Kiki,
Sucher: "Mein Lieblingsbeispiel: Lesen. Wer liest heute noch intensiv?"
Kiki: "Na ich! Hier schreibt eine echte Leseratte"
Ach, das ist wunderbar! Ich bin noch ein wenig älter als Du und wir bekamen zuhause der ersten Fernseher, da war ich 10 und unkorrigierbar für das Buch gewonnen und für das Fernsehen verloren. Wenn meine Frau den TV nicht behalten wollte, weil sie manchmal abends so k.o. ist, dass sie nur noch "abhängen" will, würde ich keinen Fernseher haben. Ich kann darauf problemlos verzichten.
Kiki: "wenn wir in den heutigen Tagen aufwachsen würden, würden wir die (Dauer)berieselung warscheinlich ganz normal empfinden."
Genau. Und das sehe ich vielleicht sogar als das Gefährlichste an dem allen. Wenn man etwas "vermisst" oder etwas als "nicht normal" empfindet, ist man motiviert, etwas zu ändern. Das "Normale" will man nicht ändern. Selbst wenn er einem auf Dauer schadet.
Das, was Du zur Konfliktfähigkeit schriebst, habe ich in meinem Berufsalltag oft erlebt. Und ich befürchte manchmal, dass das Internet das noch weiter erhöhen bzw. die Fähigkeit absenken wird: Hier kann man "draufkloppen" (und in manchen Foren wird das auch hemmungslos getan) und danach abtauchen, es hat keinerlei Konsequenzen mehr, jedenfalls keine, die wirklich weh tun. Man kann andere tief verletzen, ohne dass man irgendeine Verantwortung tragen muss.
In sehr dörflichen Gesellschaften erlebe ich das allerdings noch anders. Ich habe zwei Wohnsitze, einen in einer NRW-Grossstadt, und einen in einem oberfränkischen Dorf im Osten Bayerns. Ich lebe da wirklich in zwei WELTEN! Bisher scheint die dörfliche Welt noch eher das Gemeinsame zu fördern, aber ich frage mich auch da manchmal mit Sorge: Wird das halten?
Aber ich habe mir ja vorgenommen, Optimist zu bleiben
Liebe Grüsse
Sucher
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