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Es heißt, daß Johannes bezeugt, was er gesehen und gehört hat. Dieses Zeugnis fand vor etwas 2000 Jahren statt - also zeitnah.
Was uns überliefert ist, ist jedoch lediglich ein Fragment. Eine deutsche Übersetzung ist immer auch eine Interpretation. Johannes bezeugt nicht eine deutsche Übersetzung, sondern das, was er gesehen und gehört hat.
Jesus hat aramäisch gesprochen und wohl auch hebräisch. Später gab es Texte auf altgriechisch und lateinisch. Die Römer sprachen lateinisch.
So fragt man sich dann schon, wie die Juden jener Zeit sich mit Pontius Pilatur verständigt haben und was von solchen "Gesprächen" überhaupt korrekt übrig geblieben ist ?
Welcher Schreiber war denn bei den Vernehmungen von Jesus mit dabei und hat Protokoll geführt ?
Sprachen die Römer perfekt aramäisch oder hebräisch ? Sprachen die Schriftgelehrten perfekt lateinisch ?
Hinzu komt, daß die alten orientalischen Sprachen Bild-Sprachen sind. Sie sind anders strukturiert als unsere romanischen Sprachen.
Johannes bezeugt etwas: er bezeugt offenbar gemäß seiner Wahrnehmung.
Wie wir bei den anderen Evangelien sehen, gibt es auch andere Wahrnehmungen und damit verschiedene Betrachtungen.
Ein hebräischer Sprachsachverständiger erklärte, daß die Übertragungen in moderne Sprachen kaum wirklich wiedergeben, was die Bild-Sprache als solche bereits in der Emotionalität ausdrückt.
Schon deshalb wird es ganz schwierig bei der Frage: soll ich etwas aus der Bibel "wörtlich" nehmen ?
Es heißt, wir meinen damit den deutschen Text grammatikalisch und syntaktisch. Die Hebräer nehmen nichts wörtlich, sondern emotional bildlich.
Wie übersetzt man nun ein emotionales Bild ?
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Hallo Gabriele,
schauen wir erst einmal, was ein emotionales Bild ist. Es ist, wenn jemand figurativ, oder etwas einfacher, in Metaphern denkt.
Hört sich schwer an, ist es aber nicht. Jeder hat schon einmal den Ausdruck gehört: Du doofer Ar***. Man spricht in diesem Moment aber nicht wirklich mit einem menschlichen Hinterteil. Oder, das Alter verhält sich zum Leben, wie der Abend zum Tag. Find ich netter, weiss nicht wieviele das kennen.
In der Bibel gibt es mehrere Metaphern, die unterschiedlich ausgelegt werden können. Hier eine davon:
Apostelgeschichte 19, Fers 16: Sie rannten nackt aus dem Haus.
Keiner rennt nackend aus dem Haus, auch nicht in der Bibel (naja, nicht oft).
Das Wort NACKT ist in der Bibel also die Metapher für:
Realismus, oder Tranzparenz, oder andere Gefühle
ODER
Alleinsein, Beschämung, oder andere Gefühle
Hat noch jemand eine andere Idee. Bin mir nicht sicher, ob ich das richtige getroffen habe.
Grüsse
Bobo
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Wenn man das oben geschrieben zugrunde legt, dann stellen sich doch automatisch noch viel interessantere Fragen:
Ging es bei dem "Wunder" dann tatsächlich um 5 Brote und 2 Fische für 5000 Menschen?
Oder war das schlicht ein Bild dafür, daß ein Mann Organisationstalent hatte und irgendwie, irgendwoher für viele Menschen Essen besorgt hat?
Hat Jesus tatsächlich Wein aus Wasser gemacht? Oder einfach gute Beziehungen gehabt, mehr Wein besorgt als man glaubte, daß möglich sei und der Ausdruck war ein Beispiel für das bildliche in der Sprache?
Wie wörtlich sind also Wunderbeschreibungen, wie wörtlich ist die Bibel überhaupt zu nehmen?
Eine interessante Frage...
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Guten Morgen Aramis,
genau sowas meinte ich auch. Supergedanken, die Du da hast.
>Wie wörtlich sind also Wunderbeschreibungen, >wie wörtlich ist die Bibel überhaupt zu nehmen?
Da die Bibel immer wieder und wieder übersetzt und abgeschrieben wurde, sollte man SEHR vorsichtig sein. Wie bei allen Dingen im Leben.
Liebe Grüsse
Bobo
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Übersetzungsfehler ?
Was bedeutet es für die Heiligen Bücher, wenn sie alle mehrmals übersetzt werden und wenn die Menschen sich über das symbolische Hintergrundwissen Gedanken machen müssen ?
Die Anfänge sind schon da - wie wird es sich noch weiter entwickeln ?
http://www.amazon.de/Lexikon-Irrt%C.....m_b_3/028-6316335-6058904
Wie tatsächlich viele und zum Teil gravierende Irrtümer in der Bibel nachzulesen sind, seien es absichtliche oder ungewollte, beeinduckend jedoch sind sie allemal, was da Walter Jörg Langbein beim Schreiben genannten Buches weiterhin darlegt.
Obschon er einige Themen in seinem ersten Werk bereits behandelte, hat er sie nochmals im zweiten Werk aufgenommen und präzisiert. Er hat ganz gewiss fundiert und seriös recherchiert, ein beinahe vierzig-(36!)seitiges Quellenregister beweist dies auf eindrückliche Art, daran schmälert es nichts, wenn er sich auf die gleichen Quellen wie im ersten Werk beruft. Im Gegenteil, es ist anzunehmen, dass der Autor so viele Quellen studiert und recherchiert hat, dass sich ihm als logische Folgerung dieses sein zweites Werk geradezu aufgedrängt hat.
Auf ganz einfache und nachvollziehbare Art beschreibt er, dass der Klerus in den Anfängen des Christentums und speziell des „römischen Katholizismus" wohl mehr gesündigt hat als man allgemein annehmen darf.
WJL definiert das Neue Testament wie folgt: "Das Neue Testament ist menschliches Reden über Gott". Dabei erklärt er aufs wunderbarste, dass Zweifel an der Form der heutigen Bibel mit dem Glauben an Gottes Wort absolut vereinbar sind, gerade eben weil es „menschliches Reden" ist, und Menschen können sich irren.
Das Neue Testament ist also von Menschen dokumentierter Glaube. Somit kann man im Buch der Bücher immer wieder versteckte Wahrheiten entdecken und ans Tageslicht bringen, eben beim wiederholten Lesen der Bibel. Und WJL schrieb sein vorliegendes Werk zum besseren Verständnis der Bibel, so quasi als Gebrauchsanweisung.
Man braucht weder praktizierender Christ noch Katholik zu sein, jeden Tag wird man immer wieder mit Zitaten und Versen aus der Bibel konfrontiert. Walter Jörg Langbein hat da ein Standardwerk geschaffen, das zum Verständnis im Umgang mit unserem täglichen Leben und unseren Mitmenschen in der Vergangenheit, der Gegenwart und in der Zukunft beiträgt.
Noch einmal: Bravo, herzlichen Glückwunsch, es ist auch mit diesem zweiten Buch gelungen, viele Fragen, die das erste aufwarf, hier weiterzuverfolgen und zu vervollständigen. Die "Bibel" ist als das zu verstehen, was sie ursprünglich sein sollte und wollte. Vielleicht täte es vielen unserer Zeitgenossen gut, sie wieder mal hervorzuholen und darin zu lesen und sie in diesem Kontext zu lesen.
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