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Kann man eigentlich wie ein Buddhist












Liebe Bobo,

danke erstmal, dass Du wieder auf den ursprünglichen thread zurücklenkst - und da möchte ich wieder Thomas zitieren, der anfangs ganz richtig schrieb
Zitat:
Buddhismus ist keine Konfession im Sinne von Christentum, Islam, Bahaì, sondern eher eine Lebenseinstellung. Zumindestens für Buddhisten ist es kein Widerspruch, Buddhist und Christ oder Buddhist und Muslim zu sein.

Das stimmt, und es ging ja auch in der Frage nicht um Glaubenswahrheiten, sondern um das Handeln des Einzelnen. Das ist noch relativ einfach zu beantworten - sobald man sich auf die dahinterliegenden Glaubenswahrheiten einlässt, wird die Sache schnell kompliziert... Da wird es dann wirklich schwierig, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Die Reinkarnation ist da noch ein relativ kleines Problem - dieser Begriff wird immer wieder mit dem Buddhismus in Zusammenhang gebracht, aber weitgehend ziemlich missverständlich - hier gibt es schon einige threads dazu...
Guten Morgen,

ich weiss auch nicht so recht. Deine Antwort war gut, aber hat mich doch sehr verwirrt. Alles kreuz und quer in meinem Kopf. Darum, lieber Wu, lass uns mal gemeinsam ein wenig grübeln. Es ist, wie Thomas sagt, für keinen Buddhisten ein Problem gleichzeitig auch ein Christ zu sein. Aber, hier geht es ja um Christen, die buddhistisch leben möchten. Sieht auf den ersten Blick gleich aus; aber, ist es das auch?

Was ist schöner, bzw. richtiger? Wenn ich zu meinem Partner sage: "Ich liebe Dich, weil ich Dich brauche." oder "Ich brauche Dich, weil ich Dich liebe."

Ist es nicht unmoralisch für einen Christen, der gelobt hat nur einem zu dienen (Gott), zweigleisig zu fahren? In der Bibel steht geschrieben, dass Gott alle, die nur lauwarm sind, wieder ausspuckt. Lies mal zum Spass in der Offenbarung 3 die Verse 14 – 22. (Menschen, die sich nicht eindeutig zu Gott bekennen, sind ihm zuwieder). Dort wird schnell klar, was der Christengott von seinen Anhängern verlangt.

Ausserdem: Irgendwann kommt man an dem Punkt an, wo es nicht mehr ums Handeln geht, sondern um Glaubenswahrheiten. Wo sollte man dann als Christ stehen? Ist es nicht doch besser nur einem Herrn zu dienen, in dem man gleich "konvertiert"?

Viele Fragen und doch keine Antworten

Liebe Grüsse
Bobo
Hallo Bobo,

sich buddhistisch zu verhalten dürfte vermutlich niemandem schaden, auch in der Kirche nicht - das Verhalten an sich schließt ja noch keinen Glauben und kein Ritual ein - wenn sich jemand an die fünf Laien-sila hält -

nicht zu töten,
Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
sich der Unzucht zu enthalten,
Unrechtes nicht zu reden und
Berauschendes zu vermeiden -

dann wird wohl auch der strengste Kirchenobere kaum Einwände dagegen haben. Ob jemand damit Gott dient oder nicht, ist vom buddhistischen Standpunkt her nicht relevant - wenn er das tut OK, tut er das nicht, auch OK - da geht es um Erkennen und nicht um Dienen. Wenn nun Gott aber verlangte "Du sollst nicht erkennen, sondern blind annehmen!", dann wäre da eine Spannung aufgebaut, die eine 'Zweigleisigkeit' sicherlich schwierig machen würde. Genau das scheint er aber nicht zu tun - meine beiden ersten Zen-Lehrer waren gläubige katholische Mönche, und ein Freund und Zen-Lehrer ist aktiver katholischer Pfarrer

Beim 'Lieben' und 'Brauchen' fehlt mir ein wenig der Zusammenhang - ich würde aber sagen, man sollte die beiden Bereiche nicht allzusehr zusammenkoppeln - es gibt auch eine Situation wo man lernen muss, jemand nicht mehr zu brauchen, gerade weil man ihn liebt...
Hallo nochmal,

damit wäre, zumindest für mich klar, dass es sogar GUT ist, wenn man sich als gläubiger Christ wie ein Buddhist verhält.
Wie dem auch sei: Ich wusste ja schon immer, dass Gott wesentlich weniger streng ist, als sein "Bodenpersonal" .
Schade, es sind nicht alle katholischen Priester / Mönche so, wie Deine Meister / Freunde.

Das mit dem "Lieben" und "Brauchen" war nur ein Vergleich. Versuche demnächst eine bessers Beispiel zu finden

Bin gespannt auf die nächsten Postings.

Liebe Grüsse und Danke schön
Bobo
Die Frage ist, ob man sich bereits "buddhistisch" verhält, nur weil man äußerlich ein bestimmtes Verhalten an den Tag legt.
Ich bezweifele das, weil es nicht um das Einhalten von Verhaltensregeln als solche geht. Das, was hier als buddhistisches Verhalten bezeichnet wird, soll ja der Überwindung der Ich-Illusion dienen und ist dadurch auf ein klar definiertes Ziel ausgerichtet.
Forum -> Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrische Religion

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