|
|
|
Begriff
| Zitat: |
| Das Wort „Pietismus“ ist eine lateinisch-französisch-griechische Hybridbildung. Zum französischen Wort piété, das seinerseits aus dem Akkusativ pietatem des lateinischen Wortes pietas („Pflichtgefühl“) gebildet ist, tritt die Latinisierung der griechischen Endung „-ismós“ für intensivierte Denkhaltungen oder übersteigerte Ideologien. Ursprünglich diente das Wort als spöttische Bezeichnung für „Frömmelei“. Als positive Selbstbezeichnung (durch den Leipziger Poesie-Professor J. Feller: „Ich selbsten will hiemit gestehen ohne Scheu/Daß ich ein Pietist ohn Schmeich und Heucheln sei“) bedeutet es das Streben nach intensivierter, vertiefter Frömmigkeit. |
http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus
|
|
|
|
Lebt der Pietismus nicht doch in uns allen ?
Ausgenommen wer ?
Eigenart
| Zitat: |
Der Pietismus war eine Reaktion auf die Aufklärung. In dieser Zeit wurde das traditionelle Weltbild durch neue Erkenntnisse der Naturwissenschaft erschüttert und die offizielle Theologie von der aufklärerischen Philosophie angegriffen. Die Theologie reagierte darauf mit einer zunehmenden Verwissenschaftlichung, wurde aber für die normalen Gemeindemitglieder immer unverständlicher. Außerdem verlangte der absolutistische Staat ein Bekenntnis zum offiziellen Dogma, das er in den Vordergrund stellte, hielt aber persönliche Frömmigkeit für störend. Der Pietismus kritisierte beide Entwicklungen, die er für rein äußerlich hielt, und stellte ihnen sein Ideal einer persönlichen, gefühlsbetonten Frömmigkeit entgegen.
Der Pietismus ist eine Bibel-, Laien- und Heiligungsbewegung. Er betont die subjektive Seite des Glaubens, entwickelte aber auch einen starken missionarischen und sozialen Grundzug. In der pietistischen Praxis haben Hauskreise mit gemeinsamem Bibelstudium und Gebet oft größere Bedeutung als Gottesdienste.
Der Pietismus bekennt sich in vielen seiner Ausprägungen zur Irrtumslosigkeit (Bibeltreue) bzw. gemäßigter zur Widerspruchsfreiheit oder zum für Heilsfragen hinreichenden Charakter der Heiligen Schrift und lehrt hieraus resultierend eine konservative Theologie.
Außerdem betont er das Priestertum aller Gläubigen. Neben Theologen wurden auch Laien ohne akademische Bildung – vorrangig Männer – zum Predigtamt geführt: als Redner, „redende Brüder“, in den Hauskreisen („Stunden“, das heißt Erbauungsstunden/Bibelbesprechstunden). Auch heute können pietistische Hauskreise und Veranstaltungen von Laien geleitet werden. Zinzendorf hat gesagt:
"Gesegnet sei die Gnadenzeit,
In der auch ungeübte Knaben
Befehl und Macht erhalten haben
Zu werben für die Seligkeit."
Heute werden pietistische Gruppen oft zu den Evangelikalen gerechnet, da die Pietisten die Gemeinsamkeiten von Evangelikalen weitgehend teilen. |
|
|
|