Alkohol und Narkotika in der Baha'i Religion


Hi Deas - ich nett! Ich wohne nur in einem Gebiet, wo das immer und immer wieder ein Thema ist und ich keine befriedigende Antwort gefunden habe. Es gipfelt dann oft in Argumenten " tja, das muß jeder selber entscheiden - ( Quelle Light of guidance), wir sind halt die Generation des Zwielichtes.... (Shoghi Effendi) Und dann warten wir auf Segnungen, Bestätigungen und nichts kommt... Warum wohl?!??Im Moment nervt es mich, weil ich immer wieder denke, ... ach, vielleicht weißt Du ja was ich meine...
Das Thema scheint wahrscheinlich keinen so recht zu interessieren, aber MICH! BITTE, weiß einer vielleicht Hilfe? Eine Textstelle, eine Führung?? Marion
Liebe Marion

Meine Praxis beim Anbieten von Alkohol für Gäste ist, dass ich nicht versuche eine „Zwang“ auszuüben. Wenn ich einen Gast (zu Hause) habe, kommt es sogar manchmal vor, dass ich eine Flasche Bier besorge. Wenn ich dann sage „schau mal ich hab dir sogar Bier besorgt, weil ich weiß, dass du ja alkoholfreies Bier verabscheust (so wie ich es noch vor einigen Jahren getan habe). Oft kommt es dann vor, dass der Gast es dann gar nicht möchte und die Flasche ewig im Kühlschrank steht. Ich glaub, dass ein striktes Nein (auf andere Menschen bezogen) mehr Unverständnis als Nutzen nach sich zieht. Um so Wichtiger ist aber das eigene gute Vorbild. Könnte lehrreicher sein als der erhobene Finger. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Ansicht

Alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh
Dazu möchte ich noch sagen, dass mir aber alle Menschen und besonders die Jugendlichen, wenn sie sich so unwissend "niedersaufen" sehr sehr leid tun.

Alles Liebe
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Bahà'u'llàh
Morgen Robinson! Na denn Prost! Meine konkrete Frage ist: Wie sieht es mit "Kellnern" aus? Ist dies der persönlichen Freiheit des Einzelnen überlassen oder?!? In dieser Branche hat es ja immer den Vorteil der Trinkgelder, flexible Arbeitszeiten.... Ich denke aber, es liegt schlichtweg kein Segen darauf. Wenn wir Alkohol ablehnen, dann dürfen wir Ihn auch nicht heraustragen und anbieten - gegen Bezahlung- Die Sache mit privaten Gästen im privaten Wohnzimmer, o.k., damit könnte ich leben )aber das andere ist ja öffentlich, und es ist ja in der Regel auch im Ort bekannt, wer welcher Religion angehört. Beispiel: Ein Jungwinzer wird Baha'i' und ist - mittelfristig - dazu aufgerufen, sich einen neuen Beruf zu suchen, ansonsten sind seine administrativen Rechte in Gefahr. Dieser Winzer mit seinem persönlichen Hintergrund geht auf ein Weinfest und wird dort von einer ihm gut bekannten, vertieften ( wie sie immer wieder mit Nachdruck betont) Baha'i' bedient, die den Wein austrägt. Diese hat ihm aber immer wieder gesagt, das es in der Baha'i'-Religion ein Alkoholverbot gibt. Dumme Situation, oder? Wort und Tat... Ich rede jetzt nicht von Ländern, wo es überhaupt keine anderen Jobs gibt, ich rede auch nicht von Hausangestellten, die bei einer Party Alkohol ausschenken... Ich rede von Leuten, die sich mit diesen Jobs ihr Taschengeld auffrischen, die sich nicht zwangsweise in dieser Situation befinden. Stell Dir mal vor, wie dies ankommt. Der Winzer fragt sich doch, was soll das, ich muß eigentlich mein Weingut drangeben, um "in good standing" zu sein, und dann so etwas. Für ihn und seinen Betrieb wäre es fatal, zumal die Renten der Eltern ( ebenfalls Winzer) direkt am Erfolg des Betriebes hängen.Das Argument, wir alle sind auf dem Weg uns zu entwickeln, ist da wohl fehl am Platze, wenn man es recht überlegt, oder...???? Auch die Generation des Zwielichtes erscheint fraglich, ... Außer einer tiefen Traurigkeit, weil so etwas immer wieder passiert , empfinde ich mittlerweile auch eine gewisse Wut, ob der Leichtfertigkeit der Freunde.... Marion
Hallo Marion,

um mich hier mal einzumischen, zum Vergleich - im Buddhismus gibt's ja keine 'Gebote'
in diesem Sinn, sie haben eher den Charakter von Empfehlungen - das fünfte Sila ist,
auf Berauschendes zu verzichten. Dementsprechend wird auch ein Beruf, der EineN
selbst oder Andere zu Handlungen gegen die Silas veranlassen könnte, wie der eines
Soldaten, eines Waffenhändlers, Metzgers oder Schankwirts, als grundsätzlich eher
unheilsam angesehen, aber nicht unbedingt als 'sündhaft' an sich.
Das tröstet - Danke
Die Aussage vun Wu find ich auch wirklich gut.

Alles Liebe
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Bahà'u'llàh
Hallo Marion,

ich habe ein paar einschlägige Zitate zu Deiner Frage gefunden:

If a Bahá’í is employed by others in a job which involves the serving of alcohol, he is not obliged to change the employment. This is a matter left to each spam to decide in the light of his own conscience. Obviously such kinds of employment vary widely from bartending to serving in a grocery in which wine is retailed. If the job requires a Auf Deutsch posten bitte deal of involvement with the serving of alcohol it is better for the Bahá’í to obtain other employment if he can.

Letter written on behalf of the Universal House of Justice, dated February 8, 1982, to a National Spiritual Assembly

Such employments (Bahá’ís who are in the employment of non Bahá’ís and whose employment involves the serving or selling of alcoholic beverages) cover every wide range of degree in involvement, therefore it is left to the spam to decide whether or not he feels his employment violates the spirit of the Bahá’í law. In cases of doubt he can, of course, consult his Spiritual Assembly for advice. . . .

Letter from the Universal House of Justice, dated January 15, 1976, enclosed with a letter written on behalf of the Universal House of Justice, dated February 8, 1982, to a National Spiritual Assembly

(Compilations, NSA USA - Developing Distinctive Baha'i Communities)


Ich habe in dieser amerikanischen Supercompilation auch gelesen, daß der Ausschank von Alkohol in einem Lokal, das NUR Bahá'is gehört, nicht zulässig ist, wenn es aber einen weiteren Besitzer gibt, der nicht Bahá'i ist, ist es ok. (Allerdings soll man es als Bahá'i meiden mit einem Nicht-Bahá'i ein Lokal aufzumachen, sofern dies mit dem Ausschank von Alkohol verbunden ist. Der o.g. Fall gilt also nur wenn man erst nachträglich Bahá'i geworden ist).
Bahá'i Institutionen dürfen auf gar keinen Fall Alkohol ausschenken, Privatpersonen nur im kleineren Kreis nach eigenem Ermessen. Alkohol auf Parties, Hochzeiten u.ä. von Bahá'i ist aber nicht akzeptabel...

Hoffe, das hilft weiter!
Vielen Dank! Marion

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