Warum das, wenn wir Gott sind ?


Was mich bewegt und warum ich da nicht dran vorbei gehen kann.
Wenn wir Gott sind - also alle Menschen auf der Welt wären dann Gott - so frage ich mich, wie kann Gott so etwas tun - sich so gegen seine eigene Schöpfung verhalten ?
www.brennglas.com/der_tierleichenfresser/index.html

Wir schauen weg und wollen nicht wahr haben - aber wir sagen: wir sind Gott und wer ist größer und besser als wir.
Wir dürfen alles.
Wir sind alles.
Niemand ist mehr als wir.

Und dann sowas ?

Wie ist das zu erklären ?

Was für ein Gott sind wir ?
Liebe Freunde

Nach meiner Vorstellung ist die Antwort ganz einfach die, dass wir eben nicht Gott sind.
Wir tragen zwar die Eigenschaften Gottes potentiell in uns und wenn wir unsere Seele vollkommen rein halten ( was uns zugegeben nur annäherungsweise möglich ist ) dann erscheint in uns das Spiegelbild Gottes, aber nicht Gott selbst. Nach dem unsere Herzen, Hirne und Seelen aber von Neid, Vorurteilen, Unwissenheit, Hass, Engstirnigkeit, Geiz, Gier, Unachtsamkeit…………usw. getrübt sind, erleben wir so viele beschämende Zustände auf der Welt. Wenn wir uns nur das Beispiel der Gottesboten (Abraham, Mose, Jesus, Mohammed, Bab und Baha’u’llah, um nur einige bekannte zu nennen) vor Augen halten, so müssen wir erkennen, dass sie zur Zeit ihres Erscheinens von der breiten Masse der Zeitgenossen total abgelehnt und verworfen wurden. Es ist nur ihrer selbstlosen Hingabe, Aufopferung und Gottes Hilfe zu verdanken, dass ihre Botschaft letztlich doch im großen Stiel bekannt wurde. Bald nach der verbreiteten Anerkennung (Staatsreligion) wurde aber auch aus den vorhin genannten Untugenden heraus, die „reine Lehre“ verschmutzt und teilweise bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Bis daraus (zumindest für viele Außenstehende) nur noch Quellen des Hasses und der Feindschaft zu erkennen waren.

Man stritt und streitet sich auch heftig über die zukünftigen Offenbarungen. Alle Gottesoffenbarer wurden also vor, während und nach ihrem Erscheinen, von den größten Teilen der Menschheit bekämpft oder zumindest nicht ernst genommen. So ist es für mich auch zu erklären, wieso die Menschheitsentwicklung insgesamt, so lähmend langsam, ja scheinbar gar nicht fortschreitet.

Alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh
@ Gabriele:

Zitat:
Was für ein Gott sind wir ?

Eben der Gott der ist und immer sein wird: Positivum und Negativum, schlicht und einfach alles was ist.

Die monotheistischen Religionen haben den entscheidenden Fehler gemacht, Gott in zwei Hälften aufzuteilen:

-Das absolut Gute (Gott)

-Das absolut Böse (Satan)


Dies war jedoch eine kurzsichtige Fehlentscheidung wie Geschichte und Erfahrung lehren: Beides sind die zwei Seiten einer Medaille, eines kann ohne das andere nicht existieren.

Das alles gilt natürlich nur für diese Ebene des Daseins (und wird es auch immer tun), mit fortschreitender Entwicklung wird der scheinbare Dualismus verschmelzen, da sein Zweck erfüllt ist.
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Keine Religion ist höher als die Wahrheit


HPB
Hallo,

Groomlake schreibt, dass die monotheistischen Religionen den "Fehler" gemacht hätten, Gott in zwei Hälften einzuteilen. Das sehe ich zumindest im "Judentum" nicht so. Hier ist Gott der Éine, der gibt und nimmt. ALLES kommt hier von Gott. Natürlich gibt es auch im "Judentum" andere Sichtweisen - aber ich bin mir nicht sicher, ab sie nicht menschliche Sichtweisen darstellen. Es macht meines Erachtens wenig Sinn, uns hier Textstellen "um die Ohren zu knallen". "Satan" ist hier einmal der unabhängige Widersacher Gottes, ein anders Mal derjenige, der im Auftrag Gottes die Erde "bereist" und berichtet... und auch die Menschen prüft. Was die Christenheit dann daraus machte, ist eine andere Angelegenheit.

Gruß

Reinhard
Nun, ohne den Anspruch auf Allwissenheit zu erheben, erzähle ich mein Verstehen von der Welt.

Gott waren wir, sind wir und werden wir immer sein.

Gott ist das „Eine ohne ein Zweites“, die Totalität. Gottes Natur ist Expansion.
Wenn aber Gott alleine ist, dann muss Gott noch etwas erschaffen, um zu Expandieren. So wurde das Eine zum Vielen. Dennoch ist das Viele immer noch Eins in Gott.
Wie kann das Licht erfahren, was Licht ist? Das Licht braucht einen Vergleich, die Dunkelheit.
Die Schöpfung ist eine Vergrobstofflichung des Feinstofflichsten. Jeder von uns, ob „leblose“ Materie, Pflanze, Tier, Mensch oder Intelligenzen auf anderen Planeten sind ein Teil Gottes.
In einer Analogie sehe ich Gott als Ozean, uns als Welle. Die Welle ist eins mit dem Ozean. Dennoch hat auch die Welle eine Existenz.
Schwäche entsteht dann, wenn wir unsere tiefere Wirklichkeit vergessen. Wenn wir vergessen, dass wir in Gott sind und „aus Gott bestehen“. Und genau hier kommt die Dunkelheit ins Spiel. Wir erleben uns als Unvollständig, wir glauben an den Mangel. Wir vergessen, dass Gott uns ständig versorgt, wenn wir Ihr/Ihm erlauben, dass Sie/Er durch uns handelt und spricht.
In dem Moment wo wir uns selbst ganz Gott übergeben, haben wir uns keineswegs selbst verloren. Nein! Wir sind wieder wir selbst geworden.
Und dann geschehen Wunder: Wir müssen gar nicht mehr darüber nachdenken, was wir sagen wollen, Gott spricht durch uns. Handlungen müssen nicht mehr geplant werden, denn Gott handelt durch uns. Träume sind angefüllt mit Liebe, denn Gott spricht zu uns. Am Ende ist da nicht mehr eine Beziehung: Mensch-Gott oder Mensch-Mensch, sondern alles ist wieder Eins!

Der Frage:
„Warum sind wir unvollkommen, wo Gott doch alles vollkommen macht?“
könnte ich anschließen:
„Warum sind heute 99,99% aller Lebewesen die auf der Erde lebten ausgestorben, wen Gott sie doch vollkommen schuf? (nur am geringsten Teil ist der Mensch schuld)
Meine Antwort:

Gottes zeigt sich nicht alleine durch das, was wir vollkommen nennen, sondern auch durch das, was wir unvollkommen nennen. Gott ist Vergebung. Indem wir das Unverzeihliche verzeihen, sind wir Gott sehr nahe. Gott ist bedingungslose Liebe. Indem wir einen unliebenswerten Menschen lieben, sind wir Gott sehr nahe.
Und indem wir hinter der Fassade der Unvollkommenheit die Vollkommenheit erblicken, erblicken wir die Welt durch Gottes Augen.
Manches hört sich an, als wolle man sagen: laß alles passieren, weil Gott es so will.
Aber will Gott, daß wir die Schöpfung - seine Schöpfung quälen und ausrotten - sind wir sein Werkzeug , daß die Evolution sich weiter entwickelt oder prüft uns Gott nur, inwieweit wir Menschlichkeit und Mitgefühl entwickelt haben - prüft uns, ob es Menschen gibt, deren Mitgefühl dazu führt, daß sie geben Quälereien aller Art an Mensch und Tier etwas unternehmen - versuchen, das Leid zu lindern - auch wenn sie wissen, daß im Menschen immer noch das Tier steckt, aus dem er kommt, obwohl viele von dieser harten Wahrheit nichts willen wollen. Sie schlagen sich eine Decke um, in der drauf steht"ich bin GOTT - wer ist mehr ? " - und darin sind sie eingezurrt und können nicht mehr heraus.
So steht in der "Anatomie der Seele" auf Seite 17: " Es entsprang nicht irgendeiner Götterlaune, daß der Mensch in einem so groß angelegten Entwicklungsprozeß gestellt wurde. Auch wurde der Mensch nicht aufgrund irgendwelcher Umstände oder Zufälle ins Leben "geworfen". Er wurde mit Bedacht in die Welt gesetzt. Und als er in die Welt gesetzt wurde, war das Ziel seiner Entwicklung schon festgelegt."

"Das Endziel der äonischen Entwicklung hingegen ist für alle Menschen dasselbe. Der Mensch soll nicht nur in seiner äußeren Gestalt und biologisch, sondern auch innerlich zu einem wahrhaftigen Menschen werden. Er ist dann ein wahrhaftiger Mensch, wenn er in seiner Gesinnung und seinem Verhalten im wahren Sinne menschlich ist.

Menschlich - wahrhaft menschlich - ist der Mensch erst, wenn er einerseits alles, was er vom Tier "geerbt" hat, auf eine ihm würdige: humande Weise leben kann. Er soll jedoch nicht nur das Tier-und Triebhafte , sondern alles, was ihn rücksichtlos und selbstsüchtig macht, überwinden. Er soll darüber hinaus in seinem Denken und Handeln auch das Interesse von Mitmenschen und Mitseelen(Pflanzen und Tieren) wahrnehmen und wahren. Er soll sein Verhalten ausschließlich nach seinen Einsichten und nach den Gesetzen der echten Liebe ausrichten."

Menschsein im wahren Sinne bedeutet also nicht, die physische Gestalt eines Menschen zu haben, sondern viel mehr. Es bedeutet, die Fähigkeit, die Kosmische Ordnung und mit ihr das Göttliche im irdischen leben für alle spürbarer werden zu lassen.

Das ist ein hohes Ideal, das der Mensch nur im Laufe einer langen inneren Entwicklung verwirklichen kann. Es ist ein Vorbild, dem er sich immer mehr anzunähern suchen muß.

Das Ziel der äonischen Entwicklung ist die - in diesem Sinne verstandene - Menschwerdung des Menschen."

Hallo Gabiele:
"Manches hört sich an, als wolle man sagen: laß alles passieren, weil Gott es so will..."

...nein, so sehe ich es nicht. Wir sollen aufhören zu verurteilen, dann werden wir für Gott empfänglich.

Und wenn wir für Gott empfänglich sind manifestiert sich Gott durch unser Handeln und unsere Worte. Ja, man könnte sagen Manifestiert sich Gott durch den Menschen.
Manifestiert es sich nicht schon durch Menschen, die nicht still stehen, sondern deren Gewissen und Bewußtsein sich schon geöffnet hat und die etwas tun - keine Ausreden suchen und einfach nur Hand anlegen, wo und wie auch immer sie gebraucht werden.

Die Aussage: laßt Gott nur machen, schaut eher wie eine Ausrede aus - laß alles Unrecht geschehen, es ist ja von Gott gewollt.

Ich denke aber eher, Gott hat den Menschen Geist und Verstand gegeben , so daß sie dazu aufgefordert sind, etwas zu tun.

Nicht mehr und auch nicht weniger.

Oder ?
Gewissermaßen manifestiert sich Gott durch alle Menschen. Nicht nur durch die, die wir als „Gut“ bezeichnen.

Ohne seine Widersacher ware uns die Tiefe des Glaubens von Bonnhöfer (im KZ umgekommen) verborgen geblieben. (Um mal einen Extremfall zu nennen)

In der Verzeihung des Unverzeihlichen erkennen wir wieder die Einheit mit Gott. Die Menschen, die uns das Unverzeihliche antaten, haben somit ihren Beitrag geleistet, das sich das Göttliche im anderen manifestiert.
Somit sagst du, daß Luzifer/Teufel eigentlich die Menschen in Versuchung führt, damit sie etwas tun können oder müssen, damit ihre Seele reifer wird.

Wenn ich mir vorstelle, daß ich vielleicht einmal als Söldner in den Kriegen vor hunderten von Jahren gelebt hätte und Menschen und Tiere grausam getötet hätte, dann müßte ich irgendwann in einem Leben erwachen - Seelenmatrix bleibt ja die gleiche - nur Person verändert sich -dann erwacht in mir das Gewissen - ich werde daran erinnert durch Schmerz, den ich nun selbst erfahren muß ?

Denn nur wenn ich durch die Taten wiederum anderer erfahre, was Schmerz ist, öffnet sich in mir etwas ? _D.h. die Seele wird reifer ?
Ist sie reif genug - hat sie genug innere Erfahrungen verhält sie sich also anders ? Sie überlegt bei allen Vorhaben anders? Sie erspürt anders ?

Luzifer als Helfer Gottes wie auch Judas als Helfer Jesus, seinen Auftrag zu erfüllen - siehe auch im "Das Vaterunser" die spirituelle Entwicklung im Sinne der Reinkarnationslehre - verständlich nur, wer an die unsterbliche Existenz der Seele glaubt oder davon überzeugt ist, daß alles Sinn macht.

Schlimm anzufühlen, wenn wir glauben, daß wir nur einmal leben und dann nie wieder. Dann ist der Gedanke an den Tod unerträglich, weil - unser Ich lebt nicht mehr - die Welt ohne uns - was kann es Schlimmeres geben.

Je mehr wir klammern, desto mehr erkennen wir, daß uns das Leben auf der Erde viel Spaß macht - weil wir im Unterbewußtsein wissen, daß wir noch viel erleben müssen, um reifer zu werden.

Sind das Kriterien ?

Immer wieder Fragen - immer wieder Antworten - es endet nie

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