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Habe folgende Predigt hereingestellt um auf Meister Eckhart´s Deutsche Predigten aufmerksam zu machen ein unglaublich reichhaltiges Buch für laien und Theologen wirklcih klasse
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Predigt 1
Jesus ging in den Tempel und trieb die Händler und Käufer hinaus
Wir lesen im heiligen Evangelium dass unser Herr in den Tempel ging und hinaustrieb die
kauften und verkauften und zu den anderen die da Tauben und solcherart Dinge feilboten
Sprach: <<Schafft dies beiseite schafft dies hinweg!>> [Joh. 2,16]
Warum trieb Jesus hinaus die da kauften und verkauften und hieß er die die Tauben feilboten
aufräumen? Er hatte nichts anderes im Sinn als dass er den Tempel leer haben wollte grade
als ob er spräche: <<Ich habe das Recht auf diesen Tempel und will allein darin wohnen und
Herrschaft darin ausüben>> Was ist damit gesagt?
Dieser Tempel in dem Gott mächtig herrschen will nach seinem Willen das ist die Seele des
Menschen die er [Gott] so ganz gleich nach sich selbst gestaltet und geschaffen hat wie wir
lesen dass unser Herr sprach: <<Machen wir den Menschen nach unserem Bild und unserem
Ebenbild>>
[1 Mos 1,26]
Und dies hat er auch getan derart gleich hat er die Seele des Menschen sich selbst gemacht
dass es weder im Himmelreich noch auf dem Erdenreich unter all denn herrlichen Kreaturen die
Gott so wonnevoll geschaffen -keine gibt keine gibt die ihm derart gleich ist wie einzig die
Seele des Menschen deswegen will Gott diesen Tempel leer haben dass denn nichts anderes mehr
darin sei als er allein
dies ist deshalb so weil ihm dieser Tempel sehr wohl gefällt denn er ist ihm so richtig ganz
gleih und es behagt ihm selbst sehr wohl in diesem Tempel wenn er allein darin ist
Wohlan gebt nun acht! Wer waren diese Leute die da kauften und verkauften und wer sind sie
noch immer? Nun hört mir gut zu ich will jetzt nichts weiter als nur von guten Leute
predigen dennoch will ich bei dieser Gelegenheit aufzeigen welche diese Kaufleute damals
waren und es immernoch sind die derart kauften und verkauften und es noch immer tun
die unser Herr hinauspeitschte und hinaustrieb
denn dies tut er noch immer all denen an die da kaufen und verkaufen in diesem Tempel: Von
ihnen will er auch nicht einen einzigen darin gewähren lassen
Seht all diese sind Kaufleute die sich vor groben Sünden bewahren und gern gute Leute wären
und ihre guten Werke - wie fasten Wachen beten und was es dergleichen gibt- Gott zu ehren
leisten allerart gute Werke
und sie tun es doch darum und sie tun es doch darum dass ihnen unser Herr dafür etwas gebe
oder das Gott ihnen etwas dafür tue das ihnen lieb wäre
all diese sind Kaufleute dies ist im groben Sinne zu verstehen denn sie wollen das eine um
das andere geben und wollen auf diese Weise Handel treiben mit unserem Herrn bei diesem
handel sind sie betrogene denn alles was sie haben und alles was sie zu leisten vermögen
gäben sie dies alles um Gottes Willen vollständig hin Gott bliebe ihnen deswegen
überhauptnichts zu geben oder zu leisten schuldig ausser der wollte es denn gerne umsonst
tun denn was sie sind das sind sie durch Gott und was sie haben das haben sie von Gott und
nicht aus sich selbst
darum ist Gott für ihre Werke oder ihre Gaben überhauptnichts schuldig es sei denn er wolle
es freiwillig aus seiner Gnade tun und nicht wegen ihrer Werke oder wegen ihrer gaben
denn sie geben nicht von dem Ihrgen sie wirken auch nicht durch sich selbst wie Christus
selbst spricht: <<ohne mich könnt ihr nichts tun<< [Joh 15,5 solche sind 'u-erst t;richte
Leute die so mit unserem Herrn handeln wollen sie kennen von der Wahrheit wenig oder nichts
darum schlug sie unser Herr aus dem Tempel und trieb sie hinaus es vermag das Licht und die
Finsternis nicht nebeneinander zu bestehen Gott /er ist die Wahrheit und das Licht in sich
selbst/
wenn Gott denn in diesen Tempel kommt dann vertreibt er daraus die Unwissenheit das ist die
Finsternis und er offenbart sich selbst durch das Licht und durch die Wahrheit dann sind die
Kaufleute weg wenn die Wahrheit erkannt wird und die Wahrheit begehrt nach keinerleit
Kaufhandel
Gott ist nicht auf das Seine aus er ist in allen seinen Werken ledig und frei und wirkt sie
aus aufrichtiger Liebe genau so verh'lt sich auch jener Mensch der mit Gott vereint ist er
steht ebenso ledig und frei bei in allen seinen Werken und tut sie ausschlie-lich Gott zu
Ehren und sucht nicht das Seine denn Gott er wirkt es in ihm
Ich sage noch mehr: Solange der Mensch mit allen seinen Werken irgend etwas sucht von all
dem was Gott zu geben vermag oder geben will ist er diesen Kaufleuten gleich willst du von
der Kaufmannschaft vollständig ledig sein so dass dich Gott in diesem Tempel gewähren lassen
kann dann sollst du alles was du in all deinen Werken vermagst das sollst du rein Gott zum
Lobe tun und sollst davon derart losgelöst verbleiben losgelöst wie das Nichts ist das weder
hier noch dort ist
Du sollst ganz und garnichts dafür verlangen wenn du solcherart wirkst dann sind deine Werke
geistlich und gottmäßig und dann sind die Kaufleute allzumal aus dem Tempel vertrieben und
Gott - er ist allein darin- und dieser Mensch hat nichts als Gott im Sinne
Seht ein mensch der weder sich noch irgend etwas ausser Gott und der Ehre Gottes im Sinne
hat der ist wahrhaftig frei und ledig von jeder Kaufmannschaft in allen seinen Werken und er
sucht nichts für sich wie Gott ledig ist in allen seinen Werken und frei und nichts für sich
sucht
Ich habe weiterhin auch gesagt dass unser Herr zu den Leute die Tauben feilboten sprach: <<
Schafft dies beiseite schafft dies weg!>> als ob er sagen wollte <<dies ist nicht schlecht
aber dennoch schafft diese Hindernisse hinsichtlich der lauteren Wahrheit weg>>
diese Leute -sie sind insgesamt gute Leute- die ihre Werke lauter für Gott verrichten und
nichts darin für sich suchen und doch wirken sie mit Selbstbezogenheit mit Zeit und mit Zahl
mit Vor und mit Nach
In diesen Werken sind sie behindert hinsichtlich der allerbesten Wahrheit wobei sie frei und
ledig sein sollen wie unser Herr Jesus Christus frei und ledig ist und sich allezeit neu
ohne Unterlass und ohne Zeit von seinem himmlischen Vater empfängt und sich in eben dem
selben Nun ohne Unterlass wieder vollkommen hineingebiert mit dankbarem Lob in die
väterliche Hohheit in einer ihr gleichen Würdigkeit
so auch sollte der Mensch dastehen der für die allerhöchste Wahrheit empfänglich werden und
darin leben möchte oohne Vor und Nach und ohne Behinderung durch all die Werke und all die
Bilder die er je aufnahm ledig und frei in diesem Augenblick göttliche Gabe neu zu empfangen
und dies ohne Hindernis in diesem selben Lichte mit dankbaren Lob in unseren Herrn Jesus
Christus wieder hineinzugebären
so wären die Tauben beiseite geschafft das heisst die Hindernisse und die Selbstbezogenheit
in all jenen Werken die ansonsten gut sind
sucht der Mensch in ihnen nicht das Seine deshalb sprach unser Herr ganz gütlich: <<schafft
dies beiseite schafft dies weg>> als hätte er sagen wollen: <<es ist gut bringt jedoch
Behinderung>>
wenn dieser Tempel auf diese Weise entledigt wird von allen Hindernissen dann glänzt er
derart schön und derart lauter und klar über allles hinaus was Gott geschaffen hat dass
niemand seinen Widerschein aufzunehmen vermag als einzig der ungeschaffene Gott allein
und bei der vollen Wahrheit: Diesem Tempel ist auch niemand gleich als nur allein der
ungeschaffene Gott alles was sich unterhalb der Engel befindet das lässt sich mit diesem
Tempel überhauptnicht vergleichen selbst die höchsten Engel gleichen diesem Tempel der edlen
Seele [zwar] ziemlich stark und doch nicht ganz und gar worin sie der Seele in gewissem maße
gleichen ist dies: An Erkenntnis und Liebe es ist ihnen jedoch eine Grenze gesetzt über die
hinaus sie nicht gelangen könen die Seele vermag wohl darüber hinaus zu gelangen Stünde die
Seele eines Menschen der noch in der Zeit lebt dem höchsten Engel gleich der Mensch
vermöchte eben da noch mit freiem Vermögen unzählbar höher zu kommen ü
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