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Gehst du dann auf Reisen, ohne Reiseziel?












Hallo Wo,

Zitat:
Dem widerspreche ich - obwohl ich den Spruch 'der Weg ist das Ziel'
ebenfalls für eine unzulässige Vereinfachung halte.
Ein Weg, der ein bekanntes Ziel hat, kann mich nur zu dem führen,
was ich eben schon kenne. Das scheint mir aber nicht der Weg der
Religion - gleichgültig welcher. Gott hat einen Plan? Mag sein, aber
würde ich den kennen, wäre ich ihm zumindest in diesem Aspekt
gleichgestellt. Für mich führt jeder religiöse Weg notwendig ins
Unbekannte.


Dein Einwand ist berechtigt.

Ich möchte jedoch um die Lehre Shri Krishnas etwas zu erhellen ein Beispiel aufzeigen:

Du unternimmst eine Reise.
Gehst du dann auf Reisen, ohne Reiseziel?
Du hast gehört von einem schönen Ort und nimmst dir vor, diesen zu erreichen. Der Weg wird durch die Wegweiser gekennzeichnet, dies bedeutet jedoch nicht, dass du alles was dir während der Wegstrecke widerfährt auch bereits kennst. (zum Glück )
Nichts zu wissen über das Ziel der Reise, schafft keine "Anhaftung ans Ziel" und somit auch keinen "Reiseentusiasmus".

Das Shrimad-Bahgavatam gibt das Beispiel des Bootes.
Das Meer ist die materielle Existenz. Das Boot ist die spirituelle Praxis. Der Guru, der spirituelle Meister, ist der kundige Steuermann. Und die günstigen Winde die Heiligen Schriften und die Sadhus (Heiligen).
Auf diesem Boot mag man noch viele Stürme erleben, aber wenn man sich an die Anweisungen des kundigen Steuermanns hält, wird man nicht über Bord gespühlt. Je mehr der "Matrose" mit dem Bott "verankert" ist, desto weniger können ihn die Wellen und Stürme im Boot hin und her werfen. ---> je stetiger werden wir.

Zitat:
Zitat:
Nun bleibt mir nichts mehr als zu schweigen. Oh wie heilsam, wie süß und
glückselig ist es, in der Einsamkeit zu sitzen und schweigend mit Gott zu
reden. ............, ich werde eingehen in
den einfältigen Grund, in die stille Wüste, in jenes Innerste, da niemand
heimisch ist. Ich werde eintauchen in die wüste und öde Gottheit,
darinnen ist weder Werk noch Bild...


Ja, das ist das Wunsch-Ziel des Buddhisten.
Es ist aber auch ein "Ziel" - das "nirvishesha" oder "shunyavadi", das NICHTS oder das VERSCHMELZEN.
Und dieses Ziel gibt es auch, laut Veden genannt Brahmajioti - die gleissende, unpersönliche Ausstrahlung der Persönlichkeit Gottes.
In diesem gleissenden Licht, gibt es kein Leid mehr, und das wird dann als nie endendes Glück empfunden.

Aber a-dvaita, Nichtdualität, bedeutet nicht das es keine Vielfalt gibt!
Die Veden erklären, dass in der Transzendenz unendliche Vielfalt herrscht. Das Brahmajioti, wirkt in dieser Beziehung wie ein "Vorhang". Hinter dem gleissenden Licht existiert unendliche Vielfalt.

Die materielle Vielfalt ist nur eine verzerrte Widerspiegelung dieser ewigen transzendentalen Vielfalt.
Vergleichbar einem Baum der sich im Wasser spiegelt.

In der zeitweiligen, materiellen Welt herrscht Dualität.
Dualität bedeutet, das wir die Objekte unserer Wahrnehmung vom Ursprung allen Ursprungs und der Ursache aller Ursache (Gott) getrennt sehen - weil wir sie geniessen wollen. (Dualität ist nicht gleichbedeutend mit "Form")
Wir müssen die Welt nicht negieren = "pseudo a-dvaita".
Die Welt sollte lediglich in den Dienst des Höchsten Geniessers und der Höchsten Person, Purushottama (ein anderer Name Shri Krishnas), gestellt werden. Dann wird alles wahrhaft "a-dvaita", nichtdual - EINS.
Wie bei einem Baum. Ein Baum ist EINS, aber das bedeutet nicht das er keine Vielfalt aufweist. So hat ein Baum, Blätter, Blüten, Früchte etc., sie alle sind individuell aber doch EINS, da weder die Früchte, die Blüten noch die Blätter ohne den Baum eine Existenzgrundlage haben.

Bleibt zu erwähnen, das nicht alle Religionen die Transzendenz anstreben.
(nicht alle Religionen sind auf der gleichen "Sprosse" der Leiter, die zum höchsten Ziel führt)

Gruss
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV


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