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Zu den Lebzeiten des Propheten, lieber zaf-ad, war der Qur' an in einer wesentlich einfacheren, deutlicheren Begriffssprache abgefasst, als seinerzeit beispielsweise die Bibel oder die Thora. Woran lag das: Nun, der Qur' an war 606 n. Chr. "topmodern und höchst aktuell". Und man darf nicht vergessen, das jedes Heilige Buch zum Zeitpunkt seiner Niederlegung dem Wissens- und Bildungsstand der Gläubigen entsprach.
Der Qur' an gibt z.B. über die Person Jesu wesentlich einleuchtendere Erklärungen ab, als die Apostelbriefe oder die Edikte der Päpste.
Nun sind aber ein paar Jahrhunderte seit dem Erscheinen des Propheten in`s Land gegangen. Sowohl der auf dem Materiellen beruhende Bildungsstand, als auch der geistige Bildungsstand der Menschen war 1844 höher, als 606 (und 606 war er höher als im christlichen Jahr 0).
Schon 1844 forschten christliche, jüdische und schiitisch-muslimische (vielleicht auch sunnitische?) Gelehrte nach den geistigen Bedeutungen von Gleichnissen, Überlieferungen von "unklaren" Passagen (unklar für manche Schiiten war z.B. die "Josefssure" im Qur'an). Und - der Neugier des Menschen sind wenig Grenzen gesetzt - die Forschung geht natürlich weiter.
"Ersetzen" im Sinne von "Ausstreichen und Verändern" war vielleicht keine so glückliche Wortwahl. Also frage ich nach der "geistigen Bedeutung". Für Gott ist alles möglich, aber Gott hat neben den geistigen Gesetze auch die materiellen Naturgesetze geschaffen. Diese haben Bestand, denn sie sind von Gott verfügt - und da ist es kaum anzunehmen, das tatsächlich eine körperliche Wiederauferstehung von Jesu oder eine körperliche Himmelfahrt von Muhammad stattgefunden hat. Hier liegt eine tiefere, geistige Bedeutung, die es zu erforschen gilt.
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