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Kann man eigentlich wie ein Buddhist












Hallo Gast -

danach war aber eigentlich nicht gefragt, sondern
Zitat:
Muss man sich denn vom Christentum abwenden (Religionszugehörigkeit aufgeben), wenn jemand zum Buddhismus tendiert, jedoch im Grunde nicht ernst als Buddhist lebt, ... ?

Hier geht es um eine Tendenz, und nicht um ein klar definiertes Ziel.
Was sich à la longue daraus entwickelt, ist eine andere Frage...
Es ist völlig sinnlos, ein Verhalten lediglich aufgrund der äußeren Form als buddhistisch zu deklarieren.
Man könnte es auch so formulieren: das "buddhistische Verhalten" ist die Methode/Weg (Dharma), um das Ziel, die Erleuchtung/Buddha(schaft) zu erreichen. Unterstützt wird man dabei von der Sangha, den Freunden auf dem Weg. Dies ist die Zuflucht zu den drei Juwelen.
Die gesamte Praxis eines Buddhisten ist Ausdruck dieser Zufluchtnahme. Oder anders: Ohne Zufluchtnahme ist ein Verhalten nicht "buddhistisch".
Das bedeutet, daß man sich als Christ nicht "buddhistisch verhalten" kann, weil man seine Zuflucht zu Gott nimmt.
Dadurch wird natürlich nicht der Wert von "guten" Verhaltensweisen beeinträchtigt. Auch ein Christ sammelt aus buddhistischer Sicht Karma an, egal ob er nun an Gott glaubt oder Zuflucht zu Buddha, Dharma, Sangha , (Lama) nimmt.
Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Man muß nicht Buddhist werden, um äußerlich "buddhistische Verhaltensweisen " zu imitieren. Es wird sicherlich auch nicht nachteilig sein.
Aber es besteht kein Grund, dieses Verhalten als buddhistisch zu deklarieren. Was sollte der Vorteil sein? Was hat man davon?
Hm -
Zitat:
Die gesamte Praxis eines Buddhisten ist Ausdruck dieser Zufluchtnahme. Oder anders: Ohne Zufluchtnahme ist ein Verhalten nicht "buddhistisch".
Das bedeutet, daß man sich als Christ nicht "buddhistisch verhalten" kann, weil man seine Zuflucht zu Gott nimmt.

anderswo habe ich gerade gestern erst geschrieben, dass viele westliche Buddhisten dazu tendieren, ihre westlich/christliche Denkweise 1 : 1 auf den Buddhismus zu übertragen, aus dem eine 'alleinseligmachende' Lehre zu schnitzen und genau einzuteilen, wer nun mit welchen Schritten wie weit 'dazugehört' oder nicht...
Es ist vielleicht 15 Jahre her, da machte ich gemeinsam mit einem befreundeten Zen-Mönch ein sesshin, ein Meditations-Retreat. Weil wir beide ja recht verschiedene Zugänge hatten, gab's natürlich vieles zu klären und abzuchecken. Einmal diskutierten wir fast die ganze Nacht durch, und als der Morgen graute, nestelte er von seiner Robe das Dharma-Rad ab, steckte es mir an und sagte: "Du bist nicht weniger und nicht mehr Buddhist als ich auch. Buddhist ist nicht, wer sich so nennt, sondern wer buddhistisch handelt." Manchmal trage ich es auch heute noch...
Wenn ich keine falsche Rede führe, nicht töte, Nichtgegebenes nicht nehme etc. - inwiefern 'imitiere' ich dann 'buddhistische Verhaltensweisen'? Wenn ein Christ, ein Muslim oder ein Anhänger Nietzsches sich buddhistischen Denkweisen annähert, warum sollte er die dann nicht als buddhistische Denkweisen deklarieren? In buddhistisch geprägten Ländern gibt's da eigentlich kein Problem
(vgl. auch meinen Beitrag hier)
Hi,

Meditations-Retreat hört sich gut an.

Du bist also praktizierender, christlicher Buddhist.

Na also, geht doch.

Bis dann
Bobo
Nö, liebe Bobo, ich bin - wie hier auf S. 5 schon ausgeführt - eine Flasche...
Forum -> Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrische Religion

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