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Hallo Thomas!
Nun, das meiste davon ist durchaus konkret bekannt - das Aufblühen der buddhistischen Lehre in Indien geschah tatsächlich kampflos, die wahrscheinlich ältesten erhaltenen schriftlichen Zeugnisse dürften die Felsenedikte des Kaisers Ashoka im 3. Jh. v.u.Z. sein, etwas später datiert die schriftliche Niederlegung des Palikanon, der bis dahin mündlich weitergegeben wurde. In China und Tibet veränderte sich der Buddhismus zweifellos (ebenso wie heute im Westen), dorthin kam er aber erst im Laufe des 1. Jt. n.u.Z., und auf den Theravada-Buddhismus in Indien, Ceylon, Kambodscha, Vietnam... hatte das keine Rückwirkung. Der Islam hat den Buddhismus in Indien nur insofern beeinflusst, als er ihn gewaltsam und blutig vernichtete, und die Europäer hatten ebenfalls andere Sorgen als die indigenen Religionen zu beeinflussen - wenn sie ihnen überhaupt Beachtung schenkten, dann als Betätigungsfeld für die Heidenmission...
Dass der Buddhismus von Anfang an nicht theistisch war, lässt sich aus den Schriften der zeitgenössischen Gegner recht deutlich ablesen, und dass auch Schulen existierten, die den 'buddhistischen mainstream' nicht mitmachten, sieht man deutlich z.B. an der Schule der puggalavadins, die sich um 240 v.u.Z. bildete und nach ca. 200 Jahren wieder verschwand - sie lehrten im Gegensatz zu den anderen Schulen eine 'puggala', einen das persönliche Leben überdauernden 'Personkern', und waren damit wohl am weitesten von der buddhistischen Orthodoxie entfernt. Trotzdem wurden ihre Schriften studiert und ihre Lehren weiter diskutiert, bis sie 2000 Jahre später in Deutschland von Georg Grimm in der 'Altbuddhistischen Gemeinde' wieder aufgenommen wurden. Diese hat in Utting am Ammersee als durchaus geachteter Zweig der deutschen Buddhisten nochmals 80 Jahre existiert, bis sie sich vor wenigen Jahren selbst auflöste. Es ist also definitiv nicht so, dass irgendwelche 'Priester' [ein Begriff, der dem Buddhismus sowieso ziemlich fremd ist] irgendwelche 'neuen Lehren eingeführt' hätten - es gab Neuerungen, aber immer in friedlicher Auseinandersetzung mit den älteren Traditionen, die sich nicht veränderten. Dass 'Bilder und Statuen verehrt werden' ist weder heute noch war es jemals buddhistische Lehre. Wenn Abdu'l Baha das 'wusste', dann hat entweder er recht oder die Gesamtheit aller buddhistischen Lehrer und die ganze Religionswissenschaft - und ich tendiere eben zu letzterer Annahme. Wenn Du anderer Meinung bist, nehme ich das gern wohlwollend zur Kenntnis
Aber wir kommen hier schon ganz gewaltig vom thread-Thema ab - es ging darum, ob man sich als Christ etc. wie ein Buddhist verhalten könne - und das kann ich aus vielfacher persönlicher Anschauung nur nachdrücklich bejahen...
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