Alkohol und Narkotika in der Baha'i Religion


Da es mehrere Anfragen zu diesem Thema gab, hier eine kleine Auswahl aus den Baha'i Schriften.

Alkohol und Narkotika - Über das Alkoholverbot in der Baha'i Religion

Zitat:
Dem Menschen ist Verstand gegeben. Darum nehme er nichts zu sich, was ihn dessen beraubt. Bahá'u'lláh


Zitat:
Werdet trunken vom Wein der Liebe Gottes und nicht von dem, was eueren Verstand zerstört, o ihr, die ihr Ihn anbetet! Wahrlich, dies wurde jedem Gläubigen verboten, Mann und Frau gleichermaßen. Bahá'u'lláh


Zitat:
Das Trinken von Wein ist nach dem Text des Heiligsten Buches verboten; denn es ist die Ursache von chronischen Krankheiten, schwächt die Nerven und zerstört den Verstand. 'Abdu'l-Bahá


Zitat:
Hütet euch, daß ihr den Wein Gottes nicht gegen euren Wein vertauscht, denn er wird euch den Verstand verzehren und eure Gesichter vom Antlitz Gottes, des Allherrlichen, des Unvergleichlichen, des Unerreichbaren, abwenden. Nahet ihm nicht, denn er ist euch durch den Befehl Gottes, des Erhabenen, des Allmächtigen, verboten. Bahá'u'lláh


Wie scherwiegend das Problem Alkohol ist, erkennt man daran, dass Alkohol zwar streng verboten ist (ausser eben für medizinische Zwecke), das Rauchen allerdings nicht (es ist zwar stark empfohlen nicht zu rauchen, es ist jedoch nicht verboten).
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
Kurze Fakten

Folgenschwerste Suchtkrankheit
Deutschland: pro Jahr 40.000 Alkoholtote
2,5 Millionen Menschen alkoholabhängig
600.000 bis 1 Million gelten als Alkoholiker
Drittgrößte vermeidbare Todesursache
Bei jedem zweiten Verkehrstoten in Deutschland: Alkohol im Spiel
25% aller Arbeitsunfälle: Alkohol im Spiel
25-35% der Ehescheidungen: Alkohol im Spiel
50% aller kriminellen Delikte: Alkohol im Spiel
Kosten für Gesundheitssystem enorm

Andere Statistik

Jedes Jahr sterben allein in Deutschland rund 42.000 Menschen an direkten oder indirekten Folgen von Alkoholismus. Bei mindestens zehn Millionen Menschen gilt der Alkohol als problematisch, bei mehr als vier Millionen von ihnen sprechen die Experten von Alkholmissbrauch oder –abhängigkeit.

Damit ist der Alkoholkonsum die drittgrößte vermeidbare Todesursache – nach dem Rauchen und den Folgen von falscher Ernährung und Bewegungsmangel. Alkohol fordert auch indirekte Opfer: Verkehrstote wegen Alkohol am Steuer und Kinder, die mit alkoholbedingten Missbildungen zur Welt kommen.

Als Krankheit anerkannt

Seit 1968 gilt Alkoholismus als Krankheit. Die Kosten für die Behandlung alkoholbedingter Erkrankungen werden auf 20 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Die möglichen Folgen

Da der Alkohol durch das Blut über den ganzen Körper verteilt wird, kommt es bei regelmäßig erhöhtem Konsum in praktisch allen Geweben zu Zellschädigungen. Besonders häufig sind Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse, des Herzens und der Muskulatur sowie des Nervensystems. Deutlich erhöht ist aber auch das Risiko für Krebs im Mund, Rachen und Speiseröhre sowie bei Frauen für Brustkrebs.

Tod der Persönlichkeit

Die schlimmsten Folgen hat langfristiger Alkoholismus auch für das Gehirn. Sie reichen von Persönlichkeitsveränderungen über epileptische Anfälle, Wahnvorstellungen, Depressionen bis hin zu einer Demenz, also dem allmählichen Verlust der Hirnfunktionen. Fällt die regelmäßige Alkoholzunahme plötzlich aus, überwiegen die vom Nervensystem verstärkten anregenden Impulse, und es kommt zu den typischen Entzugssymptomen wie Unruhe, Tremor, Übelkeit und Erbrechen. In schlimmen Fällen kann es auch zu schweren Krampfanfällen und schließlich zum „Delirium tremens“ kommen, das sich neben Tremor und Übelkeit in Halluzinationen, Muskelzuckungen und Krämpfen bis hin zum Koma äußert.

Eine besonders schwere Variante ist das sogenannte Korsakow-Syndrom, das sich meist im Anschluss an ein Entzugsdelirium bildet oder auf den Alkoholiker typischen Vitamin-B1-Mangel zurückzuführen ist: Hirnstrukturen sterben ab und lösen einen unumkehrbaren Verlust an Gedächtnis und Orientierung aus. Betroffen sind vor allem Merkfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis. Die Patienten füllen ihre Gedächtnislücken nur noch mit Inhalten, die ihnen spontan einfallen. Damit werden sie endgültig zu einem Pflegefall.
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
...Alkohol und Drogen wären vielleicht ein guter Ansatz für Gesellschaftskritik: Wie schlecht muss der Zustand einer Gesellschaft sein, die Rate der Alkohol- und Drogensüchtigen steigt und Drogen allgemein schon von 12-jährigen genommen werden....
Tja, Alkohol und Drogen zu verbieten, weil sie ein gesellschaftliches Problem darstellen, ist, als würde man den Schmerz verbieten, anstatt die Krankheit zu bekämpfen...
ich glaube eher Alkohol und Drogen sind mit die Ursache des Problems... neben der Gottlosigkeit
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Why not try Peace for a while,
if we don't like it, we can always go back to war.

Abdu'l Bahá
Ich stimme Astovidatu zu. Eine Gesellschaft. die ihre Mitbürger vor vermeindlich unlösbare Probleme stellt, zwingt ihre Mitglieder in den Weg des geringsten Widerstandes. Und der ist halt nun mal der Weg in die Flucht..... Deutschland hat 4 Millionen Arbeitslose - abetr keinen Pfennig für Bildung übrig. Ohne Bildung keine Jobchance, ohne Jobchance arbeitslos; sich nutzlos fühlen kann Flucht in Alkohol und Drogen bedeuten.
Gruss Thomas
Ja und nein - Alkohol und viele Drogen waren immer schon Begleiterscheinung
(nicht nur) des Menschen - seit Noach - meist irgendwie in die Gesellschaft
integriert. Auch heute ist Alkohol in den europäischen Mittelmeerländern relativ
unproblematisch - ebenso wie's Haschisch im Nahen Osten und Coca bei den
Indios einmal war. Das Problembewusstsein kam mit dem (volkswirtschaftlich
spürbaren) Missbrauch - und der Verbreitung dorthin, wo diese Substanzen
eben neu waren - und zu jener Zeit gab es für Probleme eben nur die Lösung
'verbieten' oder 'vernichten'...
In den baha`i-Schriften wird vor bewusststeinserweiternden Drogen gewarnt. Der Mensch nutzt nur etwa ein Drittel seines Gehirns; Haschisch und Opiate eröffnen vielleicht den Weg in die ungenutzten Regionen. Da aber diese ungenutzten Regionen eben inaktiv sind, gleicht der Versuch mit Canabis sie zu aktivieren dem Versuch, ohne Ausbildung einen Airbus starten, fliegen und landen zu wollen.

-Thomas-
Eine praktische Frage: darf ein Baha'i' aushilfsweise kellnern gehen und dabei Alkohol ausschenken? (Kneipe/Fastnacht...) Wie seht Ihr das? Kennt Ihr Textstellen die darüber etwas aussagen???
Hi Marion,

In diesen Dingen bleibt es dem Gewissen des Einzelnen überlassen, ich hatte mal eine kurze Zeit bei Do&Co gekellnert, auch mit Wein einschenken und so, hab dann aber doch wieder aufgehört...

Warum, steigst Du in die Gastronomie ein?

Liebe Grüße,
Saed