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Bereits die Wüstenväter des 4ten und 5ten Jahrhunderts wählten den Rückzug, um "zu sich" zu kommen. Sie wohnten entweder in kleinen Kommunitäten oder als Einsiedler in der Wüste, manchmal viele Kilometer weit von der nächsten Einsiedelei oder dem nächsten Kloster entfernt. Selbst wenn sie in klosterähnlichen Anlagen lebten, so waren sie doch in der Gemeinschaft allein. Aber wenn man den mündlichen und schriftlichen Überlieferungen von ihnen (und über sie) Glauben schenken darf, so waren sie zwar alleine, aber sie fühlten sich niemals einsam.
Heute kann niemand mehr allein sein, aber viele Menschen sind einsam. Das ist erschreckend.
Gute Nacht
Sucher
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Hallo sucher,
ich ziehe mich auch manchmal bewusst zurück und freue mich wenn ich auch mal ne Stunde oder mehr ganz für mich allein habe. Meistens gehe ich dann in die Natur und versuche auch meine Gedanken ganz abzuschalten um einfach nur zu "sehen".
Ja, es gibt wirklich viele einsame Menschen. einsam obwohl sie inmitten vieler Menschen sind. Oder viele gehen auch von einem Event zum andern und ertragen es kaum mal auch nur ein paar Minuten mit sich allein zu sein. Irgendwie sind diese auch einsam.
Kiki
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Hallo, Kiki,
ich denke, es ist für viele Menschen schwer auszuhalten, nicht ständig gewissen Reizen ausgesetzt zu sein. Ich glaube, das ist eine Folge der Reizüberflutung. Ich habe mal gelesen, dass ein Mensch, der aus dem 19ten Jahrhundert in unsere Zeit "per Zeitmaschine" transportiert würde, innert weniger Tage irrsinnig würde und den Verstand verlöre, weil sein Hirn das alles gar nicht fassen könnte, es würde an Reizüberflutung zugrunde gehen.
Liebe Grüsse
Sucher
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Hallo Kiki60,
ich sehe das genau so wie Du. Ob es in einer nicht mehr funktionierenden Beziehung ist, oder mit Freunden auf einem Event. Viele sind inmitten von Menschen einsam.
Wie grausam diese Einsamkeit doch ist. Sie ist ja nicht selbst gewählt, wie z. B. von den von Sucher erwähnten Wüstenvätern.
Dabei ist die Lösung für dieses Problem so einfach. Wir müssen wieder lernen miteinander umzugehen (zuhören und reden).
Ein Lächeln ebnet oftmals den Weg zu einem Gespräch, und das kann das Ende der Einsamkeit sein.
Seid von mir lieb gegrüsst
Bobo
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Liebe Bobo,
ja, das ist der Unterschied zu den Wüstenvätern, dass die EINSAMKEIT heute nicht gesucht ist wie es das ALLEINSEIN damals gewesen ist. Vielleicht ist die Vereinsamung des Menschen die grösste Katastrophe, der wir in Zukunft gegenüberstehen, denn Einsamkeit macht auf Dauer sehr egoistisch. NOCH egoistischer.
Aber warum merken die Menschen es nicht (oder selten), dass ihre Einsamkeit durchaus AUCH (!) an ihnen selbst liegt, an ihrer Berieselungssucht, ihrer Lärmsucht, ihrer ständigen Suche nach Abwechslung, Anreiz, Event und Fun.
Mein Lieblingsbeispiel: Lesen. Wer liest heute noch intensiv? Ich bin in einer Zeit gross geworden, in der noch gelesen wurde, und zwar sehr intensiv. Heute wird das Buch durch Internet, TV, Film und sogar "Hör-Buch" (was für ein Wort!) verdrängt, die grossen Buchhandlungen haben heutzutage alle Hörbücher vorrätig, aber nur noch die "wichtigsten" gedruckten Bücher.
Und ich behaupte mal: Ein Buch zu LESEN, ist ein aktiver Akt, ein "Buch" zu hören, ist dagegen auch wieder "Konsumierung".
Nein, nein, ich bin weder ein Misanthrop noch ein Kulturpessimist, sondern ich bin TRAURIG über all das.
Liebe Grüsse
Sucher
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