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Liebe Freunde,
ich hab`schon den Versuch gemacht, den Begriff der "Sünde" ein wenig von der Terminologie der Theologie nach christlichem/jüdischem Muster zu trennen... Im Okzident, aber auch im islamisch geprägten Orient leiden wir ein wenig darunter, das Priester, Pfarrer, Imane, Mullah`s uns "vorbeten" was ihrer Meinung nach "Sünde" sei. Der Abfall, die Vernachlässigung der Gebote Gottes als "Sündenbegriff" spielt insbesondere beim Christentum und im Islam weniger eine Rolle; "Sünde" ist hier eher das, was der Meinung der geistlichen Führern widerspricht und weniger das, was der ursprünglich geoffenbarten Lehre widerspricht... leider...
Es wurde bereits angedeutet, wie weit sich das Christentum in seiner Gesamtheit von dem Gebot "Du sollst Dir kein Bildnis Gottes, Deines Herrn machen" entfernt hat. Auch der shiitische Islam hat sich weit vom Bilderverbot des Propheten entfernt; ausgerechnet im Iran tauchen vermehrt Bilder islamisch-schiitischer Heiligen auf. Die "Gemälde" sind im Stil der orthodox-byzantinischen Kirchen gehalten; manche Bilder über shiitische Heilige in Kerbala erinnern auch stark an die naive Darstellung von Heiligen der katholischen Kirche.. -egal, "Heiligenbildchen" und Darstellung Jesus am Kreuz, verbunden mit der (Irr)Lehre Jesus sei Gott gleich, sind im Sinne des Bilderverbotes aus dem Buch Mose schlichtweg ein Verstoss gegen die Gebote Gottes.
Jeder Mensch ist angehalten, selbstständig nach der Wahrheit der Religion zu forschen. Dies impliziert auch danach zu forschen, welche Gebote Gottes religiös fundiert sind und welche Gebote nur aus der menschlichen Religionsgeschichte herrühren, Und jeder Mensch, gleich welcher Religionszugehörigkeit oder welcher Sichtweise er sich verbunden fühlt, ist aufgefordert, sich zum Wohle und zum Lob des Göttlichen zu verhalten.
WIE dies der einzelne Mensch bewerkstelligt, hängt davon ab, welcher Sichtweise oder Religion er sich verbunden fühlt - Erwachsene und reife Menschen, die sich lieber in eine Kindheits- oder Babyrolle innerhalb ihrer Religionsausübung begeben wollen, sind bei einem heute eher naiven Christenbild mit Hölle, Fegefeuer, Erbsünde - und Erlösung, Paradies sicherlich sehr gut aufgehoben. Jüdische Gläubige, die die Verantwortung für ihr eigenes Leben abschieben wollen, sind mit Sicherheit "gut aufgehoben", wenn sie ihr Leben buchstabengetreu nach der Thora ausrichten. Muslime, die ihre eigene Verantwortung für ein gerechtes Leben lieber einem Iman oder Mullah übertragen wollen, sind sicherlich glücklich damit, den Aussagen eben dieser Mullah und Imane bis in den Tod hinein zu folgen. Ob diese Sichtweise des Glaubens aber mit dem Inhalt der jüdischen, christlichen oder muslimischen Glaubenslehre übereinstimmt, wage ich zu bezweifeln (und ob der Buddha so sehr damit einverstanden ist, das man ihm als Person Altäre baut, seinen Tonkörper mit Goldplatten belegt oder Blumen, Rosenwasser, Reis und Früchte opfert, wage ich auch mal zu bezweifeln, liebe Wu... Das man den Stifter der Überzeugung, den Lehrer eines Erleuchtungsweges verehrt und in seinem Herzen trägt, ist völlig in Ordnung - das man aber einer Ton- oder Steinstatur einen fast göttlichen Rang einräumt, das man angebliche Fingernägel oder Schneidezähne des Buddha als "Heilige Reliquien" ansieht und Tempel darum baut - das wird Buddha sicherlich nicht gelehrt und nicht gewollt haben).
Einem Muslim, der zwar die fortschreitende Erneuerung der Gebote Gottes, die fortschreitende Gottesoffenbarung von Adam bis Muhammad akzeptiert - dem kann ich nicht klar machen, das nach dem Zeitalter des Propheten Muhammad nicht "Schluss ist" und es auch noch den Bab und Baha`u`llah gibt... das muss der Muslim schon selbst herausfinden. Und ebensowenig kann ich einem Hindu, einem Buddhisten, einem Zoroaster, einem Animist "erklären", das sein jeweiliger Glaube Bestandteil der Kette von Glaubenoffenbarungen der letzten 500.000 Jahre ist.
Aber wir waren bei den Begriffen "Sünde, Erbsünde, Erlösung".... Die ursprünglichen Begriffe waren in aramäisch, teilweise auch in griechisch geschrieben, und hier sollte man einen Sprachwissenschaftler mal fragen, welcher Bedeutungen der aramäische oder/und griechische Begriff der "Sünde" vielleicht noch hat - ich mache einen grossen Bogen hin zur Religion des alten Ägyptens: den Begriff "Isfehet" kann man auch mit "Sünde" übersetzen - aber eigentlich ist es nach dem Selbstverständnis der alten Ägypter mehr: Unwahrheit, Unmoral, Bösartigkeit, Krieg..... schlichtweg alle negativen Eigenschaften der Menschen und ihrer Kultur. Solange die altägyptische Religion existierte, war sie hier den Nachfolgereligionen wie Christentum, Judentum, Islam weit voraus, den "Isfehet" war nie ein Begriff mit dem sich Macht und Indoktrination ausüben liess - bei dem Begriff der "Sünde" war (und ist) das aber durchaus der Fall.
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