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Rückblick - Berichte zu Praxis und Theorie der Rückführung












Aus dem "Rückblick" Nr. 16/Nov. 2006

Ausschnitte:

"Willst du wissen, wer du warst, so schau, wer du bist. Willst du wissen, wer du sein wirst, so schau, was du tust!" (Buddha)


Vorwort:

Der Mensch, der an Gott glaubt, glaubt auch, daß Gott allmächtig ist. Und ungeachtet dessen, was für Vorstellungen er sich büer Gott macht, glaubt er auch, daß Gott liebevoll und gütig ist. Oder sogar, daß er die Liebe und die Güte selbst ist.

Dies ist sehr schön, ja wunderbar, solange der Blick "gen Himmel" gerichtet ist. Schaut man auf die Erde, so verstummt die Rede von Liebe und Güte. Wie soll man da erklären, daß Gott, obwohl er voller Liebe und Güte , überdies noch allmächtig ist, untätig zuschauen kann, wenn auf der Erde Menschen Ungerechtigkeit, ja derart entsetzliches Leid widerfährt ?

- Eine Lösung des Dilemmas wird beispielsweise durch die Vorstellung herbeigeführt, daß es neben Gott noch ein Wesen gibt, das - beinahe - so mächtig ist wie Gott selbst. - Dieses Wesen ist uns allen gut vertraut, wir nennen es: Teufel ode Satan oder Luzifer. Und dieser hat mit seinen überaus zahlreichen und beflissenen Mitarbeitern die Leidenschaft, die Seelen Gott abzujagen: zum Bösen zu verführen. daß der Erfolg dieser fleissigen Schar enorm groß ist, wird uns durch die Nachrichtenmedien täglich vor Augen geführt. - Und daß mit der Wirkung des Teufels Gottes Allmacht arg beschnitten wird, ist die traurige Konsequenz von Gottes Toleranz seinem Widersacher gegenüber: Während das Hotel Luzifer für Jahrhunderte im voraus ausgebucht sein dürfte, scheint das Hotel zum Himmel aus Mangel an Gästen vor der Pleite zu stehen.

Doch die Frage bleibt: Falls der Erzbösewicht die Menschen pausenlos zum Bösen verführt und dadurch unendliches Leiden auf Erden verursacht, warum schweigt Gott zu diesem teuflischen Geschehen ? Warum läßt er sich von einem solchen finsteren Wesen überrumpeln , ja verdrängen ?

Das Problem löst sich hingegen wie von selbst Schritt für Schritt wunderbar auf, sobald die eigene Sicht und damit der Horizont des Weltbildes erweitert werden. Und dies ist - oder wäre - sehr einfach:
Es genügt, die Tatsachen wahrheitsgemäß wahrzunehmen.

Die entscheidende Gegebenheit , deren Wahrnehmung, das Dilemma zwischen der Allgüte Gottes und dem Bösen auf der Erde löst, ist natürlich die Tatsache, daß der Mensch nicht nur einmal auf der Erde lebt. Und er kommt nicht bloß einige Male auf die Erde, sondern hat eine äußerst lange Reihe von Erdenleben hinter sich.

Die zweite Tatsache, die jeder zur Kenntnis nehmen muß, der um ein wirklichkeitsgetreues Weltbild bemüht ist, ist das Faktum, daß diese lange Reihe von Inkarnationen nur darum besteht, damit sich Seele und Geist des Menschen entwickeln können.

Für alle, die um die innere Entwicklung während einer überaus langen Zeit wissen, wird die Erklärung des Leidens auf der Erde nicht schwer fallen: Jeder, der einem anderen etwas Böses zufügt, muß später - meistens in einer der nachfolgenden Inkarnationen - erfahren, wie es einem ist, wenn er denselben Handlungen ausgesetzt wird. Im Hintergrund steht das Karma-Gesetz, doch wir wissen, daß "Karma" (Sanskrit: Tat) keine Strafe, sondern eine Lektion ist, die dem Menschen ermöglicht, aus seinen - noch so bitteren , leidvollen - Erfahrungen zu lernen.

Derjenige, der das weiß und liebesfähig ist, wird mit allen, die leiden, selbstverständlich mitfühlen - im Wissen, daß das Leiden einen jeden auf seinem inneren spirituellen Weg, weiter: näher zu Gott bringt. Denn so bedauerlich es auch ist: der Mensch verändert sich innerlich nur dann, wenn er leiden muss.

Der Mitfühlende wird aber auch mit denen Mitleid haben, die das Leiden anderer verursachen. Jeer, der seinen Mitmenschen etwas Leidvolles zufügt, disponiert sich dafür , daß er demselben Leiden ausgesetzt werden wird. Jeder, ohne Ausnahme: ob er heute Täter oder Opfer ist, entwickelt sich innerlich, und für jeden kommt einmal die Zeit, in welcher er belehrt wird, auf andere Rücksicht zu nehmen. Der heutige Täter wird also einmal erfahren, wie es jenen zumute war, denen er etwas Böses angetan hat. Die heutigen Opfer waren einst Täter. Und wenn jemand heute der Täter ist, so steht ihm noch ein langer Leidensweg bevor, gegen dessen Ende er dann auch von Schuldgeführen geplagt sein wird.

Wer aber mit Menschen, die heute leiden oder sich für ihr künftiges Leiden disponieren, mitfühlen kann und unterschiedslos für alle um Licht bittet, der wird auch Gottes Schweigen verstehen.

Wo Gott in jenen Tagen war ? (Ausschwitz) Er stand hinter jedem Leidenden und hielt ihn in großer Liebe. Schließlich weiß er, daß jeder, der leidet - der leiden muß - , auf dem besten Weg ist, seineSehnsucht, in die Nähe Gottes zu gelangen, zu erfüllen. Und daß jeder Mensch , gleichgültig, wo er in seiner inneren Entwicklung heute steht, zu ihm gelangen wird: dafür garantiert Gott mit seiner Liebe, mit der er einen jeden in seinen Händen hält.

Redaktion: rigos@ggaweb.ch
Die Wiedergutmachung

Der Wunsch nach Wiedergutmachung hat zwei Triebfedern: das Bedürfnis, von der seelischen Last frei zu werden, un ddie Sehnsucht nach Vollkommenheit. - Der Mensch strebt nach innerer Freiheit, weil er sich unfrei fühlt: Er ist durch seine Schattenseite und somit auch durch seine Vergangenheit belastet. Der Freiheitsdrang führt ihn zur Auseinandersetzung mit seiner Schattenseite und mit seiner Vergangenheit und treibt ihm - gleichsam von hinten her - , das zu tun, was wesentlich dazu beiträgt, daß er innerlich vollkommen frei werden kann: zur Wiedergutmachung jeglicher Schuld.

Die Sehnsucht nach Vollkommenheit wurzelt tief in der Seele, denn diese Sehnsucht ist in ihrem Keim die Sehnsucht nach Gott. Und diese treibt den Menschen auch in jenen Abschnitten seiner inneren Entwicklung voran, in welchen er alles andere als vollkommen ist und von Gott vielleicht nichts weiß oder nichts wissen will.

Er kennt aber auch dann - in seinem Inneren - die Göttlichen Gesetze und weiß um seine Bestimmung: Er kommt immer wieder auf die Erde , damit er am Ende den - ihm zugemessenen - Grad an Vollkommenheit erreicht. - Und wie er seine Bestimmung einmal unfehlbar verwirklichen und sein Ziel erreichen wird, wird er auch alles, was er Ungutes getan oder verbrochen hat, wiedergutmachen können.

Erreicht der Mensch in seiner inneren Entwicklung die Phase der Reinigung der Seele, so wird er mit seiner Vergangenheit immer häufiger konfrontiert, was zur Folge hat, daß er immer häufiger von Schuldgeführen geplagt wird.

Es ist sein inneres Wissen, von dem her er weiß, daß er sich verschuldet hat, und - innerlich - weiß er auch, worin seine Verschuldungen bestehen. - Außerdem weiß er noch etwas, das ihm - ebenfalls unbewußt - Sorgen, ja sogar Angst macht: Er hat ja im Laufe der unzähligen Inkarnationen bereits - und überaus gründlich - erfahren müssen, daß alles, was er anderen angetan hat, zu ihm "zurückkehrt" , und zwar in dem Sinne, daß er dasselbe erfährt: sowohl das Gute als auch das Böse, was er anderen zuteil werden ließ. Und da auf den unteren Entwicklungsstufen bei jedem Menschen das Böse weit überwiegt, hat er Angst: Angst vor der Strafe, aber auch davor, daß er sich wieder verschuldet: daß ihn Triebhaftigkeit und Aggressivität wieder zu Rücksichtslosigkeiten und Destruktionen verleiten. - Ist er innerlich aber reifer, so kann er sogar davor Angst haben, daß er das, was er an Gutem tun könnte, nicht tut: das er eine "Unterlassungssünde" begeht.

Der Mensch wird also gedrängt, Maßnahmen zu ergreifen, damit er sich von seinem Schuldgefühl und von seinen Ängsten befreien kann. - Wenn er innerlich schon reifer ist, führen ihn seine Reaktionen nicht mehr in die Sackgasse wie früher, als er vor seinem schlechten Gewissen die Flucht ergriff und sich beispielsweise an der "normalen" Teilnahme am Leben hinderte (Selbstbestrafungskrankheit wie Multiple Sklerose, Drogensucht u.a.) - Seine Reaktionen bestehen vielmehr in Aktivitäten, die zumindest zum Teil - tatsächlich nützlich sind und sogar seine innere Entwicklung - wie auch die von Mitmenschen - fördern und somit zur Wiedergutmachung beitragen können.
Zur effektiven Wiedergutmachung ist der Mensch erst dann fähig, wenn er die innere Reife dazu hat. - Die Wiedergutmachung ist keine Angelegenheit einiger Jahre oder einer einzigen Inkarnation. Der Mensch muß in die Bereitschaft und auch in die Fähigkeit zur echten Wiedergutmachung seelisch hineinwachsen. - Dazu hat aber jeder, sobald die Zeit: die innere Reife dafür gekommen ist, reichlich Gelegenheit.

Zum Vergleich das tägliche Wort von GeistigeNahrung:



Thema: Über Körper, Seele und Geist, Teil 1 von 2

In der Menschenwelt gibt es drei Stufen: die des Körpers, die der Seele und die des Geistes.

Der Körper ist die physische oder tierische Stufe des Menschen. Vom Gesichtspunkt des Körpers aus betrachtet, hat der Mensch am Tierreich teil. Die Körper der Menschen und der Tiere bestehen gleichermaßen aus Grundstoffen, die durch das Gesetz der Anziehung zusammengehalten werden.

Gleich dem Tier besitzt der Mensch die Fähigkeit der Sinne. Er ist Hitze, Kälte, Hunger, Durst und so weiter unterworfen. Ungleich dem Tier jedoch hat der Mensch eine mit Vernunft begabte Seele, die menschliche Intelligenz.

Diese Intelligenz des Menschen ist der Mittler zwischen seinem Körper und seinem Geiste.

Wenn der Mensch durch seine Seele dem Geist gestattet, seinen Verstand zu erleuchten, dann umfaßt er die ganze Schöpfung. Da der Mensch der Gipfelpunkt all dessen ist, was voranging, und deshalb allen vorhergehenden Entwicklungen überlegen ist, schließt er in sich die ganze niedere Welt ein. Wenn der Mensch vom Geiste durch die Seele erleuchtet ist, so macht ihn seine strahlende Intelligenz zur Krone der Schöpfung.

Wenn der Mensch jedoch nicht Sinn und Herz den Segnungen des Geistes öffnet, sondern seine Seele der materiellen Seite, dem leiblichen Teil seines Wesens zukehrt, dann ist er von seinem hohen Platz herabgesunken und wird er geringer als die Bewohner des niedrigeren Tierreiches. In diesem Falle ist der Mensch in einem traurigen Zustand. Denn, wenn wir die geistigen Eigenschaften der Seele, die dem Odem des göttlichen Geistes offen sind, nie benutzen, schwinden sie, werden sie kraftlos und schließlich unbrauchbar, während die materiellen Eigenschaften der Seele, allein geübt, in furchtbarer Weise mächtig werden, und der unglückliche, mißleitete Mensch wird roher, ungerechter, gemeiner, grausamer, böswilliger als die niedrigeren Tiere. Wenn all sein Trachten und Begehren durch die niedrigere Seite seiner Seele Stärkung findet, wird er immer viehischer werden, bis nichts mehr in seinem Wesen dem des vergänglichen Tieres überlegen ist. Solche Menschen sinnen, Böses zu tun, zu schaden und zu zerstören. Sie ermangeln völlig des Geistes göttlichen Erbarmens, denn die himmlische Beschaffenheit der Seele ist dann unter die Herrschaft der materiellen Seite gekommen. Wenn dagegen die geistige Natur der Seele so gestärkt worden ist, daß sie die materielle bezwingt, dann nähert sich der Mensch dem Göttlichen. Sein Menschentum wird so veredelt, daß sich die Tugenden der himmlischen Gemeinschaft in ihm offenbaren. Er strahlt die Barmherzigkeit Gottes aus, er regt den geistigen Fortschritt der Menschheit an, denn er wird zu einer Lampe, die Licht auf ihren Weg ergießt. Abdu'l Baha, Ansprachen in Paris

Wenn der Mensch also nur einmal auf die Welt kommt und sein Leben läuft schief, dann also erfährt ihn eine Verurteilung, obwohl die Umstände dazu führen, daß er sich erst einmal selbst suchen muß.

Wo aber finde ich hier die Liebe Gottes, die Jedem eine Chance gibt ?
Vorstufen der Wiedergutmachung

Die Triebfeder des Wunsches nach Wiedergutmachung einer Schuld oder von Verschuldungen ist zunächst das Bedürfnis, das bedrängende Schuldgefühl zu mildern oder ganz aufzulöse. - Am Anfang steht also eindeutig das eigene Interesse im Vordergrund und der Mensch denkt vielleicht überhaupt nicht daran, daß er seine Verfehlungen wiedergutmachen könnte oder gar müßte.


Der Wunsch, eine Tat ungeschehen zu machen

Begeht jemand einen Fehler, verschuldet er sich schwerwiegend und sieht seinen Fehler oder seine Schuld - sogleich oder später - ein, ist er von dem, was er getan hat, sehr beeindruckt, sogar erschüttert, so kann seine erste Reaktion der Wunsch sein, das Geschehene "aus der Welt zu schaffen": seine Tat "rückgängig" zu machen. - Dabei geht es nicht bloß um das "Wegwischen der Spuren", um die "Beseitigung aller Indizien", um Vertuschen oder Ableugnen. Derartige Bemühungen , die Wahrheit zu verhüllen, sind in erster Linie Früchte der Angst vor der Strafe. Es geht vielmehr darum, daß der Schuldige sich selber glauben machen möchte, er habe die Tat nicht begangen, habe sie gar nicht begehen können, weil das Ereignis "überhaupt nicht stattgefunden hat".

Die Folge dieser ersten - instinktiven - Reaktion (und wer kennt sie nicht!) ist dann doch der Versuch, so zu tun, als wäre nichts geschehen. Und wie Kinder, die noch überzeugt sind, daß alles, was sie sich wünschen oder vorstellen, wahr ist oder zur Wirklichkeit wird, versucht der Schuldbewußte fest daran zu glauben, daß er nichts angestellt hat.

Lügen haben bekanntlich "kurze Beine" , und was jemand mit Vertuschen erreicht, ist oft gerade das Gegenteil von dem, was er beabsichtigt: Er lenkt den Verdacht erst recht auf sich. - Es ergeht einem womöglich wie ein Kind, das einen Flecken auf das Tischtusch macht und aus Angst vor Strafe das Malheur ungeschehen machen und den Flecken mit eifrigem Waschen und Schrubben entfernen möchte, - mit dem Resultat, daß der Schmutz sich erst recht in den Stoff frißt und vielleicht nie mehr zu entfernen ist.

So geht es mit jeder Tat: Was geschehen ist, ist geschehen. Kein Mensch kann die Zeit zurückdrehen, um eine Tat ungeschehen zu machen.

Doch durch diese schlichte Tatsache läßt sich derjenige, der in der Klemme sitzt, nicht verdrießen. Gerade deshalb , weil sein Schuldgefühl ihn an das Unwiderbringliche erinnert, versucht er selbst dann noch, wenn er innerlich schon reifer ist, seine schlimmen Taten "aus der Welt zu schaffen". - Sind sie nicht "aus der Welt zu schaffen" so kann er versuchen, sie wenigstens aus dem Bewußtsein zu entfernen. Die Verschuldungen werden als verdrängt und ihr Urheber tut so, als habe es sie nie gegeben oder als habe es sie gar nie geben können. - Warum nicht ? - Weil er zu einer solchen Tat nicht fähig wäre und auch nie fähig war. - Und das versucht er dann auch zu "beweisen".


http://www.teilhard.de/

Teilhard: „Versprechen Sie einem Menschen so viele Jahre, wie Sie wollen. Lassen Sie ihn am Ende dieses Zeitraumes einen so hohen, übermenschlichen Gipfel erreichen wie Sie wollen. Wenn von vorneherein feststeht, daß wir ihn wieder hinabsteigen müssen, ohne daß von unserem Aufstieg in Kosmos irgendetwas überlebt - nun, so erkläre ich Ihnen, dann werden wir nicht den Mut haben, ihn zu gehen, und wir werden ihn nicht gehen. Niemals wird der Mensch sich einverstanden erklären, wie ein Sisyphus zu arbeiten."
Der Unschuldsbeweis

Eine Möglichkeit der Verteidigung im Strafverfahren besteht bekanntlich im Versuch zu beweisen, daß der Schuldverdächtige überhaupt nicht fähig war und auch heute nicht fähig wäre, das ihm zur Last gelegte Delikt zu begehen. In der alltäglichen Praxis sieht diese Methode beispielsweise so aus: Jemand erleidet einen Wutanfall, tobt, scheut sich nicht, die Ehehälfte zu schlagen, dezimiert den Geschirrbestand und nach Abklingen desAnfalls verwandelt er sich beinahe ohne Übergang in ein unschuldiges sanftes und vor allem liebebedürftiges Lämmchen, von dem niemand denken könnte, es könne auch nur einer Fliege, geschweige einem Menschen etwas zuleide tun. Und da er selber fest daran glaubt, es zu sein, beginnt er auch daran zu glauben, daß der Wutausbruch nie stattgefunden hat.
Wenn jemand das vernimmt, runzelt er vielleicht die Stirn: "Gibt es überhaupt einen so abgrundtief naiven - um nicht zu sagen: dummen - Menschen ? Es gibt ihn, es gibt sogar viele, nur liegt bei den meisten zwischen dem Zerschlagen von Geschirr und der Wandlung in ein frommes Lämmchen eine wesentlich größere Zeitspanne. In der Natur des Menschen ist ja die Neigung tief verwurzelt, sich selber - und natürlich auch die Mitmenschen - überzeugen zu wollen, daß er nicht so schlimm, nicht so böse ist, wie er in Wahrheit ist. - er neigt vor allem dann dazu, sein "Image" zu waschen und zu schrubben, wenn er ein schlechtes Gewissen hat. Und falls der Fleck sich nicht beseitigen läßt, so stellt er auf den Flecken eine Vase: Er legt sich selbst eine Maske zur Tarnung auf, mit der er sich dann identifiziert und meint, das Raubtier sei zum Lämmchen geworden.

Diese altbewährte Methode wird bei manchen Zwängen - natürlich unbewußt - angewendet, vor allem beim Reinigungs- und Ordnungszwang - nach dem Motto: "Wenn ich heute so sehr auf Sauberkeit und Ordnung bedacht bin, so kann ich niemals Unsauberkeit und Unordnung geduldet haben!" - Damit soll das Schuldgefühl wegen des früheren chaotischen und "unsauberen" Lebens beschwichtigt werden: Der Mensch , der sich mit seiner hellen Seite: mit seiner Reinigungs - oder Ordnungsliebe identifiziert, glaubt, durch die Identifikation seine andere Seite: die Schattenseite - und damit jegliche Unsauberkeit und Undordnung aus seiner Seele - restlos verbannt zu haben.


Opfer und Buße

Nun muß aber das Motto bei einer solchen ersten Reaktion nicht unbedingt die Absicht sein, sich selber zu "retten": die Folgen von Verschuldungen von sich abzuwenden und sich der Bestrafung zu entziehen. - Es ist selbstverständlich, daß auch die Angst vor Strafe bei der Motivation jeder Art von Wiedergutmachung mitbestimmend ist. - Ist jedoch jemand tief betroffen von dem, was er angestellt hat, ist er nicht bloß dem Druck seiner unbewußten Schuldgefühle ausgesetzt, sondern hat er ein eindeutiges Schuldbewußtsein, so wird seineigentliches - tieferes - Motiv die ihn aufwühlende Einsicht sein, daß es nicht besonders "gut" war, was er sich da "geleistet" hat. - Sieht er ein, was er angestellt hat, ahnt er sogar bereits, welche Tragweite seine Verschuldung hat, ahnt er sogar bereits, welche Tragweite seine Verschuldung hat, und leidet er unter seinem Schuldgefühl sehr, so wird er - vielleicht - auch bereit sein, Opfer zu bringen.

Das Opfer kann eine "Buße" sein, die meistens einer Selbstbestrafung gleichkommt. Diese kann sich in er Neigung zur Askese äußern.

Opfer.- das heißt: bußbereit ist der Mensch im allgemeinen von Anfang der dritten Entwicklungsstufe an, meistens in jenen Phasen, in welchen sein religiöser Glaube in den Vordergrund rückt. Fühlt sich der Mensch schuldig, so bewertet er seine Verschuldungen als Verstöße gegen Gottes Vorschriften als "Sünde". Möchte er sein Verhältnis zu Gott wieder "in Ordnung bringen", so meint er, er könne es nur tun, indem er für seine "Sünden" Buße tut. - Es gibt daher bei jedem Menschen im Laufe der Inkarnationen Zeiten, in welchen er zu Bußübungen , namentlich zur Askese neigt und vielleicht sogar einen großen Teil seines Erdenlebens oder das ganze in der Abgeschiedenheit verbringt.

Allerdings kann die Askese auch als "Handelsware" gehandhabt werden.
Askese als "Handelsware


Vergleich aus täglichem Wort von GeistigeNahrung:

Thema: Über Körper, Seele und Geist, Teil 2 von 2

Ihr seht, wie die Seele der Mittler zwischen dem Körper und dem Geist ist. Ebenso ist dieser Baum der Mittler zwischen Saat und Früchten. Wenn die Frucht des Baumes zum Vorschein kommt und reif wird, wissen wir, daß der Baum vollkommen ist. Wenn der Baum nicht Früchte trüge, wäre er nur ein nutzloses Gewächs, das keinen Zweck hat! Wenn eine Seele das geistige Leben in sich trägt, dann bringt sie gute Früchte hervor und wird sie zu einem göttlichen Baume. Ich wollte, ihr versuchtet, dieses Beispiel zu verstehen. Ich hoffe, daß die unaussprechliche Güte Gottes euch so stärken wird, daß die himmlische Eigenschaft eurer Seele, die sie mit dem Geist verknüpft, für immer über die materielle Seite herrschen und die Sinne in solchem Maße beeinflussen wird, daß eure Seele sich den Vollkommenheiten des himmlischen Reiches nähert. Möchte euer Angesicht in unverwandtem Blick auf das göttliche Licht so strahlend werden, daß alle eure Gedanken, Worte und Handlungen in dem beherrschenden geistigen Glanze eurer Seelen leuchten, auf daß euer Leben in den Versammlungen der Welt Vollkommenheit erkennen lasse. Das Leben mancher Menschen befaßt sich lediglich mit den Dingen dieser Welt. Ihr Sinn bewegt sich derart in äußeren Sitten und überkommenen Neigungen, daß sie für alle anderen Daseinsbereiche und die geistigen Bedeutungen der Dinge blind sind. Ihre Gedanken und Träume gelten irdischem Ruhm und materiellem Fortschritt. Sinnesfreuden und Behaglichkeit begrenzen ihren Blick. Ihr höchster Ehrgeiz kreist um weltlich gegebene und geartete Erfolge. Sie halten ihre niederen Neigungen nicht im Zaume, essen, trinken und schlafen. Gleich dem Tier beschränken sich ihre Gedanken auf das eigene körperliche Wohlergehen. Sicher müssen diese Bedürfnisse befriedigt werden. Das Leben ist eine Last, die wir tragen müssen, solange wir auf Erden sind, doch sollten wir den Sorgen um die niederen Lebensdinge nicht gestatten, daß sie allein über das menschliche Dichten und Trachten herrschen. Des Herzens Streben sollte sich zu einem herrlicheren Ziel erheben, die geistige Regsamkeit auf eine höhere Ebene steigen. Die Menschen sollten in ihrer Seele das Abbild himmlischer Vollkommenheit tragen und dort den unerschöpflichen Segnungen des göttlichen Geistes einen Ort bereiten. Setzt euren Ehrgeiz auf die Vollendung einer himmlischen Zivilisation auf Erden! Ich bitte für euch um den höchsten Segen, damit euch die Lebenskraft des himmlischen Geistes so erfülle, daß ihr für die Welt zur Ursache des Lebens werdet. Abdu'l Baha, Ansprachen in Paris


www.aivanhov.de

Essen und Trinken betrifft nicht ausschließlich die materielle, sondern ebenfalls die spirituelle Ebene. Auch unsere Seele und unser Geist haben es nötig, zu essen und zu trinken, aber sie brauchen etwas Neues. Sie werden also nicht ernährt, wenn man für sie vergangene Religionen und Philosophien ausgräbt. Diese Lehren und Kulte waren für die Epoche gut, in der sie geschaffen wurden, aber sie sind deshalb verschwunden, weil sie jetzt keine Daseinsberechtigung mehr haben. Entschuldigt, aber das sind alte Konserven. Lasst sie also beiseite und versucht in ein Restaurant zu gehen, wo man euch frische, noch dampfend aus dem Ofen kommende Nahrungsmittel serviert! Ja, die Natur ist ein Restaurant, in dem ihr die Luft von heute atmet, die Sonne von heute aufnehmt, den Himmel von heute betrachtet und mit der göttlichen Kraft von heute kommuniziert. Versucht immer dahin zu gehen, wo es etwas Neues, Entstehendes gibt. Zur sprudelnden Quelle, zum klaren frischen Wasser, zum Wind, zu den Blumen, zur Erde selbst. Statt also die Botschaften der Vergangenheit aufzusuchen, sollten wir die neuen Botschaften entschlüsseln, die der Schöpfer uns jeden Tag sendet.

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