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Shastra, Guru, Sadhu












Hallo Gabriele,

Zitat:
Mal ganz praktisch gefragt: wie praktizierst du das und woher weißt du, daß dein Weg der Richtige ist ?


Wie ich oben geschrieben habe, gibt es drei wichtige Faktoren die uns im spirituellen Leben helfen das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Shastra, Guru, Sadhu

Wir sind immer gezwungen irgend eine Autorität zu akzeptieren, die Frage ist nur die geeignete zu finden.

Wenn man sich für eine bestimmte Schulrichtung festgelegt hat, in meinem Falle, Vaishnava-vedanta, dann sind diese drei "Ratgeber" unerlässlich. ((Diese drei (Shastra/Guru/Sadhu) sollten sich auch nicht gegenseitig widersprechen))

Zitat:
Das Nichtstun geht nicht - zumindest nicht in unserem Kulturkreis - steht nicht in der Bibel schon was von der Regsamkeit - Bete und Arbeite - Faul sein wird verpönt - wohl in allen Religionen - also wie kann man sich das dann vorstellen ?

An einem praktischen Beispiel wäre ich schon interessiert.


Ein praktisches Beispiel ist das Essen.
Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita (9.26):
"Wenn Mir jemand mit Liebe und Hingabe ein Blatt, eine Blume, eine Frucht oder etwas Wasser opfert, werde Ich es annehmen."
Shri Krishna isst mit den "Augen", denn Seine Augen sind überall.

Wenn ich koche, koche ich nicht für mich (meine Sinne), sondern versuche ganz bewusst für Shri Krishna zu kochen. Danach opfere ich das Essen mit bestimmten Mantras zum Herrn.
Die geopferten Speisen nennt man "Prasadam" (Barmherzigkeit).
Vor der Opferung wird es "boga" (Lust) genannt.

Die Tätigkeit des Kochens kann somit entweder auf der Ebene von Karma (Ver-strickung) oder eben Akarma (Ent-wicklung) geschehen.

Shri Krishna erklärt in der BG (3.13), dass Essen das nicht zum Herrn geopfert ist, eine karmische Reaktion auslöst (verunreinigung unseres Bewusstseins-Spiegels). Wenn wir uns nur noch von Prasadam ernähren, fällt es uns viel leichter die Sinne zu beherrschen.

Ein anderes Beispiel:
Ich habe einen Altar zu Hause auf dem ich den Herrn in Form einer Bildgestallt verehre (genannt Arca-vigraha). Diese ist vergleichbar einer Buddhastatue oder dem Jesus Christus am Kreuz (auch diese sind Arca-vigraha). Ich verehre den Herrn mit Räucherstäbchen, Blumen und frischem Wasser. So ist "mein Zuhause" ein "Tempel", ein Wohnsitz Shri Krishnas.
Ein beträchtlicher Teil meines Lohnes erarbeite ich um "meine" Wohnungsmiete zu bezahlen, aber genau betrachtet arbeite ich auch um Shri Krishna ein angenehmes Zuhause bieten zu können.

Ein weiteres Beispiel:
Ich stehe jeden Morgen früh auf und praktiziere Mantra-Meditation.
(das wichtigste dabei ist das konzentrierte "Zuhören" - wie in jeder Beziehung)

Ein weiteres Beispiel:
Ich habe Freizeit, und in dieser Zeit lese ich in der Bhagavad-Gita und dem Shrimad Bhagavatam. Auch diese Tätigkeit ist aktiver Dienst.
Die Höchste Persönlichkeit Gottes ist Absolut und Transzendental, je mehr wir unsere Tätigkeiten für Ihn tun, je mehr haben wir mit Ihm Gemeinschaft. (andere sitzen lieber den Abend vor dem Fern-seher zur Entspannung und füllen ihren Geist mit In-Form-ationsschrott, oder lesen die "wichtigen Neuigkeiten" in der Zeitung)
So müssen wir uns ständig entscheiden wem wir unsere Aufmerksamkeit schenken wollen. (auf was wir unser Bewusstsein richten = unseren Spiegel reinigen oder verunreinigen)

All diese Arten der Tätigkeit sind nicht auf "Ein-Bildung" beruhend, sondern auf den Aussagen der Veden, insbesondere der "Bhagavad-Gita wie sie ist". Entscheidend für mich war, die Erfahrungen die ich in all den Jahren der Praxis des Bhakti-yoga gemacht habe.
Die eigenen Erfahrungen die wir in unserer spirituellen Praxis machen sind mehr Wert als blosses Buchwissen und sollten schlussendlich der entscheidende Faktor sein.

Ich hoffe das gibt dir einen kleinen Einblick
Gruss
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV


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