Warum diese Heimlichtuerei?


Ich frage mich immer wieder, wieso man selber nichts von seiner Seele weiß und merkt.
Ich meine, wenn es einen Gott gibt und alles einen Sinn hat, dann muss es doch Absicht sein, dass man als Mensch nichts vom Jenseits wissen darf. Gäbe es einen Gott, dann könnte er diesen Zustand doch jederzeit ändern.
Alles, was man darüber (Seele, Jenseits, Gott, usw.) weiß oder zu wissen glaubt, sind nur Spekulationen!

Etwas, das so entscheidend und wichtig ist, bewusst zu verheimlichen, ist in meinen Augen eine hinterhältige Verhaltensweise! Ganz egal, was die Gründe dafür sind, ein Verheimlichen ist in jedem Fall ein Vertrauensbruch, der auch noch besonders schwer wiegt, wenn er von jemandem kommt, der von sich behauptet liebevoller und moralischer zu sein als sonst wer.

Die einzige vernünftige Erklärung ist für mich, dass das, was und da "belügt", kein Gott der Liebe ist!
Kann sich das irgendjemand anders erklären?
Hi, Astovidatu,

wieso weiß der Mensch nichts von seiner Seele? Ich meine, jeder merkt, dass er eine Seele hat. Kein Organ kann zuständig sein für Gefühle; welches Organ bewirkt Gewissensbisse und -konflikte etc.? Oder legen wir den Begriff vielleicht unterschiedlich aus?

Wie ist ein Gefühl übergroßer Liebe zu erklären? Obwohl ich als total unruhiger Geist Probleme habe, zu meditieren, so habe ich es doch schon des öfteren erlebt, dass mich beim Gedanken an Jesus eine Liebe durchströmte, die überirdisch war und mit keinem Gefühl, das ich je erlebt habe, zu vergleichen ist ... einfach unbeschreiblich schön und beglückender als alles auf dieser Welt!

Auch finde ich, dass in der Bibel und in den Schriften anderer Religionen sehr wohl Hinweise auf das Jenseits zu finden sind, sogar sehr viele. Allein die Worte Jesu zu dem Verbrecher, als beide am Kreuz hingen: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!" sind ein Hinweis, denn sicherlich gilt diese Zusage nicht nur für diesen einen Menschen!

Weiter denke ich, dass Gottes Gegenwart in allem zu finden ist ... in den Blumen, der Sonne, den Sternen, halt überall in der Natur! Welche Wunder geschehen da tagtäglich vor unseren Augen? Man muss nur sehend durch die Welt gehen!

In einer Geschichte las ich, dass ein Ungläubiger eine Nacht lang die Existenz Gottes anzweifelte. Der Meister hörte ihm geduldig zu. Am Morgen sah der Ungläubige Spuren einer Karawane im Sand und sagte: "Heute Nacht ist eine Karawane vorbeigezogen?" "Wie kommst du darauf?" fragte der Meister. Empört entgegnete der Ungläubige: "Ich bin doch nicht blöd. Ich sehe die Spuren!" Der Meister lächelte! "Und da wagst du, an Gott zu zweifeln, wo du von seinen wunderschönen Spuren Tag und Nacht umgeben bist?" Der Zweifler soll sehr nachdenklich weitergezogen sein!

Ich finde, es bedarf keiner Erklärungen, es gibt auch keine Heimlichtuerei, und auch vom Jenseits, das schöner ist als unsere Phantasie uns je träumen lässt, bin ich fest überzeugt!

Es wird m. E. rein nichts verheimlicht, und schon gar nicht hinterhältig. Wenn man die Schriften - und sie ähneln sich alle - aufmerksam liest, bekommt man sehr viel Erkenntnis, aber auch unendlich viel Trost, selbst in den schwierigsten Lebenslagen!

Allerbeste Wünsche begleiten Dich
und jeden zufälligen Leser!

Désirée
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Hütet euch, eine Seele zu kränken, ein Herz zu betrüben
oder einen Menschen mit euren Worten zu verletzen, sei er euer Bekannter
oder ein Fremdling, Freund oder Feind!


Jedes Gefühl und jede Emotion sind mit körperlichen Vorgängen zu erklären, da die Seele hineinzuinterpretieren ist ziemlich abenteuerlich, weil alles auch ohne Seele funktionieren würde.
Viel mehr noch, ist doch ganz offensichtlich, dass sogar solche Gefühle wie Liebe und Hass vom Körper abhängen, denn jemand, der eine Krankheit bekommt, die z.B. die Funktionen des Verstandes beeinträchtigt, kann plötzlich hassen wen er vorher liebte, weil sein Körper ihn dazu zwingt.
Die Seele muss sich diesen Dingen völlig unterordnen und hat keinerlei Einfluss darauf!

Kein Mensch, der lebt spürt seine Seele. Die Seele bemerkt man erst danach.
Das sieht man doch auch bei den Nahtod-Erfahrungen, die ich immer wieder gerne als Beispiel nehme. Dort erst merken die Menschen, dass es da vielleicht noch etwas gibt, vorher und nachher ist davon nichts mehr zu spüren!

Ja, es gibt Hinweise auf das Leben im Jenseits, aber keine Einheitlichen! Jeder erzählt etwas anders, jedes Buch beschreibt eine eigene Variante von dem, was kommen wird, und nichts davon ist wirklich klar und eindeutig!
Wieso nur Hinweise und kein Offenlegen?

Überall die Spuren von Gott? Ja genau, das ist es ja, alles wird offen gezeigt, nur diese wichtigen Dinge nicht. Man sieht die Sterne, die Sonne, fühlt den Schmerz und weiß, dass man existiert, aber von dem, was danach kommt, sieht und weiß man nichts! Gerade weil all diese anderen Dinge so offensichtlich sind, ist es doch verwunderlich, dass ein bestimmter Teil so geheim gehalten wird...

Jeder Erklärung für dieses Verheimlichen hat für mich einen Beigeschmack des Niederträchtigen! Ich wünscht es wäre anders...
Aber wenn alles derart offengelegt wäre, würde es keines Glaubens mehr bedürfen, dann wäre es Wissen!

Man sagt, dass Glaube etwas sei, das man für möglich hält, aber mit gewissen Zweifeln. Was mich betrifft, so würde ich eher von Überzeugung sprechen! Ich glaube nicht nur, ich bin überzeugt!

Ich verstehe unter Seele auf jeden Fall etwas anderes als Du, auch wenn es vorkommen mag, dass durch gewisse Störungen des Körperlichen seltsame Phänomene auftreten. Der dann empfundene Hass auf jemanden, den man zuvor geliebt hat, ist sicher nicht besonders ernst zu nehmen, weil halt die Sinne nicht recht funktionieren. Außerdem gibt es Fälle, dass Leute in dieser Verwirrung Dinge sagen (auch zu denen, die sie geliebt haben), die sie sich sonst nie getraut hätten, denn manche Liebe, mag sie noch so tief sein, hat auch Stachel und birgt Kummer, der vertuscht wird, in sich, und "verwirrte" Menschen sprechen das endlich aus, was sie sich nie getraut hätten. Aber nun ... trauen sie sich, traut sich das Unterbewusstsein! Oft genug sind sie nachher entsetzt, wenn ihre "Normalität" wieder hergestellt ist und können nicht glauben, was sie von sich gegeben haben! Für mich ist das kein Beweis, dass die Seele nicht im Spiel war!

Aber streiten wollen wir beide deshalb sicher nicht! Du hast Deine Meinung und ich die meine!

Ich muss in all meinen Psychologie-Büchern noch einmal ganz intensiv stöbern, was da so über die Seele (für mich das Faszinierendste überhaupt!) geschrieben steht! Auch habe ich sehr viele Bücher über Kinderpsychologie gelesen, über die schweren Leiden dieser kleinen Geschöpfe, die uns anbefohlen sind, und deren Seelen durch schlimme Erlebnisse total verbogen wurden.

Liebe Grüße

Désirée
_________________
Hütet euch, eine Seele zu kränken, ein Herz zu betrüben
oder einen Menschen mit euren Worten zu verletzen, sei er euer Bekannter
oder ein Fremdling, Freund oder Feind!


Hallo Astovidatu,
Zitat:
Kein Mensch, der lebt spürt seine Seele. Die Seele bemerkt man erst danach.
Das sieht man doch auch bei den Nahtod-Erfahrungen, die ich immer wieder gerne als Beispiel nehme. Dort erst merken die Menschen, dass es da vielleicht noch etwas gibt, vorher und nachher ist davon nichts mehr zu spüren!

Ja, es gibt Hinweise auf das Leben im Jenseits, aber keine Einheitlichen! Jeder erzählt etwas anders, jedes Buch beschreibt eine eigene Variante von dem, was kommen wird, und nichts davon ist wirklich klar und eindeutig!
Wieso nur Hinweise und kein Offenlegen?

Das ist für mich eigentlich kein Problem - gerade weil ich nicht an etwas Bestimmtes glaube. Wenn es ein klares und eindeutiges Offenlegen gäbe, dann würde das ja heißen dass es sich in unserem Erfahrungsbereich abspielt - das ist aber ganz eindeutig nicht der Fall.
Auch die Nahtod-Erfahrungen sind eben keine Jenseitserfahrungen, auch sie sind durch die Wissenschaft mehr oder weniger erklärbar - der Tod ist eine absolute Grenze; und ob und welche Erfahrung es nach deren Überschreiten gibt, wissen wir nicht - und was wir glauben, ist ein diesseitiges Glauben - und das kann nicht einheitlich sein, weil es eben bestenfalls eine Ahnung des Jenseitigen ist - noch viel mehr als in dem Gleichnis von den Blindgeborenen...

() Wu
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Ein König ließ alle Blindgeborenen zusammenführen und ließ ihnen zeigen, wie ein Elefant aussieht ...
Da standen nun die Blindgeborenen von Savatthi um den Elefanten herum und betasteten ihn, ein jeder, wo er gerade stand. Dann begab sich der König zu den Blindgeborenen und fragte sie:
"Habt ihr erkannt, was ein Elefant ist?"
"Ja", sagten sie. Und er fragte weiter:
"Wie ist denn ein Elefant?" Und da sagten nun die einen:
Der Elefant ist wie ein eiserner Kessel - so sprachen die, die den Kopf betastet hatten.
Der Elefant ist wie ein Palmblatt - so sagten die, die das Ohr des Elefanten betastet hatten.
Der Elefant ist wie eine Pflugschar - so sagten die, die seinen Zahn betastet hatten;
wie eine Schlange ist der Elefant - so sagten die, die seinen Rüssel betastet hatten;
wie eine Säule ist der Elefant - sie hatten sein Bein betastet;
wie ein Seil ist der Elefant - sie hatten seinen Zensur in die Hand genommen;
wie ein Besen ist der Elefant - so sprachen die, weiche das Zensur befühlt hatten.
Und sie gerieten miteinander in Streit, und jeder meinte recht zu haben, denn er traute der eigenen Erfahrung - aber sie vermochten nicht das Ganze zusammenzusetzen und zu erkennen, was in Wahrheit der Elefant sei.
Desiree hat folgendes geschrieben:
Aber wenn alles derart offengelegt wäre, würde es keines Glaubens mehr bedürfen, dann wäre es Wissen!


Genau, und warum darf man jetzt nicht schon wissen, sonder muss einfach irgendetwas glauben oder auch nicht?
Immerhin wird man die Ewigkeit nach dem Tod alles Wissen und nur die kurze Zeit auf der Erde nicht…warum wohl?
Wu hat folgendes geschrieben:

Auch die Nahtod-Erfahrungen sind eben keine Jenseitserfahrungen, auch sie sind durch die Wissenschaft mehr oder weniger erklärbar


Es gibt für Nahtod-Erfahrungen eine wissenschaftlicher Erklärung, die nichts mit dem Tod und der Seele zu tun hat? Die würde ich ja gerne mal hören, da hast du mich jetzt aber neugierig gemacht

Wu hat folgendes geschrieben:

und was wir glauben, ist ein diesseitiges Glauben - und das kann nicht einheitlich sein, weil es eben bestenfalls eine Ahnung des Jenseitigen ist - noch viel mehr als in dem Gleichnis von den Blindgeborenen...


Genau, aber aus diesem wirren Brei aus Glauben könnte klares Wissen werden, man es uns dieses Wissen nur nicht vorenthalten würde.
Warum verheimlicht man uns dieses Wissen...oder gibt es da vielleicht doch gar nichts mehr zu wissen?
Hallo Astovidatu!

Wer ist 'man'
Code:
"Und es gibt doch keinen Gott!" bekräftigte der alte Totengräber nochmals und schlug auf den Tisch, daß die Gläser tanzten.
"Na schön, dann gibt's ihn halt nicht," erwiderte der alte Pfarrer seinem Freund, "- was regst dich denn so auf, wenn's ihn gar nicht gibt. Lass ihn doch in Ruh'."
"Nein, lass' ich nicht; bei Gott! Er ist verantwortlich für alles. Warum hat er die Welt so schlecht erschaffen, der Stümper - oder der Sadist - ein Drittes gibt es nicht!"
"Jetzt hör' doch amal auf mit dem Quatsch," ärgerte sich der Pfarrer, "entweder es gibt ihn oder es gibt ihn nicht; und wenn es ihn nicht gibt wie du sagst, dann ist er auch weder ein Stümper noch ein Sadist, sondern dann ist er eben nicht da und alles ist Natur; und jetzt trink' aus und geh heim."
[Nach 'Gespräch eines Buddhisten mit einem Christen']

Zu den Nahtoderfahrungen aus skeptischer Sicht schau mal hier

() Wu
Na ja, also alles was ich da gefunden habe an wissenschaftlichen Erklärungen für Nahtod-Erfahrungen ist in der Zwischenzeit schon ebenfalls wissenschaftlich widerlegt worden.
Dort steht nichts, was diese Dinge erklären könnte...oder hab ich da was übersehen?


Tja, vielleicht sollten wir besser hoffen, dass es keinen Gott und kein Leben nach dem Tod gibt, denn alles scheint darauf hinzudeuten, dass das, was dort auf einen wartet, nur oberflächliche freundlich ist…
Was dort steht sind ebenso Vermutungen wie das was die 'Thanatologen'
schreiben, und es 'wissenschaftlich widerlegen' zu wollen ist ebenso witzlos
wie ein 'Beweis'. Aber Du kannst gern die eine oder andere Seite aufklären,
wenn Du meinst... Das Eine wie das Andere, ebenso wie Hoffnungen und
Befürchtungen, bleibt notwendig diesseits der Grenze