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Holismus/Ganzheit
aus Wikipedia
Der Holismus, griech. holon - das Ganze,
bezeichnet eine erkenntnistheoretische Sichtweise, in der Einheiten eine höhere Qualität besitzen als die Summe ihrer Elemente. Eine isolierte Betrachtung der einzelnen Bestandteile vermag das Phänomen der Ganzheit somit nicht hinreichend zu erklären. Der Terminus wird von Jan Christiaan Smuts in dem 1926 erschienen Buch Holism and Evolution geprägt. Verfechter einer Totalitätsperspektive finden sich aber auch in früheren Epochen, etwa in den Schriften von Gottfried Wilhelm Leibniz, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Aristoteles ("Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile"). Die Problematik einer nicht vollständigen Erklärbarkeit wird auch als Emergenz bezeichnet.
Die Betrachtung eines Themas in seiner Ganzheit (seltener und weniger tiefgreifend auch: Gänze), oder die ganzheitliche Behandlung eines Gegenstands oder einer Beziehung meint eine umfassende, weitsichtige und weit vorausschauende Berücksichtigung möglichst vieler Aspekte:
erkennbare Ursprünge und Querbeziehungen, Eigenschaften und Zuordnungen, Rahmenbedingungen, Nutzenabwägungen, Anwendungs-Aspekte sowie Neben-, Folge- und Wechselwirkungen des eigenen Verhaltens - und absehbare Reaktionen Anderer im Umgang damit.
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Holismus im Religionsbezug
Die Untrennbarkeit vieler Aspekte findet sich, durchwoben, durch alle Religionen. Schon bei dem Versuch 'Gott' zu erklären gerät man immer wieder auf die Antwort 'Gott ist ALLES'. Alles vereint bzw. fügt jedes Komponent dem anderen unweigerlich hinzu so das am Ende ein Ganzes entsteht - eben "ALLES" umschliesst.
In den heidnischen Kulturen spiegelt sich das einheitliche Denken besonders stark. So ist in den Naturreligionen Materie und Geist als Gesamtheit zu sehen - untrennbar verwoben. Welt und Anderswelt bilden so die lebendige Ganzheit. In dieser Einheit in Vielfalt ist die Natur nicht nur mittelbar heilig. Sie verweist nicht auf einen außerhalb ihrer selbst liegenden Schöpfer, sondern ist in sich selbst heilig und göttlich. Im engeren Sinne sind Naturreligionen nicht gestrickt durch den Glauben an eine von aussen kommende Offenbahrung, sondern Erfahrung des göttlichen in der Natur und damit der unteilbaren Ganzheit des Seins, in der alles mit allem verwandt ist und Anteil am Göttlichen hat. Ziel der Naturreligionen ist kein bloßes Seelenheil, keine "Erlösung" und keine auf spirituelle Werte beschränkte "Erleuchtung", sondern ein erfülltes Leben in der Ganzheit des Seins - in der Einheit der Vielfalt.
Das erkennen der Gesamtheit ist vergleichbar mit Erleuchtung.
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