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Seele wählt nächstes Leben selbst












Das Leben, das ich selbst gewählt

Eh`ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde:
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster , das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Logeslösten schenkt.
Wo Mensch, der Menschenpein entwunden,
als ausgewählter hoher Geist er denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meinre Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört`ein Wesen ich die Frage tun,
ob dies zu leben ich getraute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme:
"Dies ist das Leben, das ich leben will!"
gab ich zur Antwort mit entschlossner Stimme
und nahme auf mich mein neues Schicksal still.
So ward geboren ich in diese Welt,
so war`s , als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenn`s oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab ich es bejaht.

Autor unbekannt - Quelle - Der weiße Lotos -
http://www.astro.com/astrologie/in_plutint1_g.htm
Teil 1 - 4

Interessantes Interview mit der bekannten Astrologin.


Liz Greene: Ich denke nicht, dass man sagen kann, "dieser Planet und jener Archetyp gehören zusammen". Denn das würde bedeuten, dass man zwei verschiedene Symbolsysteme zusammenwürfelt. Sie werden nie eins zu eins übertragbar sein. Es ist wahrscheinlich besser, von einer Verwandtschaft der Planetensymbole mit einem Bündel von Bildern zu sprechen, die alle in einem unterschiedlichen Verhältnis zueinander stehen. Einer der plutonischen Archetypen ist sicherlich Luzifer. Ein anderer sind die Schicksalsgöttinnen. Einer ist Goethes Mephistopheles, und wieder ein anderer Kali. Es gibt eine ganze Reihe mythischer Bilder, die uns ein Gefühl für das Pluto-Prinzip vermitteln können. Es ist fast unmöglich, es überhaupt zu auszudrücken, außer in Metaphern.

Jegliche Materie enthält intelligentes Leben, das mit dem Lebenstrieb verknüpft zu sein scheint. Es ist die Natur selbst, oder der Lebenstrieb der Natur, der überleben wird. Um zu überleben, ist es absolut notwendig, dass sie Verwandlung, Veränderung, Tod durchmacht, dass sie diejenigen Formen zerstört, die ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben, und dass sie dann neue Formen hervorbringt. Wir erleben Pluto als zerstörerisch, also denken wir an Mephistopheles. Oder wir erleben ihn als nährend, also denken wir an die Große Mutter. Oder wir erleben ihn als Schicksal, also denken wir an die Moiren, die griechischen Schicksalsgöttinnen. Weil wir Pluto auf so viele verschiedene Weisen erleben können, brauchen wir verschiedene Bilder, um ihn zu beschreiben.

Liz Greene: Nun, vielleicht nicht "weniger tiefgreifend", sondern einfach wesentlich vertrauter. Der Mensch würde vielleicht sagen: "Ja, das kenne ich. Nur die Lautstärke ist ein bisschen hochgedreht." Ohne den Radix-Aspekt hieße es eher: "Was zum Teufel ist hier los?" Da ist es sehr hilfreich, wenn man Verbindungen von Pluto zum Aszendenten, zur Sonne, Mond oder Merkur hat, oder wenn der Planet in einem Eckhaus steht. Wenn dann ein Pluto-Transit vorbeikommt, ist schon eine Vorstellung der plutonischen Dimension des Lebens vorhanden. Menschen müssen einfach lernen zu akzeptieren, dass es etwas im Leben gibt, das größer ist als sie selbst. Ohne diese Akzeptanz kann man mit Pluto nicht umgehen. Wenn diese Akzeptanz da ist, kann man das, was unter einem solchen Transit auftaucht, einfacher steuern. Es hilft, die Dinge beim Namen nennen zu können. Leute können ausrasten, wenn sie etwas, das sie bedroht nicht benennen können.

Liz Greene: Ich denke, es ist wichtig, nicht allzu sehr zu versuchen, das Lächeln zurückzugewinnen. Ein Teil des Problems liegt darin, dass wir Depression und Trauer als Krankheiten ansehen, die geheilt werden müssen. Halb Amerika wird wegen Depression behandelt. Depression und Melancholie sind seit Menschengedenken die einzigen Zustände, in denen man Kontakt mit der Seele aufnehmen kann. Wenn man mit einem festgeklebten Grinsen im Gesicht herumläuft, kann sich diese Seite des Lebens nicht kreativ ausdrücken oder nutzbar machen lassen. Die Neigung zu wiederkehrender Depression mit Mond-Pluto bedeutet vor allem, ein anderes Verständnis von Depression zu bekommen - vielleicht nennen wir es lieber Melancholie -, hinunter in die Tiefen zu gehen, um danach wieder ans Licht zurückzukehren. All die tiefen Fragen kommen hoch. Weil in Plutos Welt alles stirbt, spürt ein solcher Mensch eine andauernde Trauer für das, was vergeht. Es ist wie wenn man einen nahestehenden Menschen verliert. Wenn man der Trauer nicht genug Platz einräumt, staut sie sich auf und wird krankhaft. Es kann sehr hilfreich sein, mit Depression als etwas zu arbeiten, das nützlich und kreativ ist, anstatt zu versuchen, das Lächeln zurückzubringen. Ich glaube, das Lächeln beginnt dann, ein bisschen ironischer zu werden. Es ist eine andere Art des Lächelns. Es kann zu der Sorte Humor führen, die auch das Absurde zu schätzen weiß.

Liz Greene: Ichglaube nicht, dass die astrologischen Zeitalter wirklicher, realer sind als irgend etwas anderes. Aber es scheint dennoch Wendepunkte in der Wahrnehmung Gottes zu geben, auch im Hinblick darauf, wie wir Menschen mit dieser Wahrnehmung umgehen. Daher denke ich nicht, dass ein Zeitalter "besser" ist als ein anderes, in dem Sinn, dass es wahrer ist. Unsere Urväter nahmen die Götter als äußere Einflüsse wahr, die sich in das Leben der Menschen einmischten. Wir können die Götter heute nicht mehr so definieren. Doch das impliziert nicht unbedingt ein größeres Bewusstsein von Wahrheit, sondern ist einfach unsere Wahrnehmung der Realität. Die Vorstellung vom Göttlichen als etwas "da draußen", zu dem wir beten, zerfällt immer mehr. Dieser Zusammenbruch scheint eine Menge Sorgen, Aufregung und Bedrohung hervorzurufen, und die Antwort darauf ist das genaue Gegenteil: starrer Fundamentalismus. Unsere Vision ist eine prometheische, in der die Menschen das Alpha und Omega sind - alles liegt in uns.

Ob das wahr ist oder nicht, ist die falsche Frage. Wir scheinen damit zu leben, und es wird uns auch noch lange Zeit erhalten bleiben. Wir werden sicher noch lange Schwierigkeiten damit haben und viel vermurksen, denn diese Einstellung bringt eine enorme Arroganz mit sich. Mit jeder Verschiebung unserer Wahrnehmung des Göttlichen verlieren wir etwas. Wir gewinnen neue Perspektiven und wir verlieren etwas sehr Wertvolles. Wir sollten vielmehr fragen, "Können wir das Wertvolle vergangener Ansichten erhalten und gleichzeitig dem Neuen die Tore öffnen?" anstatt eine Grenze zu ziehen und zu sagen "Wir werfen das Alte über Bord." Die Christen versuchten gnadenlos die heidnische Weltsicht über Bord zu werfen, und ich denke, sie haben einen schrecklichen Preis dafür bezahlt, dass sie das Wertvolle der früheren Weltsicht ausgeschlossen haben. Wir sind jetzt in der gleichen Situation.
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